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Zimt (lat.:
cinnamomum)
Zimt wird aus der
Innenrinde des immergrünen Zimtbaumes gewonnen, der zur Familie der Lorbeergewächse
gehört. Von der Außenborke befreit rollt sich die Zimtrinde beim Schälen
und Trocknen zu Stangen ein. Herkunft:
Sri Lanka, südliches Indien, Philippinen, China, Madagaska, Karibik und Brasilien
Gewürzgattung:
Rindengewürz Angebotsformen: gemahlen und in Stangen Geschmack:
fein-aromatisch, süßlich Verwendung
in der Küche: traditionellen Küche: zu Obst, Milchsuppen, Milchreis,
Fleisch (Sauerbraten und Lamm) und Gebäck (Lebkuchen) moderne Küche:
süße Aufläufe, Fruchtsalat, Glühwein, Punsch internationale
Küche: süß-sauer eingelegte Früchte, indische und arabische
Küche (Geflügel- und Hackfleischgerichte,
Reis-Pilaff) Dosierung:
(für 4 Portionen) gemahlen: eine Messerspitze zum Verfeinern, für die
Weihnachtsbäckerei und für Süßspeisen kann es aber auch ein
halber oder ganzer Teelöffel sein; Stange: eine Zimtstange aufbrechen und
mitkochen. Anschließend wieder herausnehmen. Heilwirkung:
wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend; Zimtöl hemmt leicht die Keimvermehrung
von Bakterien und Hefen; hilft bei Reizhusten und Heiserkeit Um
gleich vorweg den Unterschied zu erklären: Zimt und Canehl stammen beide
vom immergrünen Zimtbaum. Sie sind keine Früchte, sondern die von der
Außenborke befreiten Innenrinden des Zimtbaumes. Zimt kommt gemahlen, Ceylon-Canehl
nur als Stangenzimt in den Handel. Unterschiede
gibt es in den Kulturen der Zimtgärten. Der Ceylon-Zimtbaum wird in einer
Größe von 2,5 bis 3 Metern gehalten und immer wieder beschnitten. Man
schlägt die jungen Bäume ab und läßt aus den Wurzelstöcken
Schößlinge austreiben. Die feine Rinde wird von der äußeren
Borke und der Mittelrinde befreit und rollt sich dann von selbst nach beiden Seiten
zusammen. Man schiebt sechs bis zehn Stück der feinsten Innenrinde ineinander,
bündelt sie zu Rollen, läßt sie trocknen, bis gelblichbraune Zimtfarbe
entstanden ist. Die
Zimtrollen kommen in Leinwandballen eingepackt. Je dünner die Rinde, um so
feiner ist das Aroma. Um die Qualität zu bestimmen, gibt es für den
Ceylon-Canehl eine eigene Wertmaß- Einheit: Ekelle. Der beste Zimt wird
mit den Nummern (Ekellen) 00000 bewertet, dann sinkt die Qualität bis Ekelle
0, dann weiter über I bis Ekelle IV. |
    
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Der Geschmack ist feurig-würzig und leicht süß. Canehl enthält 2 bis 4% ätherisches Öl und bis zu 10% Stärke. Die andere Zimtsorte, Cassia vera, die später gemahlen in den Handel kommt, wird im Gegensatz zum Canehl von ausgewachsenen Bäumen gewonnen. Erst nach dem vierten Lebensjahr beginnt die Ernte. Die 1 bis 3 mm dicke Cassia-Innenrinde ist etwas dunkler und im Aroma und Geschmack kräftiger als Canehl.
Die Rindenstücke - einseitig gerollt und etwa 30 bis 60 cm lang - werden
in Leinen- oder Strohmattenballen von 50 Kilo verpackt und transportiert. Hauptlieferant
für Canehl als Stangenzimt ist Ceylon, für Zimt China sowie Indonesien.
Zimt ist eines der ältesten tropischen Gewürze der Welt, schon 3000
vor Christi wurde er in chinesischen Schriften erwähnt. Der Handel muß
schon früh begonnen haben, denn um 1600 vor Christi - zu Davids und Salomons
Zeiten - war Zimt als Gewürz und Zutat zum Räucherwerk für Kulthandlungen
in Judäa bekannt. Der berühmte Arzt des Altertums, Hippokrates, hebt
um 500 vor Christi seine medizinische Bedeutung hervor, und der griechische Philosoph
Theophrastos rühmt 150 Jahre später den Zimt als köstliches Gewürz,
vor allem zum Wein. Der römische Kaiser Vespasian weihte den Göttern
vergoldete Zimtkränze, und auf den üppigen Gastmählern dieser Zeit
spielte Zimt als Gewürz, Arznei, Parfüm und als Räucherwerk eine
große Rolle.
Über das
Zimt-Herkunftsland wußten die arabischen Zwischenhändler viele Märchen
zu erzählen, um ihren Gewürzmarkt nicht zu gefährden. Herodot (482-424
v. Chr.) berichtete, daß der Zimt auf dem Grund eines Sees wachse, aber
genaueres wußte er auch nicht. Die Araber behaupteten sogar, daß auch
sie nicht genau wüßten, woher denn nun der Zimt stamme. Eine andere
arabische Geschichte: Zimt kommt von den Zimtvögeln, die das Gewürz
in ihren Nestern horten, und um es zu gewinnen, muß man die Nester mit Pfeil
und Bogen abschießen. Nach
Mitteleuropa wurde der Zimt nachweislich im 9. Jahrhundert nach Christi eingeführt.
Wegen seines hohen Preises kam er nur auf die Tische der ganz reichen Leute. Bezeichnend
ist die Erzählung, wonach 1555 der Kaufherr Anton Fugger Schuldscheine von
Karl V. vor den Augen des Kaisers in einem Kaminfeuer von kostbaren Zimtstangen
verbrannte. Die Portugiesen waren
die ersten, die ein Handelsmonopol für Zimt und eine Schreckensherrschaft
auf Ceylon errichteten. Abgelöst wurden sie von den Holländern, die
ihnen in nichts nachstanden. Die Holländer ließen sogar indonesische
Zimtbäume ausrotten, damit die Ceylon-Ernte übersichtlich und der Preis
so hoch wie möglich gehalten werden konnte. Die damals allmächtige Holländisch-
Ostindische Kompagnie, die ja auch den Handel von Muskat und Gewürznelken
beherrschte, führte blutige Zimt-Kriege mit den Portugiesen und den Ceylonesen.
1796 eroberten die Engländer Ceylon, und London wurde nun internationaler
Zimt-Markt. Es blieb auch unter den Engländern beim strengen Monopol, bis
1853 der hohe Ausfuhrzoll aufgehoben wurde. Nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit,
sondern aus Notwehr, weil inzwischen in den holländischen Kolonien Indonesiens
neue Zimtplantagen reiche Ernte abwarfen. Nach
dieser historisch und wirtschaftlich bedeutenden Entwicklung wurde der Zimt endlich
billiger und eroberte sich in jedem Haushalt seinen Platz - vor allem neben Zucker
und Reis. Industriell finden Zimt
und Ceylon-Canehl Verwendung in der Parfümerie- und Seifenproduktion, bei
der Likör- und Magenbitterherstellung, bei magenstärkenden und verdauungsanregenden
Arzneien. Zimt in der Küche Zucker, Zimt und Reis gehören zusammen,
und alles, was gesüßt wird, darf auch mit Canehl gewürzt werden:
alle süßen Soßen und Suppen, Kompotte, Puddinge, alle warmen
und kalten Obstspeisen, Marmeladen, Glühwein, Punsch, Kakao, Milchmixgetränke,
Eiskaffee, schwarzer Kaffee und Tee, Rotkohl, süßsauer eingelegte Kürbisse,
Senfgurken, Pfeffergurken, Pflaumen, Birnen, Mixed Pickles. Gemahlener
Zimt würzt Milchreis, Eis, süße Breie, Kuchen, Weihnachtsgebäck
(Zimtsterne und Zimtwaffeln, Zimtschnitten und Zimtröllchen), Bratäpfel,
Torten, Blech-Obstkuchen, Obstsalate, selbstgemachte Bonbons und Pralinen. Eine
Prise Zimt sollte auch mitziehen in allen Stachelbeerspeisen und in salzigen,
sämigen Bratensoßen, die mit Maisstärke oder Kartoffelmehl gebunden
werden. |
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Zwiebel Allium
cepa
Wahrscheinlich stammt die Zwiebel aus Zentralasien, heute
wird sie überall angebaut. Die Zwiebel ist eine ausdauernde Pflanze, die
bei uns allerdings nur zweijährig angebaut wird. Sie bildet unter der Erde
eine knollenartige Verdickung, hat hohle, röhrige Laubblätter und dicke
grünlich weiße Blütendolden an einem bis zu 1 m hohen, hohlen
Stengel. Es gibt sehr unterschiedliche Zwiebel- sorten, zum Beispiel die großen,
milden Gemüsezwiebeln, die kleinen, zarten Perlzwiebeln, die roten Zwiebeln,
die Frühlingszwiebeln und die Haushalts- oder Winterzwiebeln. Zum Würzen
verwendet man die Zwiebelknolle und die jungen Blattröhren der Frühlingszwiebeln. Ohne
Frage ist die Zwiebel seit Urzeiten das am meisten gebrauchte und geschätzte
Gewürz auf der ganzen Welt. Schon bei den Ägyptern und den Babyloniern
wurde sie angebaut. Pharao Cheops zum Beispiel ließ täglich an die
100.000 Sklaven, die mit dem Bau seiner Pyramide beschäftigt waren, Zwiebeln
verteilen. Und der Babylonierkönig Nerodoch-Baladan pflanzte eigenhändig
in seinem Gewürzgarten die aromatischen Knollen an. Bei uns lernte man die
würzige Knolle erst um Christi Geburt kennen, und zwar durch die römischen
Besatzer. Das wird auch aus dem Namen "Zwiebel" erkenntlich. Er ist
eine Eindeutschung der lateinischen Bezeichnung für Zwiebel "Cepula"
(kleiner Kopf). Heute essen wir übrigens nach den Engländern die meisten
Zwiebeln in Europa.
Die Zwiebel
enthält Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe, daneben Mineralien und schwefelhaltiges
Öl. Sie wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend. Zwiebeln schmecken
scharf, leicht schwefelartig und süßlich. Die verschiedenen Sorten sind unterschiedlich |



| im Geschmack. Die kleinen Perlzwiebeln, die roten Zwiebeln und auch die Frühlingszwiebeln sind viel milder als die normalen Haushaltszwiebeln.
Zwiebel-Geruch
Allerdings hat die Zwiebel nicht immer nur Anhänger gehabt. Ihr nicht gerade vornehm zurückhaltender Duft - er wird durch ein schwefelhaltiges ätherisches Öl hervorgerufen
- hat immer Leute mit feinen Nasen abgestoßen. Noch in einem Buch aus dem
vorigen Jahrhundert liest man folgendes: "Der Zwiebelatem des Russen ist
für den Germanen eine Scheidewand, die keine Gemeinschaft zuläßt."
Und dabei ist dieser "Zwiebelatem" einfach zu beseitigen. Nach dem Genuß
roher Zwiebeln - gekochte riechen nicht mehr durchdringend nach Zwiebel - ißt
man etwas Petersilie. Und gegen den Zwiebelgeruch an Händen und auf Küchenbrettern
schützt man sich, indem man alles, was mit der Knolle in Berührung kommt
- Hände, Messer, Brett - vor und nach dem Zwiebelschneiden kalt abspült.
Zwiebel-Medizin In
einem waren sich aber Freunde und Feinde des Zwiebelgeruchs immer einig: Daß
sie mit das gesündeste Gewürz ist, was wir kennen. Im Altertum hat man
ihr geradezu Wunderkräfte zugeschrieben. Vom Liebeskummer bis zum Haarausfall,
von der Blindheit über den Schlangenbiß bis zum Schnupfen - mit der
Zwiebel glaubte man alles heilen zu können. Inzwischen hat man festgestellt,
daß unsere Vorfahren gar nicht einmal unrecht hatten. Zwar kann man mit
der Zwiebel keinen Liebeskummer heilen. Aber sie enthält viele wertvolle
Vitamine (vor allem Vitamin C und B), Mineralien und ätherische Öle,
die das Blut reinigen, die Verdauung fördern und gegen Herzinfarkt schützen.
Zudem enthält die Zwiebel so viele natürliche Antibiotika, daß
ihr Saft ein wirksames Vorbeugemittel gegen Husten und Heiserkeit ist. Zwiebel-Tränen Die
ätherischen Öle der Zwiebel sind schuld daran, daß man beim Schneiden
Tränen vergießt. Man kann sich gegen dieses Tränenvergießen
schützen, indem man Zwiebelpulver oder Zwiebelsalz nimmt oder zu Zwiebelflocken
greift. Zwiebelpulver oder -salz eignen sich immer dort, wo in eine ganz feine
Sauce nur ein Hauch Zwiebel gehört. Getrocknete Zwiebelflocken verwendet
man nur zum Kochen und Schmoren. Am aromatischsten sind und bleiben aber doch
die ganzen Zwiebeln. Und damit sie beim Schneiden keinen ganz großen Tränenstrom
verursachen, kann man folgenden Trick anwenden: Man taucht die geschälte
Zwiebel ins kalte Wasser, halbiert sie, legt sie mit der Schnittfläche auf
ein Brett und schneidet die Hälften zuerst von oben beginnend längs
in Scheiben und danach quer in Würfel.
Zwiebel
in der Küche Mit Zwiebeln würzt man: So gut wie alles, was
salzig ist, kann zumindest einen Hauch Zwiebelaroma im Hintergrund vertragen.
Nur für Speisen der ganz feinen Küche, zum Beispiel feine weiße
Saucen oder zarte Salate, sollte man statt der Zwiebel lieber ihre elegantere
Verwandte, die Schalotte, oder Schnittlauch nehmen. Mit Süßspeisen
verträgt sich die Zwiebel überhaupt nicht. Die
frischen Frühlingszwiebeln, die ähnlich wie Porree leicht braune Flecken
bekommen und faulig werden, dürfen nicht allzu lange aufgehoben werden. Sie
halten sich höchstens 6 Tage im Kühlschrank, wenn man alle braunen Stellen
abschneidet. Die röhrigen grünen Blätter der Frühlingszwiebel
lassen sich übrigens genau wie Schnittlauch verwenden. Man hackt sie oder
schneidet sie mit der Küchenschere fein und gibt sie an Salate oder über
Quark. Sie sind allerdings ein wenig schärfer als die dünneren Schnittlauchstangen.
Die anderen Zwiebeln lassen sich mehrere Wochen aufheben, wenn man sie luftig
und kühl lagert - am besten im Keller. Aber aufgepaßt, sie werden schärfer
und bitterer im Geschmack, wenn sie austreiben. Zwiebeln sollte man möglichst
unmittelbar vor der Verwendung schneiden und hacken. Wenn rohe Zwiebeln nämlich
längere Zeit mit Sauerstoff in Berührung sind, verlieren sie schnell
Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit. Wenn man weiß, daß die rohen
Zwiebelstücke länger stehen müssen, dann sollte man sie kurz überbrühen.
Eine angeschnittene Zwiebel hält sich im Kühlschrank ein bis zwei Tage,
allerdings nur, wenn man sie luftdicht in Alufolie einpackt. |
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