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dieser Seite: Kapern, Knoblauch, Koriander, Kümmel
Kapern Capparis
spinosa L. Der dornige Kapernstrauch
wird etwa 1m hoch, er wächst oft wild in seiner Heimat, dem Mittelmeergebiet.
In großen Plantagen wird der Kapernstrauch sorgfältig kultiviert, vor
allem in der Türkei, in Marokko, bei Murcia in Spanien und auf Mallorca.
Geerntet werden die unreifen, noch geschlossenen
Blütenknospen des Kapern- strauches. Die Blütenknospen läßt
man trocknen, leicht welken und legt sie in Öl oder Salzwasser, in Essig
oder in eine Mixtur aus Essig und Salz ein - so können wir sie als Kapern
kaufen.
Die graugrünen Kapern haben einen
schärflich-beißenden, aber aromatischen Geruch und einen herb-würzigen,
angenehm bitteren, leicht scharfen Geschmack. Von alters her schätzt man
die Kapern nicht nur als Gewürz, sondern auch als Arznei gegen Milzbeschwerden.
Kapern
in der Küche Königsberger Klopse ist das bekannteste Kaperngericht.
Aber auch in kalten Soßen, wie Remoulade und Mayonnaise für gebratene
Fleischstücke, für Bratfisch und Kochfisch und für Geflügel
dürfen Kapern nicht fehlen. Auch Kartoffelsalate, Fischsalate - vor allem
Heringssalat und Heringshäckerle - sollte man mit Kapern abschmecken.
Kapern gehören außerdem in herzhafte Ragouts, Aufläufe, heiße und helle Soßen für Fleisch- und Fischreste und in alle warmen Tomatengerichte. Hartgekochte und gefüllte Eier. Beefsteak-Tatar, pikant belegte Brote, Appetithappen und geräucherter Lachs mit Kapern sind eine Delikatesse.
Kardamom Elettaria
kardamomum (L.) Maton
Kardamom stammt aus Indien - und auch heute
noch ist Indien der größte Kardamom-Lieferant der Welt. Die buschig-krautige
Pflanze, eine Verwandte des Ingwers, besitzt geschuppte, saftig-grüne Stengel
bis zu 1 m Höhe. Die leuchtend grünen, lanzettenförmigen Blätter
sind wie Palmwedel angeordnet. Am Fuß der Kardamom-Pflanze sprießen
aus einem besonderen ca. 60 cm langen, flach über dem Boden kriechenden Seitentrieb
zahlreiche, in einer Rispe stehende blaßgrüne-bläuliche Blüten
mit gelbem Rand. Das eigentliche Gewürz sind die kleinen Samenkörner,
die in den dreigeteilten Kapseln sitzen. In jedem Fach befinden sich 4-8 enggeschichtete,
unregelmäßig vereckte, graubraune bis rötlichbraune Samen von
etwa 2-4 mm Durchmesser. Kurz vor der Ernte werden die Kapseln geerntet und getrocknet,
in manchen Landstrichen auch gebleicht. Der Name stammt von dem griechischen Wort
für Herz und Magen, was auf seine herz- und magenstärkende Wirkung hinweist. Kardamom in der Küche Das
überaus feine und charakteristische Aroma und der süßliche, kräftig
brennende und an Eukalyptus erinnernde Geschmack machten Kardamom zu einem der
beliebtesten und deshalb teuersten und edelsten Gewürze. Mit ihm würzt
man hauptsächlich Brot und Backwaren, Süßspeisen, Obstspeisen
und süßliche Marinaden. Eine gute Weihnachtsbäckerei ohne Kardamom
ist undenkbar. Christstollen, Lebkuchen, Pfeffernüsse und andere Weihnachtsgebäcke
werden dadurch unnachahmlich verfeinert. Kuchenteig, Brötchen und Brote sollten
ebenso mit Kardamom gewürzt werden wie Marzipan, selbstgemachtes Konfekt,
Puddinge und Puddingsoßen. Außerdem ist Kardamom in Wurstgewürzmischungen
enthalten und Bestandteil vieler Curry-Pulver. Mit Kardamom würzt man Lamm-
und Hammelfleischgerichte, Grillspieße mit Innereien, Tomaten- und Zwiebelscheiben,
Roastbeef, Hackfleisch, Rippchenbraten, Steaks, Gulasch, Schweinebraten und alle
Kalbfleischgerichte. Alle feinen Fische, wie Karpfen, Schleihe, Felchen, Seezungen,
Heilbutt, Goldbarsch sowie die Krustentiere Hummer, Langusten und Krabben schmecken
besser durch eine Prise Kardamom. Die Getränke-Industrie verwendet Kardamom
zum Aromatisieren vieler namhafter Liköre. In Arabien wird als besonderes
Charakteristikum der Kaffee häufig mit Kardamom verfeinert.
Kerbel Anthriscus cerefolium
(L.) Hoffm.
Das einjährige Doldengewächs hat auf den
ersten Blick Ähnlichkeit mit Petersilie. Aber wer genauer hinschaut, erkennt
den Unterschied an den zierlichen, gefederten Blättern. Das leicht süßlich
duftende Kerbelkraut wird 25 bis 60 Zentimeter hoch.
Es
wird heute hauptsächlich in Holland und den Balkanstaaten angebaut und exportiert.
Kerbel stammt ursprünglich aus Westasien und dem südöstlichen Rußland.
Geschmacklich erinnert Kerbel etwas an Anis
und Fenchel. Mit Kerbel wurden schon vor Jahrtausenden die Speisen gewürzt
- auch zur Heilung von allerlei Krankheiten verwendete man ihn. Er sollte helfen
gegen Frühjahrs- müdigkeit, Kreislaufstörungen, gegen Gelbsucht,
Appetitmangel, Blasenleiden und vieles andere mehr. Übrigens spielt Kerbel
in der Volksmedizin noch eine kleine Gesundheitsrolle: Er wird als blutreinigendes
und harntreibendes Mittel angewendet.
Kerbel
in der Küche Beliebt und gerühmt ist seit alter Zeit die Kerbelsuppe,
die man jetzt zu jeder Jahreszeit auf den Tisch bringen kann, dank der erstklassigen
Qualität des getrockneten Kerbels aus der Streudose. In jede Kräutersoße,
selbstgemachte Remoulade und Kräuter-Mayonnaise gehört Kerbel genauso
wie zum Kräuterbukett für alle klassischen Fleischbrühen. Mit Kerbel
schmecken folgende Gerichte noch besser: hartgekochte Eier, Rühreier, salzige
Omeletts, salzige Quark- und Joghurtmischungen, Rohkostsalate, grüne und
gemischte Salate, Lamm- und Hammelbraten, gekochte und gedünstete Fische,
deftige Eintöpfe, geschmorte Tomaten und vor allem feine, in Schinkenspeckwürfeln
gedünstete Erbsen.
Knoblauch
(lat. Allium sativum L.)
Knoblauch ist eine ca. 70 cm hohe Pflanze,
aus der Familie der Liliengewächse und hat flach, breite, graugrüne
Blätter. Die in der Erde verborgene Knolle,
besteht aus mehreren "Knoblauchzehen".
Herkunft:
ursprünglich aus Ägypten, heute auch aus Mittel- und Südeuropa,
sowie China, Mexiko und den USA Gewürzgattung:
Zwiebelgewürz Angebotsformen:
granuliert und gemahlen Geschmack:
eigentümlich, scharf-würzig Verwendung
in der Küche: für Salate, Suppen, Saucen, Fischgerichte, Quark
oder Gemüsegerichte internationale Küche: für südländische
Gerichte; Zaziki und Hammelfleisch Dosierung:
(für 4 Portionen) ein halber Teelöffel; für die südländische
Küche kann mehr genommen werden Heilwirkung:
wirkt appetitanregend, antibiotisch, blutdrucksenkend, regt Leber- und Gallentätigkeit
an und hilft bei bronchialen Leiden; stärkt die Abwehr und beugt Arteriosklerose
vor.
Der Knoblauch ist eine ungefähr 70
cm hohe Pflanze aus der Familie der Liliengewächse und hat flache, breite,
graugrüne oder bläulichgrüne Blätter. Der runde Stengel wird
im Alter zäh und holzig. Er trägt zahlreiche, in einer kugeligen Scheindolde
zusammengefaßte rote Blüten, aus denen sich bis zu 1 cm große
Brutzwiebeln entwickeln. Die im Erdreich verborgene Knolle besteht aus mehreren,
zusammengesetzten einzelnen Zehen. Die Heimat des Knoblauch ist Innerasien, heute
wird die Pflanze in der ganzen Welt angebaut. Frischgeerntete Knoblauchzwiebeln
werden an ihren Strängen zusammengebunden oder geflochten und kommen als
Knollenbündel auf den Markt. Vor allem auf dem Balkan
schätzt man den Knoblauch als Würze und als Sinnbild für Gesundheit und Fruchtbarkeit - und natürlich im Aberglauben als Abschreckungsmittel gegen Vampire. Knoblauch riecht scharf und durchdringend, leicht schwefelartig und schmeckt leicht brennend-lauchartig. Außer seiner geschmacksgebenden Wirkung in den Speisen hat Knoblauch noch medizinisch große Bedeutung. Hier werden Wirkstoffe aus den Knollen vielseitig eingesetzt, insbesondere für die Blutdrucksenkung und zur Linderung bronchialer Leiden.
Knoblauch in der Küche Entweder
liebt man den Knoblauch oder man liebt ihn nicht. Grund für diese strenge
Teilung sind sein scharfer Geschmack und der auffallende, charakteristische Geruch,
der nach dem Genuß von Knoblauch noch sehr lange und intensiv erhalten bleibt.
Vor allem in Süd-Europa wird Knoblauch gerne gegessen. Er eignet sich gut
zum Würzen vieler Fleischgerichte (insbesondere Hammelfleisch), Salate, Soßen
und Gemüse sowie für die Wurstwarenherstellung. Für letzteres ist
die stark antimikrobielle Wirkung des Knoblauch-Bestandteils Allicin von Vorteil.
Auch in der deutschen Küche wird der Gebrauch von Knoblauch immer selbstverständlicher.
Koriander Coriandrum
sativum L.
Koriander ist ein Doldengewächs aus dem Mittelmeer-
gebiet. Die Pflanze ist einjährig und wird bis zu 60 cm hoch. Die Früchte
(Spaltfrüchte) sind die getrockneten, gelblichbraunen Korianderkügelchen.
Der Name Koriander stammt vom griechischen Koris - Wanze. Das kommt vom unangenehmen
Geruch des frischen Korianderkrautes. Deshalb auch der weitverbreitete Koriander-Beiname:
Wanzendill. Die getrockneten Gewürzkörner dagegen haben einen angenehmen,
milden und aromatisch- würzigen Geschmack. Heute wird Koriander in vielen
europäischen Ländern angebaut - auch in Deutschland und der Sowjetunion.
Haupt-Exporteure sind Marokko, Argentinien und Polen. Koriander war schon in alter
Zeit bekannt. Er wird in altindischen Sanskrit-Schriften ebenso erwähnt wie
im Alten Testament und wurde in altägyptischen Gräbern gefunden. Sein
Geschmack wird mit Manna, dem Himmelsbrot, verglichen. Die Griechen und Römer
benutzten Koriander auch als Medizin. Karl der Große empfahl ihn als Arznei
gegen die verschiedensten Gebrechen. Koriander sollte unter anderem auch gegen
Pest und Cholera schützen. Koriander gilt heute noch als Arznei gegen Magen-
und Darmbeschwerden. Früher überzog man die Korianderkörner mit
buntem Zuckerguß für den Kinder-Kaufmannsladen oder warf sie bei festlichen
Gelegenheiten unter das Volk, wie man heute mit Konfetti wirft. Koriander wird
in der Spirituosen- Industrie verwendet bei der Herstellung von scharfen Schnäpsen
und Kräuterlikören, in der Lebensmittel- Industrie als Wurstgewürz. Koriander in der Küche
Koriander gibt es ganz und gemahlen. Ganze Korianderkugeln gibt man zu eingelegter
Roter Bete, süßsauer eingelegten Gurken, zu Fischmarinaden, Wild- und Fleischbeizen. Gemahlener Koriander würzt Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen, Pfefferkuchen, Spekulatius, Honigkuchen und Aachener Printen, ebenso wie selbstgebackenes Brot und Brötchen, Apfelpasteten, Apfelbrei, Apfelaufläufe und Apfelkuchen, Kartoffelpuffer, Zwetschgenmus, Geflügel- und Geflügelfüllungen, Erbsen-, Linsen- und Bohnengerichte, alle Kohlarten, Möhren, alle fetten Schweinefleischgerichte, Gulasch und viele deftige Kartoffelgerichte.
Kümmel (lat.
Carum Carvi L.)
Die ein- bis zweijährige Pflanze gehört
zur der Familie der Doldengewächs und wird bis zu einem Meter hoch. Geerntet
wird im Herbst. Nach dem Trocknen wird der Kümmel aus den Dolden ausgedroschen.
Herkunft:
ursprünglich aus Ostasien und Mittelmeerländern; heute auch aus ganz
Europa (gute Kümmelqualitäten kommen aus: Holland, Polen oder Ostfriesland);
Ägypten und Marokko Gewürzgattung:
Samengewürz Angebotsformen: gemahlen und ganze Samen Geschmack:
intensiv, aromatisch-würzig Verwendung
in der Küche: für Brot- und Teigwaren, Fleischgerichte und Gemüse,
Kraut-und Kohlgerichte, Gänsebraten, Hummer, Salate, Kartoffeln, Suppen,
gekochten Fisch und Quark Dosierung:
(für 4 Portionen) gemahlen: eine Messerspitze; als Samen:
einen halben Teelöffel Heilwirkung:
wirkt appetitanregend, bakterienhemmend, entkrampfend und blähungslindernd;
bewährtes "Anti-Kater"-Mittel
Der Kümmel wächst
seit Jahrtausenden in ganz Europa: von der nordischen Baumgrenze bis in den tiefen
Orient. Die ein- bis zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldengewächse
mit den feingefiederten Blättern wird bis 1m hoch. Ausgesät wird der
Kümmel im Frühjahr. Im Herbst des ersten Jahres wird die Pflanze abgeschnitten
und verfüttert. Im Jahr darauf beginnt die Ernte, sobald die Früchte
der obersten Dolde reifen. Die Garben werden getrocknet, bis die Samen reif sind.
Dann wird der Kümmel ausgedroschen und häufig umgewälzt. Den besten
Kümmel liefert heute Holland. Das Zeichen "Amsterdamer Qualität"
ist zu einem Gütezeichen für den Weltmarkt geworden. Auch aus Polen
wird Kümmel eingeführt, und guter Kümmel kommt auch aus Ostfriesland.
Die
kugeligen Kümmelfrüchte zerfallen in die kleinen sichelförmigen
Körnchen, deren wirksamster Bestandteil das ätherische Kümmelöl
(3-5%) ist. Kümmel riecht angenehm süßlich und gibt den Speisen
einen etwas derb-würzigen Geschmack. Der Kümmel entwickelt beim Kochen
eine besonders verdauungsfördernde Wirkung, die schwere Speisen auch für
empfindliche Mägen bekömmlich macht. Kümmel ist wohl das älteste Gewürz, das
als Würze und Heilmittel in Europa verwendet wurde. Man hat Speisereste mit Kümmelkörnern in Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit gefunden. Die Ägypter schätzten ihn sehr und gaben ihn mit als Totengabe in die Mumiengräber. In den medizinischen Papyrusrollen und den Ostrakas (Aufzeichnungen auf Ton- und Kalksteinscherben) wird der Kümmel unter dem Namen Tapnen erwähnt. In Kleinasien läßt sich die Kultur der Pflanze ebenfalls schon sehr früh nachweisen. Der Prophet Jesaias (740-700 v. Chr.) berichtet in seinen Schriften schon über den Kümmel und seinen Anbau. Von Nordafrika, wo ihn hauptsächlich die Marokkaner kultivierten, war der Kümmelanbau im 8. Jahrhundert n. Chr. bis Mitteleuropa vorgedrungen, und er wurde um diese Zeit von den Karolingern in ihr Reich eingeführt. Von da breitete er sich allmählich über ganz Europa bis nach Sibirien aus. Geheime
Kräfte wurden dem Kümmel im Mittelalter zugeschrieben. So stellte man
im Erzgebirge, wenn ein Kind unruhig war und - wie man glaubte - von Dämonen
geplagt wurde, ein Gefäß mit gekochten Kümmelkörnern unter
die Wiege. In Norddeutschland trug man in dieser Zeit einen Beutel mit Kümmelkörnern
auf der Brust, um sich gegen Hexerei zu schützen, und neugeborene Kinder
legte man auf ein Kissen, das mit Kümmel gefüllt war.
Medizinisch
wirkt Kümmel magen- und darmanregend, appetitfördernd und krampflösend.
Industriell braucht man Kümmelöl für Branntweine und Kräuterliköre,
in der Parfüm- und Seifenbranche. Ein naher Kümmelverwandter ist der
Römische oder Kreuzkümmel. Auch er ist eine alte Kulturpflanze, die
sich durch längere Kümmelkörnchen von unserem Kümmel unterscheidet.
Kreuzkümmel wird in der Türkei, auf Sizilien, in Nordafrika, Spanien,
Amerika und sogar in Ostindien angebaut.
Kümmel in der Küche Kümmel
ist zwar ein etwas vorlautes und derbes Gewürz - trotzdem gehört er
selbst zu Hummerspeisen, zu Langusten und Krebsen. Kümmel würzt außerdem:
Weiß- und Rotkohl, Irish Stew, Sauerkraut, Krautsalat, Möhren, Sellerie,
Pilzgulasch, Kartoffeln, Kräuterquark, Steckrüben, dicke Gemüsesuppen,
russischen Borschtsch, Rote Bete, Schweinebraten Kutteln, Schwartenmagen, Hammel-
fleisch, Wurstsalat, Hackfleisch für Suppenklößchen, Kochfischsud,
alle Käsegerichte - auch Käsesuppen und -soßen, Käsegebäck
und natürlich Kümmelstangen, selbstgebackenes Brot und Brötchen.
Kudelkraut,
Keale (Thymus serpyllum) Wilder
Thymian (Thymus serpyllum), aus der Familie der Lippenblütler. Im Gegensatz
zum Echten Thymian (Thymus vulgaris) ist der Wilde Thymian eine in Mitteleuropa
beheimatete Pflanze.
Quendel wird auch Feldthymian, Sandthymian, Wilder
Zimt, Immenkraut, Quendel, Liebfrauenbettstroh, Feldkümmel, Grundling, Wurstkraut
oder Hollaien genannt. Wilder Thymian wurde schon im 15. Jahrhundert als Heilpflanze
in den Gärten angebaut.
Wilder
Thymian hat eine tief in den Erdboden reichende Zentralwurzel und breitet sich
davon ausgehend mit liegenden Stängeln aus. Eine einzelne Pflanze bildet
auf diese Weise einen geschlossenen Teppich, der bis zu einem Quadratmeter groß
sein kann.
Die
Blätter der Pflanze sind klein und glänzend. Aus den Stängeln treiben
jedes Jahr eine große Anzahl von Blütentrieben, die zehn bis fünfzehn
Zentimeter hoch werden. In den Blattachseln stehen drei bis sechs der bis 4 Millimeter
langen, rosaroten Blüten in einer Scheinähre.
Die
Blütezeit des Wilden Thymians ist von Mai bis September. Die Pflanze bildet
während dieser Zeit Nektar für bestäubende Insekten. Für die
Imkerei ist der Wilde Thymian daher eine wichtige Bienenweide.
Kurkuma
(Gelbwurz) (lat.: Curcuma longa L.)
Curcuma ist eine mehrjährige
Pflanze. Die über 2 m hohe Verwandte des Ingwer hat große, lilienähnliche
Blätter und blassgelbe bis rosa Blüten, die in einer dicken Ähre
zusammenstehen. Unterirdisch entwickeln sich an seinem Hauptwurzelstock mehrere
knollenförmig verdickte Nebenwurzelstöcke und Seitenwurzeln. Sie werden
getrocknet oder gemahlen zum Würzen verwendet.
(Kommt vor allem im Curry vor.)
Herkunft:
China, Südostasien, Westindien, Südamerika und Australien. Gewürzgattung:
Wurzelgewürz. Angebotsformen: gemahlen. Geschmack:
würzig, leicht bitter, Ingwer ähnlich. Verwendung
in der Küche: für Reisgerichte, zum Beizen, Saucen, Essiggemüse,
Paella, Geflügelragout, Fisch- und Eierspeisen. Dosierung: (für 4 Portionen)
eine Messerspitze. Heilwirkung:
appetitanregend, antibakteriell, wundheilend, leicht blutfettsenkend; wirkt gegen
Durchfall, erhöht die Gallensekretion und senkt den Serum-Cholesteringehalt
Die
Heimat von Kurkuma ist Südostasien, die größten Kulturen befinden
sich in Indien. Der mehrjährige, über 2 m hohe Verwandte des Ingwer
hat große, lilienähnliche Blätter und blaßgelbe bis rosa
Blüten, die in einer dicken Ähre zusammenstehen. Unterirdisch entwickeln
sich an seinem Hauptwurzelstock mehrere knollenförmig verdickte Nebenwurzelstöcke
und Seitenwurzeln. Sie werden getrocknet oder gemahlen zum Würzen verwendet.
Eine Verwandte ist die Zitwer, die früher als Heilpflanze gebräuchlich
war. Obwohl das gelbe Pulver in fast jedem Haushalt gebraucht wird - es ist nämlich
ein wichtiger Bestandteil des Curry, dem es die gelbe Farbe gibt -, ist Kurkuma
als Einzelgewürz bei uns so gut wie unbekannt. Und dabei wurde dieses Gewürz,
das schon seit undenklichen Zeiten in Indien angebaut wird, schon durch die Araber
im alten Rom eingeführt. Allerdings brauchte man es kaum zum Würzen,
sondern als Hausmittel z. B. gegen Warzenhaare und als Farbstoff für Leder,
Stoffe und Kosmetikartikel. Kurkuma ist appetitanregend, in ihrem Heimatland gelten
die Wurzeln als Mittel gegen Gallen- und Nierenbeschwerden. Als natürlichen
Farbstoff braucht man es übrigens auch noch heute in der Lebensmittelindustrie,
z.B. zur Herstellung von Senf. Denn die Wurzelstöcke enthalten einen intensiven
gelben Farbstoff, der an Safran erinnert. Kurkuma schmeckt allerdings anders als
Safran, darum sollte man dies eher herbe Gewürz niemals an Süßspeisen,
Kuchen oder auch an Bouillabaisse geben. Die gelbe Farbe ist übrigens wasserlöslich
und läßt sich leicht mittels Alkohol entfernen. Das zum Trost für
alle, die Kurkuma- oder Curryflecken gemacht haben.
Kurkuma
in der Küche: Der Geschmack ist scharf, leicht säuerlich und
herb, dem Ingwer ähnlich, aber lange nicht so aromatisch. Als Einzelgewürz
spielt die gelbe Wurzel bei uns immer noch eine untergeordnete Rolle. Man kann
es überall da verwenden, wo der Currygeschmack zu intensiv erscheinen würde.
Mit Kurkuma würzt man weiße Saucen und Geflügelragouts, geschnetzelte
Leber, Rührei und Eiersaucen, dunkle Fleischsaucen, Salatdressings für
Krabben und Meeresfrüchte. Kurkuma ist ein Bestandteil des Curry, darum kann
man es mit allen in dieser Würzmischung enthaltenen Einzelgewürzen mischen.
Wer sich für indonesische oder indische Küche interessiert, wo Kurkuma
übrigens auch stets in Verbindung mit anderen Gewürzen angewendet wird,
und wer sich seinen Curry einmal selbst mixen will, sollte Kurkuma ruhig einmal
ausprobieren. Da Kurkuma aber leicht aufdringlich schmeckt, sollte man beim Dosieren
vorsichtig sein.