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dieser Seite: Safran, Sand, Thymian, Senf, Körner, Sternanis, Scharf, Paprika
Safran (lat.:
crocus sativus L.)
Die
Safranpflanze ist eine Krokusart. Sie gehört zur Familie der Schwertliliengewächse.
Aus der Knolle erwächst die fliederfarbene Safranblüte, aus dem Fruchtknoten
eine etwa 10 cm langer Griffel, der an seiner Spitze eine orangerote dreigliedrige
Narbe trägt. Diese Safranfädchen werden von den geernteten Blüten
abgeschnitten und getrocknet.
Herkunft:
Spanien, Südfrankreich, Griechenland, Österreich und Indien.
Gewürzgattung:
Blütengewürz
Angebotsformen:
gemahlen und ganz als Fäden.
Geschmack:
würzig, etwas scharf, bitter
Verwendung
in der Küche: für Reisgerichte (Paella), Backwaren, Suppen, Bouillabaisse,
Saucen, Schalentiere, Fleisch- und Fischgerichte, Pudding und Grießbrei
Dosierung:
(für 4 Portionen) eine winzige Prise genügt Heilwirkung: Blähungslindernd,
hilft bei Menstruationsbeschwerden
Safran
ist heute noch ein kostbares und teueres Gewürz. Kultivierung und Ernte ist
mühsame Handarbeit. Man braucht ca. 100.000 Safranfäden um ein gebrauchsfertiges
(?) Safran zu gewinnen!
Nicht umsonst ist
Safran auch heute noch ein kostbares und teures Gewürz. Allerdings gibt es
abgepackte Miniportionen preiswert zu kaufen. Zum Glück braucht man auch
wirklich nur einen Hauch Safran, um damit zu würzen. Kultivierung und Ernte
sind aufwendig und mühsam. Die Safranpflanze ist eine Krokusart, ähnlich
unserer Herbstzeitlosen. Aus der Knolle erwächst die fliederfarbene Safranblüte,
aus dem Fruchtknoten ein etwa 10cm langer Griffel, der an seiner Spitze eine orangerote
dreigliedrige Narbe trägt. Diese Narbenfäden - sie fühlen sich
fettig an - werden von den geernteten Blüten abgeschnitten und getrocknet.
Sie kommen entweder als Safranfädchen oder pulverisiert in den Handel. Man
braucht etwa 100.000 Blütennarben, um ein Kilo gebrauchsfertiges Safran zu
gewinnen! Der Name Safran kommt vom arabischen za'fran = gelb. Safran hat eine
starke Farbkraft: Von 0,01 Gramm Safran werden noch drei Liter Wasser gelb gefärbt.
Der Geruch ist schwer und fast narkotisierend, der Geschmack würzig, leicht
süßbitter. Als eigentliche Safranheimat gilt Kleinasien, aber auch
in vielen südeuropäischen Ländern wurde und wird Safran angebaut.
Der Hauptlieferant für Safran ist heute Spanien. Auch in Südfrankreich,
im Iran und in Österreich wird Safran kultiviert.
Im
Altertum schätzte man Safran, den "König aller Pflanzen",
als Medizin, Gewürz und Färbemittel hoch ein. Er wird gelobt in Salomons
Liedern, den Versen der griechischen und römischen Dichter, in den Schriften
der Gelehrten und Ärzte jener Zeit. Gelb war die Farbe der Herrschenden,
der Auserwählten, eine heilige Farbe. Gelb waren die Schuhe babylonischer
Könige, safrangelb die Kleider der ersten Damen im Staate. Die Griechen streuten
Safranpulver in ihre Tempel und Paläste, und sie füllten die Kissen
der Gäste mit den wohlriechenden Blüten. Im südlichen Spanien legt
man die Blüten auch heute noch als Duftspender in Schränke und Schubladen.
Safran war auch im Mittelalter das teuerste Gewürz und gehörte nur den
Reichsten des Landes. Kein Wunder, daß seine Kostbarkeit immer wieder zu
Verfälschungen verleitete. Die Geschichtsschreiber des Altertums klagten
darüber, und im Mittelalter wurden grausame Strafen gegen die "Safranschmierer"
verhängt: vom Hände- abhacken bis zur Todesstrafe. Nürnberg war
damals der Handelsplatz für Safran. In der Industrie braucht man Safran heute
als Gelb-Färbemittel, für Backwaren, zur Likörbereitung von besonders exquisite Liköre, als Farbgeber und Duftspender für Parfüms und Kosmetika.
Safran in der Küche
Zuerst die typischen Safrangerichte: die Marseiller Bouillabaisse, orientalischer Pilaf, spanische Paella, Weißbrot, Brötchen und Sandkuchen. Mit Safran würzt man in winzigen Mengen: alle Lamm- und Hammelfleischgerichte, Bouillons und Fleischbrühen, Fischsuppen und -soßen, Fischgulasch, Reisgerichte mit Fisch oder Fleisch, Zwiebelfleisch, Tomaten, Hühnerfleisch mit Reis, gelbe Puddinge, Puddingsoßen, Grießbrei, Milchsuppen, Milchreis, süße Kringel und Brezel - und viele Gerichte der nahöstlichen, spanischen, südfranzösischen und italienischen Küche. Safran wird immer in etwas heißem Wasser aufgelöst, ehe man das Gewürz in den Kochtopf gibt.
Sandthymian (Thymus
serpyllum) Wilder
Thymian (Thymus serpyllum), aus der Familie der Lippenblütler. Im Gegensatz
zum Echten Thymian (Thymus vulgaris) ist der Wilde Thymian eine in Mitteleuropa
beheimatete Pflanze.
Quendel wird auch Feldthymian, Quendel, Wilder
Zimt, Immenkraut, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Rauschkraut, Feldkümmel,
Rainkümmel, Grundling, Wurstkraut, Kudelkraut, Keale oder Hollaien genannt.
Wilder Thymian wurde schon im 15. Jahrhundert als Heilpflanze in den Gärten
angebaut.
Wilder Thymian hat eine
tief in den Erdboden reichende Zentralwurzel und breitet sich davon ausgehend
mit liegenden Stängeln aus. Eine einzelne Pflanze bildet auf diese Weise
einen geschlossenen Teppich, der bis zu einem Quadratmeter groß sein kann.
Die
Blätter der Pflanze sind klein und glänzend. Aus den Stängeln treiben
jedes Jahr eine große Anzahl von Blütentrieben, die zehn bis fünfzehn
Zentimeter hoch werden. In den Blattachseln stehen drei bis sechs der bis 4 Millimeter
langen, rosaroten Blüten in einer Scheinähre.
Die
Blütezeit des Wilden Thymians ist von Mai bis September. Die Pflanze bildet
während dieser Zeit Nektar für bestäubende Insekten. Für die
Imkerei ist der Wilde Thymian daher eine wichtige Bienenweide.
Scharf-Paprika (lat.
Capsicum annum L.)
Paprika ist eine einjährige Pflanze aus
der Familie der Nachtschattengewächse. Sie wird bis zu 60 cm hoch, hat breite,
kräftig grüne Blätter. Man unterscheidet zwischen Gemüse-,
und Gewürzpaprika. Schärfeträger ist das Capsaicin in den Samen.
Je mehr Samen des Gewürzpaprikas mitvermahlen werden, desto schärfer
wird das Paprikagewürz.
Verwendung
in der Küche: traditionelle
Küche: für Gulasch, Eintöpfe, Gemüse, Suppen, Saucen,
Fleisch, Kartoffeln, Fisch, Geflügel- und Käsegerichte moderne
Küche: für Aufläufe, Quarkdips, Marinaden, Chutneys, Relishes
und Nudelsaucen internationale Küche:
für pikante Saucen, Chili con Carne
Dosierung:
(für 4 Portionen) sparsam, eine Messerspitze bei scharfen Sorten; einen Teelöffel
bei milderen Sorten, je nach Gericht
Heilwirkung:
wirkt kreislaufanregend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und
schweißtreibend
Übrigens:
Die europäische Paprikapflanze, wurde aus den südamerikanischen Chilis
kultiviert. Christoph Kolumbus brachte die Chilis von seinen Entdeckungsreisen
aus Amerika mit und nannte sie "roter Pfeffer". Noch heute wird im angelsächsischen
Sprachgebrauch, Paprika "red pepper" genannt.
Paprika
ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse.
Die Paprikapflanze wird bis zu 60 cm hoch, sie hat breite, kräftig grüne
Blätter und treibt gelblichgrüne Blüten. Die prallen zentimetergroßen
Schoten sind länglich spitz und lackrot. Es gibt etwa 30 Paprika- arten,
milde und scharfe, wildwachsende und kultivierte, die sich deutlich voneinander
unterscheiden. Verwandt ist Paprika mit den tropischen Chilies, aus denen der
Cayenne- pfeffer gewonnen wird. Zwei Paprikaarten werden heute in Europa hauptsächlich
kultiviert: der Gemüsepaprika mit seinen großen gelben, roten und grünen
Schoten und der Gewürzpaprika, den man in Streudosen und luftdicht abgepackten
Tütchen kaufen kann. Die geernteten Gewürz-Paprikaschoten werden getrocknet,
dann zermahlen. Die reifen Schoten haben wenig Fruchtfleisch und Saft, sie sind
innen hohl und durch die Scheidewände, die Paprikaadern, unterteilt. In den
Adern und in den Samen sitzt der Schärfeträger, das Capsaicin. Je mehr
Adern und Samen mitvermahlen werden, desto schärfer wird der Paprika. Durch
dosierte Samenzusätze - es werden auch übriggebliebene Scheidewände
und Samen der besseren Sorten für besonders scharfe Paprika- qualitäten
mitverwendet - wird die Paprikaschärfe reguliert. Paprika ist also nicht
gleich Paprika. Es gibt fünf Geschmacks-
und Qualitätsstufen, deren Schärfegehalt unterschiedlich ist:
1.
Delikateß-Paprika: Er besteht aus den besten Paprikafrüchten,
würzt ganz mild aromatisch und gibt den Speisen eine appetitliche hellrote
Farbe. Delikateß-Paprika eignet sich für die Diätkost. In der
Industrie nimmt man ihn zum Färben von Tomatenmark und Tomatenketchup.
2.
Edelsüß-Paprika: Das ist das gebräuchlichste Paprikagewürz.
Es schmeckt sehr würzig mit einer milden Schärfe und färbt die
Speisen dunkelrot.
3.
Halbsüß-Paprika: Er hat schon eine bedeutend schärfere
Würzkraft und ist deshalb besonders für kräftige Fleischgerichte,
zum Beispiel Hammelfleischgerichte und Ungarisch Gulasch, geeignet.
4.
Rosen-Paprika: Er ist die schärfste Paprikasorte, die man bei uns
kaufen kann. In der ungarischen und Wiener Küche wird Rosen-Paprika am meisten
verwendet. Er würzt brennend-scharf und färbt die Speisen stark rot.
5.
Scharf-Paprika: Er ist hier nur der Vollständigkeit halber angegeben.
Sein Geschmack ist so durchdringend und beißend scharf - er wird aus minder
guten Früchten und Zusätzen von Samen und Adern hergestellt -, daß
er bei uns gar nicht erst in den Handel kommt.
Paprika
wirkt appetitanregend und hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt, der von keiner anderen
Würz- und Gemüsepflanze erreicht wird. Paprika gilt als verdauungsfördernd,
als Mittel gegen Migräne und Schwächezustände. Die Paprikapflanze
stammt aus Südamerika. Heute wird Paprika hauptsächlich in Ungarn, aber
auch in Brasilien, Marokko, USA, Jugoslawien, Bulgarien, Spanien, Griechenland
und in der Türkei angebaut. Auf der zweiten Entdeckungsfahrt von Kolumbus
gehörte zu seinen Reisebegleitern Dr. Chanca, ein Arzt aus Sevilla. Durch
ihn gelangte um 1494 Paprika nach Europa. Zuerst betrachtete man Paprika damals
als eine Pfefferart und baute die Paprikapflanze, den sogenannten spanischen Pfeffer,
mehr als exotische Zierpflanze an. Knapp hundert Jahre später hatte sich
der Paprika-Anbau in Spanien durchgesetzt und verbreitete sich schnell über
ganz Europa - bis er seine neue Heimat in Ungarn fand und das ungarische Nationalgewürz
wurde. Der Name Capsicum ist griechischer Herkunft und bezieht sich auf die kapselähnliche
Form der Schote sowie auf den scharfen, beißenden Geschmack. Griechisch
ist auch die Pfefferbezeichnung Peperi und Piperi, die auch auf den spanischen Pfeffer angewendet wurde. Die Balkanvölker machten daraus peperke und paparka, und aus diesen Wörtern entstand das internationale Wort Paprika.
Paprika in der Küche
Das Wichtigste zuerst: Paprika darf niemals in siedendes Fett - wohl aber in heißes Fett - gegeben werden, weil sonst der im Paprika enthaltene Zucker karamelisiert. Dadurch wird der Paprika bitter, verliert an Würzkraft und Farbe. Mit Paprika würzt man: Alle ungarischen Paprikagerichte und die Speisen aus der k.u.k.-Monarchie, wie zum Beispiel Paprikaschnitzel, Szegedinger Gulasch, Serbisches Reisfleisch, Hühnerpaprika. Paprika gehört außerdem zu: Quark und allen weichen Käsen, zu Käsegebäck, zu Hammelfleisch und Schweinebraten, zu fettem Speck und Schmalz, spanischen und türkischen Fleisch- und Reisgerichten, zu Ragouts, zu allen Tomatengerichten, zu Wild und Geflügel, zu Hackfleisch, Gemüsegurken, Gemüsesuppen, zu allen Kohlarten und allen grünen und gemischten Salaten. Paprika verfeinert: Kartoffelsalat, Fleischsalat, Fischsalat, Fischsuppen und Fischsoßen, Bratfisch, grüne Bohnen und Erbsen, Linsengerichte, Mais, Auberginen, Selleriegemüse und -salat, Zwiebelgerichte, Aufläufe, Pilze, Makkaroni- und Spaghettigerichte, Kohlrouladen, Mayonnaisen und alle scharfen, pikanten Soßen.
Senfkörner Sinapis
alba L.
Senfkörner heißen auch Weißer Senf. Er
stammt aus Westasien; und wie so viele andere Gewürze, hat sich der Weiße
Senf auch bei uns heimisch gemacht. Er wird seit langer Zeit in ganz Europa, unter
anderem auch in Nord- und Mittelamerika, in Ostindien, Japan und in Nordafrika
angebaut. Die beste Qualität kommt jetzt aus Kanada und Montana/USA. Übrigens:
In Ostfriesland und Schleswig- Holstein gibt es größere Anbaugebiete
für Senf. Die krautigwachsende Senfpflanze gehört zu den Kreuzblütlern
(Kruziferen). Die hübschen, gelb-blühenden Senffelder werden im Spätsornmer
wie Getreide abgeerntet. Als Gewürz verwendet man die in Schoten gereiften
kugeligen, gelblichbraunen Senfkörner, die viel Eiweiß und bis zu 36%
fettes Öl enthalten. Dieses Öl wird zu Speiseöl verarbeitet. Senfkörner
schmecken rettichscharf und leicht brennend. Der typische scharfe Geschmack entsteht
durch die Einwirkung des Enzyms Myrosinase auf das im Samen befindliche Glykosid
Sinalbin (Glykoside sind chemisch- ähnlich aufgebaute Pflanzenstoffe). Aus
den gemahlenen Körnern wird Senfmehl und daraus Speisesenf zubereitet. Senf ist seit ältester Zeit bekannt als Würze und
Heilmittel. In der Bibel ist Senf erwähnt, die Griechen und Römer lobten ihn hoch, und das erste genaue Speisesenf-Rezept ist von Lucius Columella, einem Landbau-Chronisten, in Italien um 50 nach Christi aufgeschrieben
worden. Der Name Senf entwickelte sich aus dem lateinischen sinapis über
das althochdeutsche Wort senaf. Der Name Mostrich für Speisesenf stammt aus
den Gegenden, in denen man das Senfmehl nicht mit Essig, sondern mit jungem Wein
oder Traubenmost anrührte. Senfsaat wird auch heute noch in der Arzneimittel-Industrie
verwendet. Es gibt: Senfsalben, Senfbäder, Senfpflaster und -umschläge
und Senfeinreibemittel.
Senfkörner
in der Küche Man braucht sie vor allem für Fischmarinaden
und Fleischbeizen, zum Einlegen von Gurken, Mixed Pickles, Kürbissen, kleinen
Zwiebeln, grünen Tomaten, zum Würzen von scharfen Soßen (vorher
leicht zerstampfen) und bei der Wurstbereitung. Senfkörner geben Sülzen
und Aspikgerichten, eingelegtem Suppenkraut, Sauergemüse, Weißkohl,
Wirsingkohl, Rosenkohl und Sauerkraut einen besonders würzigen Geschmack.
Sternanis Illicium
verum Hook.fil.
Dieses tropische Gewürz war schon vor 3000
Jahren im hochkultivierten China als Gewürz- und Arzneipflanze bekannt und
sehr begehrt. Erst sehr spät kam Sternanis - auch Badian genannt, von badius
= braun - nach Europa. Das lag wahrscheinlich mit an der jahrtausendealten Tradition,
das Reich der Mitte von der übrigen Welt abzukapseln und nichts Fremdes zu
dulden. Es ist erstaunlich, daß der Weltreisende Marco Polo, dem die Geschichte
so viele wichtige Informationen über fremde Sitten und Lebensgewohnheiten
des China um 1275 verdankt, den Sternanis überhaupt nicht erwähnte.
Der englische See- und Kaperfahrer Sir Thomas Cavendish soll am 9. September 1588
das Gewürz Sternanis von den Philippinen nach Plymouth mitgebracht haben
- die Philippinen wurden erst 1521 durch Magalhaes entdeckt. Als Gewürz setzte
sich der Sternanis damals noch nicht durch - wahrscheinlich ist, daß nur
die Botaniker sich für dieses neue tropische Gewürz interessierten.
Die Tatsache, daß im 17. Jahrhundert der Sternanis am russischen Hof als
Gewürz geschätzt wurde - besonders als Geschmackszutat
für Tee - läßt darauf schließen, daß er auf Karawanenwegen quer durch Asien, Rußland, Arabien nach Europa gebracht wurde. Und noch viel später - am Ende des 18. Jahrhunderts - setzte sich der Sternanis in Deutschland als Gewürz durch. Trotzdem ist Sternanis auch
heute noch längst nicht so bekannt und beliebt, wie er es verdiente. Das
wichtigste Anbaugebiet ist heute Südostasien: Südchina, Japan, Vietnam,
Hinterindien, die philippinischen Inseln und Jamaika. Während unsere einheimische
Anispflanze ein einjähriges Doldengewächs ist und mehr einer Kräuterpflanze
ähnelt, ist Sternanis die Frucht eines Baumes. Diese immergrünen Magnolienbäume
werden bis zu 10 m hoch und bilden Zypressenartige Wälder.
15jährige Sternanisbäume können dreimal im Jahr kurz vor der Reife abgeerntet werden. Der jährliche Ertrag eines ausgewachsenen Baumes beträgt etwa 30-40 kg. Die Frucht des Baumes ist der Sternanis. Das sind bräunliche, rosettenartige, schön geformte Sterne. In der Reife springen die Früchte auf und zeigen die braunen, glänzenden Samenkörner. Übrigens: In Japan wird eine verwandte, aber als Gewürz nicht verwendbare Art Sternanis (Illicium religiosum) in den Tempelbezirken und um Grabstätten angepflanzt. Die wohlriechende Rinde verwendet man als Räucherwerk bei kultischen Handlungen. Die gepulverte Rinde lassen die Priester in Skalenröhren mit Gradeinteilung verglimmen, um danach die Zeit zu bestimmen.
Sternanis in der Küche
Er duftet wie unser Anis, aber sein Aroma und Geschmack sind voller, feuriger und schwerer. Wie Anis wird auch Sternanis für Gebäcke - vor allem für die Weihnachts- bäckerei - verwendet. Apfel-, Birnen- und Pflaumenmus, Puddinge, Obstsuppen und Kompotte schmecken noch besser, wenn man Sternanis mitverwendet. Im schwarzen Tee und im heißen Grog entfaltet der Sternanis besonders sein süßlich-gewürzhaftes Aroma. Grundsätzlich darf alles mit Sternanis gewürzt werden, was auch mit unserem Anis schmeckt - allerdings muß man rechtzeitig den Stern heraus- fischen, weil er
sonst zu stark würzt. Bemerkenswert ist die Verwandtschaft zwischen unserem Anis und dem tropischen Sternanis. Auch das aus Sternanis gewonnene Öl enthält 90% Anethol und wird in der Lebensmittel- und Arzneiindustrie für die gleichen Zweck wie Anis verwendet: zur Herstellung von Likören, Süßwaren, Teemischungen, von kosmetischen und medizinischen Waren