Wachholderbeeren
(lat.: Juniperus communis L.)
Der
Wacholderstrauch ist ein zypressenartig wachsendes Nadelgehölz. Zwei Jahre
brauchen die kugeligen schwarzbraunen bis bläulichen Beeren bis zur Reife,
sie überwintern also im halbreifen Zustand und werden im nächsten Herbst
gepflückt.
Herkunft:
ganz Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika Gewürzgattung:
Fuchtgewürz Angebotsformen: ganze Beeren Geschmack:
schwach bitter, würzig-aromatisch mit süßlichem Beigeschmack Verwendung
in der Küche: für Marinaden
und Fischsud, Wild- und Fleischgerichte, Schwarzwurzeln, Sauerkraut, in Kohlrezepten,
Suppen, Saucen, zur Herstellung von Gin und Genever, zum Pökeln und Beizen
Dosierung:(für
4 Portionen) zwei bis drei zerdrückte Wacholderbeeren reichen zum Mitkochen
aus; unzerdrückt kann es auch ein Teelöffel sein Heilwirkung:
regen den Appetit an, sind harntreibend und blähungslindernd, appetit- und
verdauungsfördernd, leicht husten- und schleimlösend; äußerlich
angewendet: durchblutungsfördernd und schmerzlindernd
Wacholder
hat viele Namen: Machandel heißt er im Märchen, Granwirlbeere im Gebirge,
nach heidnischen Bräuchen klingen diese Namen: Räucherstrauch und Feuerbaum. Der
Wacholderstrauch wächst in ganz Europa, vom Süden bis in die Öden nördlicher Länder. Das zypressenartig wachsende Nadelgehölz wird gern in Gärten und Parks als Zierstrauch angebaut, meist wächst er aber wild, besonders in kargen Heide- und Berglandschaften. | 
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Es gibt Wacholderbäumchen, die jahrhundertealt und 15 m hoch gewachsen sind. Zwei Jahre brauchen die kugeligen schwarzbraunen bis bläulichen Beeren bis zur Reife, sie überwintern also im halbreifen Zustand und werden im nächsten Herbst gepflückt. Die Wacholderbeeren riechen etwas harzig nach Tannen, sie schmecken
bitterwürzig und leicht süß. Der kräftige Wald- und Heidegeschmack
beruht auf dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Harzen, Bitter- und
Gerbstoffen und Zucker. Das zähe, wurmfeste Wacholderholz ist ein gutes Material
für alle Drechslerarbeiten. Selbst aus dem Holz wird ein ätherisches
Öl und eine Teerart gewonnen, die beide seit altersher als Volksheilmittel
benutzt wurden. Die Araber bereiteten aus den Beeren einen zu Mus eingedickten
Saft, der in ihrer Medizin eine wichtige Rolle spielte. Wacholder ist eines der
Gewächse, um die sich die meisten abergläubischen und mythischen Vorstellungen
rankten. In der Bibel und in religiösen Legenden tauchte er immer wieder
auf. Die Germanen benutzten Wacholderzweige als Räucherwerk bei ihrem Götterkult,
bei Opferhandlungen und Toten- verbrennungen. Wacholderbäume waren heilig
und durften nicht frevlerisch abgeschlagen werden. Im Volksglauben hieß
es, daß der Rauch vom verbrannten Wacholderreisig und Wacholderstöcke
vor Pest, bösen Geistern und Hexen schütze.
Man
schluckte die Beeren gegen allerlei Krankheiten, selbst gegen die Melancholie!
Heute haben Wacholderbeeren in der Medizin noch immer einen weiten Anwendungsbereich:
Kneipp empfiehlt sie in seiner "Kräuterkur" in verschiedener Form
- Wacholderöl und -Spiritus als Einreibung und Hautreizmittel bei chronischen
Erkrankungen, vor allem der Gelenke, und bei tiefer liegenden Entzündungen
sowie gegen Flechten. Innerlich wendet er das Wacholderöl an gegen Magen-
und Darmstörungen, überhaupt zur Regelung der Drüsentätigkeit
und der Magenbewegung, ferner bei Leberleiden, Migräne Herzklopfen. Berühmt
ist seine Wacholderbeer-Kur bei Magenverstimmungen, wobei man am 1. Tag mit 5
Beeren anfängt, bis 15 Beeren hinaufgeht und dann wieder zu 5 Beeren am Tag
zurückdosiert. Die Gewürzindustrie bezieht den größten Ernteteil
heute aus Jugoslawien, in geringerem Maße aus Italien, das zum Teil seine
Ware aus Jugoslawien noch dazukauft. Der größte Teil der einheimischen
und eingeführten Ernte geht an die Branntwein-Industrie: Gin, Genever, Steinhäger,
andere Wacholderschnäpse, und Liköre werden daraus gebrannt. Der Name
Wacholder stammt wohl von den althochdeutschen Silben wach = wacker, immerlebend,
immergrün und ter = der Baum.
Wacholder
in der Küche Ganz oder zerdrückt gehören die Beeren besonders
zu Wild und Wildgeflügel, von der Beize bis zum Hasenpfeffer. Auch Schweine-,
Hammelfleisch, Sauerbraten, dunkle und derbe Fleischragouts, deftige Aufläufe,
das Kochfischwasser, Fischmarinaden, Sauerkraut, Steckrüben, Rotkohl, Rote
Beete brauchen das würzige Aroma. Mitgekocht in kräftiger Hausmannskost,
mildert Wacholder strengen Kohlgeruch und -geschmack. |
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Weißer
Senf - Senfkörner Sinapis alba L.
Senfkörner heißen
auch Weißer Senf. Er stammt aus Westasien; und wie so viele andere Gewürze,
hat sich der Weiße Senf auch bei uns heimisch gemacht. Er wird seit langer
Zeit in ganz Europa, unter anderem auch in Nord- und Mittelamerika, in Ostindien,
Japan und in Nordafrika angebaut. Die beste Qualität kommt jetzt aus Kanada
und Montana/USA. Übrigens: In Ostfriesland und Schleswig- Holstein gibt es
größere Anbaugebiete für Senf. Die krautigwachsende Senfpflanze
gehört zu den Kreuzblütlern (Kruziferen). Die hübschen, gelb-blühenden
Senffelder werden im Spätsornmer wie Getreide abgeerntet. Als Gewürz
verwendet man die in Schoten gereiften kugeligen, gelblichbraunen Senfkörner,
die viel Eiweiß und bis zu 36% fettes Öl enthalten. Dieses Öl
wird zu Speiseöl verarbeitet. Senfkörner schmecken rettichscharf und
leicht brennend. Der typische scharfe Geschmack entsteht durch die Einwirkung
des Enzyms Myrosinase auf das im Samen befindliche Glykosid Sinalbin (Glykoside
sind chemisch- ähnlich aufgebaute Pflanzenstoffe). Aus den gemahlenen Körnern
wird Senfmehl und daraus Speisesenf zubereitet. Senf ist seit | 

| ältester Zeit bekannt als Würze und Heilmittel. In der Bibel ist Senf erwähnt, die Griechen und Römer lobten ihn hoch, und das erste genaue Speisesenf-Rezept ist von Lucius Columella, einem Landbau-Chronisten, in Italien um 50 nach Christi aufgeschrieben worden. Der
Name Senf entwickelte sich aus dem lateinischen sinapis über das althochdeutsche
Wort senaf. Der Name Mostrich für Speisesenf stammt aus den Gegenden, in
denen man das Senfmehl nicht mit Essig, sondern mit jungem Wein oder Traubenmost
anrührte. Senfsaat wird auch heute noch in der Arzneimittel-Industrie verwendet.
Es gibt: Senfsalben, Senfbäder, Senfpflaster und -umschläge und Senfeinreibemittel.
Senfkörner in der Küche Man
braucht sie vor allem für Fischmarinaden und Fleischbeizen, zum Einlegen
von Gurken, Mixed Pickles, Kürbissen, kleinen Zwiebeln, grünen Tomaten,
zum Würzen von scharfen Soßen (vorher leicht zerstampfen) und bei der
Wurstbereitung. Senfkörner geben Sülzen und Aspikgerichten, eingelegtem
Suppenkraut, Sauergemüse, Weißkohl, Wirsingkohl, Rosenkohl und Sauerkraut
einen besonders würzigen Geschmack. |
| Wilder
Zimt (Thymus serpyllum) Wilder
Thymian (Thymus serpyllum), aus der Familie der Lippenblütler. Im Gegensatz
zum Echten Thymian (Thymus vulgaris) ist der Wilde Thymian eine in Mitteleuropa
beheimatete Pflanze.
Quendel wird auch Feldthymian, Sandthymian,
Quendel, Immenkraut, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Rauschkraut, Feldkümmel,
Rainkümmel, Grundling, Wurstkraut, Kudelkraut, Keale oder Hollaien genannt.
Wilder Thymian wurde schon im 15. Jahrhundert als Heilpflanze in den Gärten
angebaut. Wilder Thymian hat eine
tief in den Erdboden reichende Zentralwurzel und breitet sich davon ausgehend
mit liegenden Stängeln aus. Eine einzelne Pflanze bildet auf diese Weise
einen geschlossenen Teppich, der bis zu einem Quadratmeter groß sein kann. Die
Blätter der Pflanze sind klein und glänzend. Aus den Stängeln treiben
jedes Jahr eine große Anzahl von Blütentrieben, die zehn bis fünfzehn
Zentimeter hoch werden. In den Blattachseln stehen drei bis sechs der bis 4 Millimeter
langen, rosaroten Blüten in einer Scheinähre. Die
Blütezeit des Wilden Thymians ist von Mai bis September. Die Pflanze bildet
während dieser Zeit Nektar für bestäubende Insekten. Für die
Imkerei ist der Wilde Thymian daher eine wichtige Bienenweide. | Münsterland
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