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Galapagosinseln
- Kaffeeanbau in Südamerika Kaffee
von der Insel San Cristóbal ist eine aussergewöhnliche Rarität
höchster Qualität. Die Hacienda El Cafetal erzeugt etwa 500 Sack Arabica-Kaffees
der Bourbon-Varietät. Da die Einfuhr und der Einsatz von Kunstdüngern,
Pestiziden, Herbiziden und anderer Chemikalien streng verboten ist, gilt der Kaffee
der Galapagosinseln zumindest inoffiziell als Biokaffee.
Genuss
- (Kaffeegenuss) Die medizinisch-wissenschaftliche
Bedeutung von Kaffee wird deutlich, Wenn man die Fülle seiner über
1000 unterschiedlichen Inhaltstoffe betrachtet. Koffein, Vitamin B, Mineralstoffe,
verschiedene Säuren, Phenole und Antioxidantien sind die bekanntesten und
inzwischen am besten dokumentierten. Dementsprechend vielfältig ist die Wirkung
des Kaffees auf den menschlichen Körper.
Am
Beispiel von Koffein lässt
sich ablesen, wie ein Wirkstoff verschiedenste Körperfunktionen beeinflusst.
Wobei man immer im Hinterkopf behalten sollte, dass gerade die Kombination der
einzelnen Substanzen in ihrer Synergie die Gesamtwirkung ausmachen. Ein Wirkstoff
allein ist in der Pflanzenheilkunde (Phythopharmakologie) und Ernährungsphysiologie
häufig nicht entscheidend, sondern vielmehr sein Zusammenspiel mit anderen.
Und ganz nebenbei wird so auch verständlich, warum synthetische Monopräparate
und einzeln angereicherte Wirkstoffe in "functional food"-Produkten
weniger gut bis gar nicht wirken. Kaffee
ist ein durchaus den ganzen Stoffwechsel positiv beeinflussendes Lebensmittel
und wahrlich ein "genussvoller Starter am Morgen". Koffein
bewirkt: Im Gehirn eine Steigerung der Vigilanz, also der Wachheit und Aufmerksamkeit,
unterdrückt aufkommende Müdigkeit und fördert den Gedankenfluss.
Am Herzen erweitert es
die Herzkranzgefässe, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, das bedeutet
das Herz kann kräftiger und schneller schlagen. An der Muskulatur der Lungenbronchien
führt es, ähnlich dem Asthma-Medikament Theophyllin, zu einer Entspannung
und Erweiterung des Luft führenden Lungengewebes, Fachbegriff: Spasmolyse
An den Nieren wirkt es harntreibend,
das ist besonders deutlich zu spüren, wenn man zusätzlich Wasser oder
andere Flüssigkeiten zu sich nimmt. Und neuste Untersuchungen belegen den
Effekt, dass das Hormon Cholezystokinin ausgeschüttet wird, das die Gallenblase
entleert und somit die Fettverdauung fördert, aber offenbar auch vor Gallensteinen
schützt.
Wussten Sie schon: Die
Magenbeschwerden nach Kaffeegenuss werden gar nicht durch Koffein
ausgelöst. Zahlreiche Untersuchungen sollten klären, in wie weit Koffein
eine magenreizende Wirkung, unter anderem bei empfindlichen Menschen, habe. Ergebnis:
Nicht das Koffein, sondern die Säuren sind verantwortlich für die magenreizende
Wirkung. Diese Säuren aber lassen sich durch möglichst langsame Röstung
deutlich verringern. Während italienischer Espresso in aller Ruhe (bis zu
24 Minuten) nach traditionellen Verfahren (Trommelröstung) geröstet
wird, sind die meisten heute angebotenen Kaffeesorten Ergebnis einer Art Schockröstung
(3-5 Minuten in Heissluft). Und so kann es nicht verwundern, das diese Kaffees
erheblich mehr Säure enthalten und eine entsprechende Wirkung auf den Magen
entfalten. Überlegen Sie mal: Klassischer 'Supermarktkaffee' kostet heute
nicht mehr Geld als vor 15 Jahren. Das Geld aber ist in dieser Zeitpanne weniger
wert geworden (Inflation). Durch die modernen Röstverfahren ist die Herstellung
zwar billiger geworden, der Kaffee hat aber leider auch stark in der Qualität
nachgelassen.
Geschichte - Espresso - 100 Jahre Espresso
1580
gelangten die ersten Bohnen bis nach Venedig
1620
gründeten die Holländer ihre Plantagen in JAVA
1683
hinterliessen die aus Wien vertriebenen Türken eine Ladung Kaffeesäcke,
und so entstand die europäische Kaffehaus-Tradition
1702
wurde in Paris das noch heute bestehende Café Le Procope eröffnet
1720
entstand in Venedig die als Caffè Florian berühmt gewordene Kultstätte
1901
erfand Luigi Bezzera in Mailand die Espressomaschine
1948
präsentiert Achille Gaggia die Ziehhebel-Maschine, die heute noch in ganz
Süditalien im Gebrauch ist
1961
entwickelt Ernesto Valente die "Faema" mit elektrischer Druckpumpe,
das heute allgemein gebräuchliche Espresso-Prinzip.
Geschichte
- Kaffee
Wie
kam der Mensch eigentlich auf die Idee, Kaffee zu trinken?
Was
ist Legende, was ist Fakt? Die Geschichte des Kaffees wird in diesem Kapitel aufgezeichnet
und kann anschaulich nachvollzogen werden. Wahrscheinlich
gibt es den Kaffeebaum schon seit der Urzeit. Die Kaffeepflanze war dem Menschen
schon sehr früh bekannt. Allerdings dauerte es eine ganze Zeit bis mit durch
Rösten veredeltem Kaffee Getränke hergestellt wurden. Legenden Da
die Geschichte des Kaffees vor dem Jahr 1500 sehr vage ist und handfeste Daten
fehlen, umranken reich ausgeschmückte Erzählungen die Ursprünge
des Kaffees. Das Grundmotiv dieser Legenden ist die Entdeckung und Nutzung der
anregenden Wirkung des Kaffees. In
der Legende, die der Maronitenmönch Faustus Naironus Banesius,
ein gebürtiger Syrer, 1671 aufzeichnet, wird der Kaffee durch das auffällige
Verhalten einer Viehherde entdeckt. Hirten aus Kaffa im Lande Abessinien beklagten
sich bei den Mönchen eines nahe gelegenen Klosters, dass ihre Tiere bis nachts
keine Ruhe finden würden und überhaupt keine Müdigkeit zeigten.
An der Stelle, wo die Tiere grasten, fanden die Mönche eine dunkelgrüne
Pflanze, die grüne, gelbe und rote kirschenartige Früchte trug, von
denen die Tiere geknabbert hatten. Die Mönche bereiteten sich daraus einen
Aufguss zu und siehe, ohne das geringste Bedürfnis nach Schlaf konnten sie
nun nachts wachen, beten oder angeregte Unterhaltungen führen. Eine
andere Geschichte bemüht den großen Propheten Mohammed.
Orientalische Märchenerzähler berichten, dass dem todkrank und ermattet
danieder liegenden Propheten der Erzengel Gabriel erschien mit einer Schale dampfender,
dunkler Flüssigkeit. Nach dem Genuss des Getränks gesundete Mohammed
unvermittelt, gewann seine Lebensgeister wieder und konnte mit dieser himmlischen
Stärkung ein riesiges islamisches Reich zusammenführen, wie es die Welt
bis dahin noch nicht gesehen hatte. Eine
weitere Sage rankt sich um einen jungen Derwisch
namens Omar. Verleumdet und unschuldig verurteilt wurde er mit seinen Gefährten
in eine abgelegene Steinwüste verbannt. Halb verhungert und am Ende seiner
Kräfte probierte er von den Früchten eines ihm unbekannten Strauches.
Wie durch ein Wunder genesen kehrte er in die Stadt zurück und brachte Kunde
von der magischen Frucht. Alle wollten nun von dieser Frucht kosten und Omar wurde
mit Ehren überhäuft und der Kalif schenkte ihm sogar einen Palast. Erste
bildliche Darstellung des Kaffees.
Alle
Coffea-Arten haben ihren Ursprung in Afrika. Die am längsten bekannte wild
wachsende Art ist der Arabica-Kaffee. Sein natürliches Verbreitungsgebiet
liegt im südwestlichen Hochland Äthiopiens sowie im angrenzenden Boma
Plateau im Sudan.
Dort gedeiht er als Unterwuchs in kühlen schattigen
Wäldern in Höhenlagen zwischen 1.300 bis 1.800 m über NN. Andere
Wildarten wachsen in der tropischen Regenwaldvegetation. So wurde wild wachsender
Robusta-Kaffee 1889 im Kongo entdeckt. Aber auch in einigen anderen Regionen Westafrikas
nahe des Äquators kommt er verstreut vor.
| |
Fakten Der
Kaffeebaum hat mit Sicherheit schon in Frühzeiten existiert, geblüht
und Früchte getragen. Die Urheimat dürfte Äthiopien, dort das abessinische
Hochland, vielleicht die Provinz Kaffa, gewesen sein. Die Annahme, dass die in
dieser Region lebenden Menschen die Früchte des Baums gekannt haben, ist
nicht von der Hand zu weisen. Eine Veredlung der Kaffeebohne durch den Röstprozess
und die Zubereitung eines Getränks ist jedoch sehr unwahrscheinlich und lässt
sich nicht nachweisen.
11.
Jahrhundert Das Heilmittel "Bunchum"
wird zum ersten mal schriftlich erwähnt. Später wurde das daraus abgeleitete
Wort "bunc" im Zusammenhang mit Kaffeeanbau gebraucht. Die Historiker
streiten sich, ob dies als Beweis für die Bekanntheit des Kaffee schon zu
dieser Zeit gelten kann. Anfang 11. Jahrhundert Von Ibn-Sina (Avicenna), einem
Heilkundigen und Philosophen aus Arabien, stammt die erste schriftliche Erwähnung
eines Heilmittels Bunchum, das aus dem Jemen kam. Dass rund 500 Jahre
später die Bezeichnung Bunc für Kaffeeanbau und -bohne genutzt
wurde, gilt einigen Historikern als Beweis, dass Avicenna schon den Kaffee gekannt
haben könnte. Verwunderlich erscheint nur, dass über mehrere Jahrhunderte
keine Hinweise auf das Produkt Kaffee auftauchten. | |
Mitte
15. Jahrhundert Ein arabisches Manuskript
von 1587 belegt erstmals eindeutig Kaffekonsum in der arabischen Welt. Da dieses
Manuskript ein etwa 100 Jahre älteres Manuskript zitiert ist also Kaffeekonsum
seit Mitte des 15. Jahrhundert nachgewiesen.
Seit Mitte des 15. Jahrhunderts
scheint Kaffee in Arabien getrunken worden zu sein. Dies geht aus einem berühmten
arabischen Manuskript aus dem Jahr 1587 über den Kaffeeverbrauch hervor.
Es stammt von Abd-al-Kafir und wird in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrt.
Die Schrift basiert auf Aufzeichnungen eines Arabers namens Shihab-ad-Din, die
gut 100 Jahre älter sein sollen, aber nicht mehr in schriftlicher Form vorliegen. Ein
anderer zeitgenössischer Bericht wird so interpretiert, dass der Scheich
Gemaleddin, Mufti zu Aden, im Jahr 1454 in Jemen Kaffeekulturen anlegen ließ,
für die der Samen oder die Pflanzen aus den abessinischen Bergen geholt worden
waren. 2.
Hälfte 15. Jahrhundert In diesem Zeitabschnitt eroberte die Kaffeebohne
über Mekka und Medina das arabische Großreich und gelangte beispielsweise
im Jahr 1510 nach Kairo. Gerade die unzähligen Pilger, die das Heiligtum
der Mohammedaner in Mekka besuchten, dürften die Kunde von dem neuen Getränk
verbreitet haben.
16.
Jahrhundert Die arabisch-türkische
Welt bezog ihre Kaffeebohnen fast ausschließlich aus dem Südjemen.
Hauptausfuhrhäfen waren die Städte Mocha am Roten Meer und Jiddah, der
Vorhafen Mekkas. Anfang
16. Jahrhundert Das Osmanische Reich
war mit der Einverleibung des Kalifats Ägypten auf seinem Höhepunkt
angelangt. Dies war zugleich auch ein Höhepunkt für die Ausbreitung
des Kaffee, der überall |
 Ältestes
Transportmittel für den Kaffee war das Kamel. Eine Karawane bringt feinen
"Mocha" zum Hafen.
 Türkischer
Kaffeeverkäufer
|
im Osmanischen Reich getrunken wurde. Es entstanden in allen Winkeln Kaffehäuser,
wo der Genuss dieses Getränks die Menschen zusammenbrachte.
1. Hälfte
16. Jahrhundert Die Expansion des auf dem Höhepunkt seiner Macht stehenden
Osmanenreiches trug den Kaffee in alle Winkel der beherrschten Gebiete. So spielte
Kaffee sowohl in Arabien wie auch in Kleinasien, Syrien, Ägypten und im südöstlichen
Europa eine zunehmend wichtige Rolle. Überall entstanden Kaffeehäuser,
in denen man sich dem öffentlichen Genuss des Getränks hingeben konnte. 1510
In diesem Jahr gelangte die Kaffeebohne erstmals nach Kairo. Ausserdem eroberte
der Kaffe langsam das arabische Grossreich.
1511 Ein
Zeichen für die Popularität des Kaffeegenusses in Arabien war, dass
Anfang des 16. Jahrhunderts ein großer Streit über die Nützlichkeit
oder Schädlichkeit des Kaffeetrinkens entbrannte. Dieser politisch-religiös
motivierte Kampf führte 1511 zur Schließung der
Kaffeeschänken in Mekka durch Khair-Beg, dem Statthalter des ägyptischen
Sultans. Er wollte Neuerungen durchführen und wurde deshalb vom Volk verspottet.
Seine Nachforschungen ergaben, dass es immer die Kaffeetrinker waren, die diese
Scherze über ihn unter das Volk brachten. Außerdem soll
er jeglichem Sinnesgenuss abhold gewesen sein. Der Sultan von Ägypten hob
dieses Verbot jedoch zur Freude der Kaffeetrinker wieder auf. 1511
Der wohl erste Streit über Sinn und Unsinn des Kaffeekonsums wurde in
Arabien ausgetragen, nachdem ein politischer Funktionär feststellte, dass
Kaffeetrinker über ihn Scherzten. Es kam kurzfristig zur Schliessung aller
Kaffeschänken. Der Sultan von Ägypten hob die Schliessungen aber bald
wieder auf. 1517 Von
nun an sollten die Türken über einen Zeitraum von rund 100 Jahren die
Ausbreitung des Kaffees zu ihrer Sache machen. Sultan Selim I., Herrscher über
das Osmanische Reich, hatte sich Syrien, Jemen und Ägypten einverleibt. Im
Jahre 1517 war die letzte Bastion, das Kalifat Kairo, gefallen. Mekka und Medina
kamen zum gleichen Zeitpunkt unter türkische Herrschaft. 1530/1532 Es
wurden die ersten Kaffeehäuser in Damaskus und Aleppo, zwei städtischen
Siedlungen in Syrien, eröffnet. 1554 Die
beiden Kaufleute Hakim von Aleppo und Dschems von Damaskus gründeten das
erste Kaffeehaus auf europäischem Boden in Konstantinopel. 1592
Die erste detaillierte Zeichnung und Beschreibung der Kaffeepflanze
und -frucht wird vom Italienischen Arzt Prosper Alpinus erstellt. |
1582 Der
Augsburger Medicus Leonhart Rauwolf bereiste in den Jahren 1573 - 1576 den Vorderen
Orient und lernte in Aleppo den Kaffee kennen. In seinem Reisebericht aus dem
Jahr 1582 beschreibt er als erster Europäer das Getränk, den Ausschank
und den Grundstoff. Er weiß von dem Getränk folgendes zu berichten:
Under andern habens ein gut getränck / welliches sie hoch halten /
Chaube von jenen genennet / das ist gar nahe wie Dinten so schwartz / unnd in
gebresten / sonderlich des Magens / gar dienstlich. 1592 Der
italienische Arzt und Botaniker Prosper Alpinus bereiste im Zuge venezianischer
Handelsaktivitäten Ägypten vom Jahr 1580 an. Ein Ergebnis dieser Reise
war das Werk De Plantis Aegypti Liber, das 1592 in Venedig erschien
und in schriftlicher Form die ersten detaillierten Zeichnungen sowie Beschreibungen
der Kaffeepflanze und -frucht enthielt.
Ende
16. Jahrhundert Immer mehr Informationen über das Kaffeegetränk
werden von Forschern und Reisenden nach Mitteleuropa mitgebracht. Überall
herrschte Verwunderung über die belebende Wirkung des Kaffee.
16./17.
Jahrhundert Hier liegen die Anfänge der systematischen Kaffeekultivierung
auf vier Kontinenten der Erde. Das arabische Kaffeemonopol viel mit der immer
grösser werdenden Nachfrage im Osmanischen Reich und in Europa.
Anfang
17. Jahrhundert Die ersten Kaffees erreichen Mitteleuropa. Vor allem
die grossen Hafenstädte wie London, Amsterdam, Marseille, Bremen und Hamburg
wurden Kaffezentren in Europa. Die ersten Kaffees kamen nach Europa. Bereits
1595 könnten Kaffeesamen nach Holland gelangt sein, wohl mehr als Kuriosum.
Neugierig geworden durch die Reiseberichte brachten dann unbekannte Handelsreisende
Kaffeebohnen als Proben oder sackweise nach Europa. 1624 traf z.B. ein größerer
Kaffeetransport in Venedig ein. Neben den Hafenstädten, wie z.B. London,
Amsterdam, Marseille und Bremen/Hamburg, entwickelten sich auch Städte jenseits
der Nordgrenzen des osmanischen Reiches zu Zentren des Kaffeeverbrauchs. 1645 Am
Markusplatz in Venedig wurde ein Kaffeehaus eröffnet.
ab
Mitte 17. Jahrhundert Von jetzt an darf man von regem Kaffehandel gesprochen
werden. Weitere Kaffehäuser entstehen in Oxford, London, Marseille, Amsterdam,
Den Haag und Paris. ab Von der Zeit an konnte von einem regen Handel mit Kaffeebohnen
gesprochen werden. Nach und nach machten in vielen Städten Kaffeehäuser
auf: 1650 Oxford, 1652 London, 1659 Marseille, 1663 Amsterdam und Den Haag. 1672
hatten auch die Pariser ihr erstes Kaffeehaus. 1673
Das erste Kaffeehaus Deutschlands eröffnet in Bremen. 1677
Hamburg zieht nach und errichtet das zweite deutsche Kaffehaus.
1683 Vor
Wien wurden die Türken vernichtend geschlagen. Den Siegern fiel eine unermessliche
Beute in die Hände und der polenstämmige Franz Georg Kolschitzky, der
sich während der Belagerung von Wien durch die Türken große Verdienste
um die Stadt erworben hatte, erhielt als Geschenk die zurückgelassenen Kaffeebestände
und die Erlaubnis für den Ausschank von Kaffee. Damit war Wien mit seinen
Kaffeehäusern zwar ein wenig später dran als andere europäische
Städte, es könnte aber stimmen, dass in dieser Stadt aus dem schwarzen
Türkentrank durch den Zusatz von Honig und Sahne ein Getränk
wurde, das so manchem europäischen Gaumen besser mundete als das Original.
|

Titelseite
des Reiseberichts von 1582: Leonharti Rauwolfen, der Artzney Doctorn
und bestelten Medici zu Augspurg.  Älteste
bekannte Darstellung einer Kaffeegesellschaft in einem 1689 in Deutschland gedrucktem
Buch.
 Dem
Retter Wiens und Besitzer des ersten Wiener Kaffeehauses, Franz Georg Kolschitzky,
errichtet die Wiener Kaffeehausbesitzer-Innung ein Denkmal.
 "Nicht
für Kinder ist der Türkentrank...", im alten Istanbul ließ
man sich den süßen Mocca von zarter Hand servieren.
| 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Informationen über den privaten Kaffeekonsum begannen spärlich zu fließen. Osmanische Gesandte und ihr prächtiger Hofstaat dürften die europäischen Fürstenhäuser mit Kaffee bekannt gemacht haben. Auch Wiener Archive geben Hinweise darauf, dass schon vor der legendären Eröffnung eines Kaffeehauses durch Kolschitzky in Wien der Kaffee dort bekannt war und auch konsumiert wurde. 16./17.
Jahrhundert Die Ausbreitung des Kaffee-Anbaus und die systematische Kultivierung
auf vier Kontinenten nahmen ihren Anfang. Mit dem steigenden Bedarf im Osmanischen
Reich kam das arabische Kaffeemonopol immer
stärker unter Druck.
Anfänglich
hatten die arabischen Pflanzungsbesitzer und Fernhändler den Kaffee-Anbau
zum Staatsgeheimnis erklärt. Strenge Bewachung und die Beseitigung
der Keimfähigkeit der Bohnen durch heißes Wasser sollten die Aussaat
an anderer Stelle verhindern. Mit dem wirtschaftlichen
Aufstieg der europäischen Nationen und dem Erstarken ihrer Handelskraft bemächtigten
sich diese nach und nach des Produktes Kaffee. Speziell die Holländer versuchten
in den Besitz von keimfähigen Bohnen zu kommen. 1616 dürfte ihnen das
zum ersten Mal gelungen sein. Mit den Gründungen der Ostindischen Kompagnie
(1602) und Westindischen Kompagnie (1621) gelang es den Holländern, ihren
Einfluss und ihre Handelsinteressen auf alle Erdteile auszudehnen. Sie waren es,
die 1648 Kaffeepflanzen nach Ceylon brachten, später dann systematisch den
Anbau auf Java, Sumatra, Bali, Timor und Celebes begannen |
Kaffeetransport
in den Holländischen Kolonien. |  |
18.
Jahrhundert Dieser Zeitraum stand
ganz im Zeichen der Revolutionierung der Kaffee-Erzeugung. Von den Kolonialmächten
wurde die Kaffeepflanze nach und nach in alle Gebiete der Erde gebracht, die für
den Kaffee-Anbau geeignet waren. Diese Expansion wäre nicht möglich
gewesen, wenn es nicht parallel dazu den Siegeszug des Kaffeegetränks in
Europa und Nordamerika gegeben hätte. So war Kaffee sowohl als Pflanze als
auch als Getränk auf | Kaffeeplantage
in Brasilien Ende 18. Jahrhundert | | dem Vormarsch. Er wurde zu einem Produkt von weltwirtschaftlichem Rang. Als Importware gewann er innenpolitische Bedeutung in den Konsumländern. Mit der beginnenden ndustrialisierung avancierte
er zum Heißgetränk für alle Schichten und wurde damit zu einem
Haushaltsartikel, der jeden Einzelnen interessierte. |
18.
Jahrhundert Parallel zum Siegeszug des Kaffees in Nordamerika und in
Europa werden Kaffeplantagen in allen Regionen der Erde, die die klimatischen
Bedingungen liefern, angelegt. Kaffee mausert sich zu einem Produkt, dass eine
weltwirtschaftliche Relevanz besitzt.
Der Kaffee wurde in dieser Zeit
ein Getränk für alle sozialen Schichten, mit dem die Aufbruchstimmung
des Aufklärungszeitalters ausgedrückt wurde. Dies drückt sich z.
B. in der Kaffeekantate von J. S. Bach aus. Mit der Popularisierung
des Getränks waren viele Probleme zu lösen: Gegenstände zur Zubereitung
mussten entwickelt oder den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Zölle
und Steuern wurden eingeführt, um einerseits den Devisenabfluss zu bremsen
und andererseits das Staatssäckel zu füllen. Die jeweiligen Herrscher
beanspruchten das Monopol auf den Kaffeeverkauf oder versuchten, den Konsum durch
Verbote zu verhindern. Die Idee des Kaffee-Ersatzgetränks wurde geboren.
Anfang
18. Jahrhundert
1718 ließ der Stadthalter von Batavia (Djakarta) Kaffeesamen
nach Südamerika, und zwar Niederländisch Guayana (Surinam), bringen.
Aber auch Franzosen und Engländer waren aktiv in der Verbreitung des Kaffees
in Lateinamerika. Besonders Seekapitäne oder Kolonialoffziere spielten eine
wichtige Rolle bei der Verbreitung des Kaffees. Sie waren es, die häufig
unter größten Anstrengungen Kaffeepflänzchen in die neuen Kolonien
brachten. Berühmt ist die Geschichte vom jungen französischen
Marineoffizier de Clieu, der 1723 Kaffeebäumchen aus dem Jardin des
Plants in Amsterdam über den Atlantik nach Martinique brachte. Seeräuber
konnten abgewehrt werden, Stürme wurden überstanden und das knappe Trinkwasser
musste mit den vielen Kaffeepflänzchen geteilt werden.
1720 Seit
dem Jahr 1720 wird im zweitältesten Kaffeetempel Europas, in Leipzig, Kaffee
ausgeschenkt. Die Gaststätte Zum Arabischen Coffe Baum ist nach
dem Café Procope in Paris die älteste bis heute durchgängig
betriebene Kaffeeschänke Europas. |
 So
stilvoll ließ man sich seinen Kaffee im Rokoko servieren  Gabriel
de Clieu bringt die empfindlichen Kaffeepflanzen von Amsterdam nach Martinique.
"Coffee,
Coffee muß ich haben, und wenn jemand mich will laben, ach, so schenkt mir
Coffee ein!" Aus der berühmten Kaffeekantate von Johann Sebastian
Bach mit dem Text von Picander, 1732. 1720 |
| |
1726
Dies gilt als das offizielle Geburtsjahr des Kaffeeanbaus in Brasilien, dem heute wichtigsten Land für den Kaffeeanbau.
Wann und unter welchen Umständen der Kaffee in Brasilien, dem später wichtigsten Produktionsland der Erde, eingezogen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Offiziell wurde die Geburtsstunde des brasilianischen Kaffee-Anbaus in das Jahr 1726 gelegt, denn 1926 wurde das 200jährige Jubiläum des Cafeeiro (portugiesisch für Kaffeestrauch) gefeiert. Ob die ersten Pflanzen von Surinam (aus holländischem Besitz) oder von Martinique (aus französischem Besitz) in das Land gelangt waren, muss offen bleiben. |
| |
1732 Johann
Sebastian Bach stellte seine Kaffeekantate in einem Leipziger Kaffeehaus
vor.
1769 Die
erste Zichorienkaffeefabrik auf deutschem Boden nahm in Braunschweig ihren Betrieb
auf. Richtig volkstümlich wurde der Kaffee-Ersatz dann allerdings erst, als
Kaffee von Staats wegen zu teuer oder gar verboten wurde und Napoleon im Jahre
1806 versuchte, durch die Kontinentalsperre England vom europäischen Markt
abzudrängen. Der so genannte Kontinentalkaffee, ein Surrogatkaffee, war geboren.
1780
Der Staat hatte den Kaffee als Geldquelle entdeckt und erschlossen. Kaffeeimport
und Kafferösten waren Staatsmonopole. Dies sorgte für erhebliches Aufsehen
und Unruhen. Mit dem Tod Friedrichs des Grossen waren diese Monopole wieder abgeschafft.
Kaffee
durfte nur noch in den königlichen Röstereien gebrannt werden (Kaffeebrennzwang).
Zur Kontrolle setzte Friedrich der |
Friedrich
der Große befürchtete, das durch den hohen Kaffeeverbrauch zu viele
Devisen ins Ausland gingen und "gesünder als Kaffee sei Biersuppe ohnehin".
Ein grandioser Erfolg der Brauereilobby jeder Zeit. | Große im ganzen Land Kaffeeschnüffler ein, die aufgrund des verräterischen Kaffeeduftes jede Gesetzes- übertretung riechen und ahndensollten.
Willkür dieser Zöllner, Kaffeeschmuggel, Beschwerden und zunehmender
Zorn bei den Bürgern waren die Folge. Mit dem Tode Friedrichs war der Brennzwang
dann vom Tisch.
|
19.
Jahrhundert
Der spezialisierte
Kaffeehandel bildet sich aus. Pflanzung, Transport und Röstung werden getrennt.
Durch die Erfindung der Dampfschifffahrt werden die Transportwege für Kaffee
erheblich optimiert. Der Grundstein für einen immer weiter steigenden Verbrauch
ist gelegt. um 1800 Die
wesentlichsten Anbaugebiete, die sich im sogenannten Kaffeegürtel zwischen
den beiden Wendekreisen um die Erde ziehen, waren von den Kolonialmächten
für den Kaffee-Anbau erschlossen. Die wenigen verbliebenen weißen Flecken
wurden dann im 19. Jahrhundert erobert. |  Kaffeeverkauf
auf Londons Straßen |
Während
auf deutschem Gebiet das Kaffeetrinken eher zu einer privaten Angelegenheit wurde,
sinnierte Honoré de Balzac in seiner Novelle Massimilla Doni
über die soziale und politische Rolle des Kaffeehauses: Das Café
Florian in Venedig ist ein Advokatensprechzimmer, eine Börse, ein Theaterfoyer,
ein Klub, ein Lesekabinett ...Natürlich wimmelt es im Café von politischen
Spionen; aber ihre Gegenwart schärft das Genie der Venezianer, dass sie die
Jahrhunderte alte ererbte Wachsamkeit nicht vergessen...
um
1850
Kaffee war endgültig zum Volksgetränk geworden. Der wohlhabende
Bürger genoss ihn morgens und nachmittags. Von den ärmeren Schichten
wurde Kaffee als eine Art Universalmahlzeit genutzt. Den ganzen Tag über
stand das Kaffeegetränk zumeist in Form von Kaffeesuppe mit Brotbrocken auf
dem Herd.
Das
hatte allerdings weniger mit Genusssucht zu tun, sondern eher damit, dass Industrialisierung
und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten die Zubereitung von vollständigen
und nahrhaften Mahlzeiten nicht zuließ und
Kaffee immerhin munter machte und die Hungergefühle dämpfte. Eine |  Historische Kaffeemaschinen | Streckung
des teuren Kaffees mit Surrogaten, wie z.B. Zichorie, war durchaus üblich.
1898 Die
Kaffeesorte Robusta wurde im großen Kongobogen in Afrika entdeckt. Heute
liefert diese Kaffeesorte etwa 40 % der Weltproduktion. |
19.
Jahrhundert Die Geschichte des Kaffees wurde in diesem Jahrhundert geprägt
durch die Bildung des spezialisierten Kaffeehandels, vom Produktionsland über
die Börsen, die Röstereien bis hin zum Verbraucher. Kaffee-Anbau und
-Produktion beeinflussten sich gegenseitig, die Erfindung der Dampfschifffahrt
revolutionierte das Transportwesen und die Verbesserung der Kommunikation, z.B.
durch die Überseetelegrafie, schaffte die Voraussetzungen, dass schnelle
Nachrichten anstelle von Gerüchten die Preisfindung bestimmten. | |
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| |
Die
Funktion der Kaffeemühlen hat sich nicht geändert, wohl aber ihr Aussehen
und ihre Technik. Zwischen den schönen Handmühlen aus Uromas Zeiten
und den modernen elektrischen von heute, liegen mehrere hundert Jahre. |
Beginn
20. Jahrhundert Brasilien war längst zum größten Kaffeeproduzenten
der Welt geworden. Sporadisch übertraf allein die Kaffee-Erzeugung dieses
Landes die Nachfrage nach diesem Produkt. So drückte die Überproduktion
Brasiliens den Kaffeepreis an der New Yorker Terminbörse im Jahr 1903 auf
das niedrigste Niveau (3,55 US-cents per lb), was je erfasst wurde. 1906 produzierte
Brasilien eine Rekordernte von rund 20 Millionen Sack. Mit Unterstützung
von wichtigen Verbraucherländern kaufte der brasilianische Staat den Kaffee
auf, um ihn dadurch künstlich aufzuwerten (Valorisation).
| In
vielen Erzeugerländern zählt der Kaffee zu den wichtigsten Agrargütern.
Seine Bedeutung findet ihren Ausdruck auch auf Banknoten und Briefmarken.
Hier die Abbildung eines 5-Colones Geldscheines aus Costa Rica. |
|
20.
Jahrhundert bis heute
Das Kaffeerösten im Haushalt wurde endgültig
vom industriellen Fertigprodukt abgelöst. Erfindungsgeist ließ das
Kaffee-Angebot für den Verbraucher immer vielfältiger werden. 1901 präsentierte
der Japaner Dr. Sartori Kato auf einer bedeutenden Ausstellung das erste lösliche
Kaffeepulver. 1938 legte die Firma Nestlé den Grundstein für die kommerzielle
Vermarktung des löslichen Kaffees, auch Extraktkaffee oder Instantkaffee
genannt. Um 1900 erfolgten die ersten Versuche zur Entkoffeinierung des Kaffees.
Aber erst Ludwig Roselius verhalf dem entkoffeiniertem Produkt als Kaffee
HAG (Patent 1905) zum weltweiten Erfolg. | |
| Der
Anstieg der Nachfrage machte Kaffee zum zweitwichtigsten Handelsgut nach Erdölprodukten.
Begleitet wurde diese Entwicklung durch Phasen von Überproduktion, sogar
von Kaffeeverbrennung, Preiseinbrüchen, Weltwirtschaftskrise, Konsumrückgängen
während zweier Weltkriege und der Schaffung von Weltkaffee-Abkommen (siehe
dazu Kapitel 5.4.2.) zur Stabilisierung der Kaffeepreise. In Deutschland wurde
Kaffee nach dem Ende des II. Weltkriegs zu einem Symbol von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.
Kaffeetrinken hieß, sich wieder etwas leisten zu können.
...
bis heute Die Kaffeeproduktion wird weiter industrialisiert. Löslicher Kaffee
wird erfunden. 1905 wird ein Patent zum herstellen Koffeinfreien Kaffees
| | angemeldet.
Der Kaffeekonsum steigerte sich Weltweit von 600.000 Säcken Rohkaffee im
Jahr 1750 bis auf 94 Mio. Säcken Rohkaffee im Jahr 1995. Sollte man da nicht
das alte türkische Gesetz wieder einführen: "Wenn ein Mann seiner
Ehefrau den Kaffee verweigert, so gilt dies als Scheidungsgrund. |
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Griffel
- Kaffeeblüte
Die fünfgliedrigen
Blüten sind weiß und erinnern in Duft, Farbe und auch ein wenig in
der Form an Jasmin. Sie stehen gehäuft in den Blattachseln, verblühen
in relativ kurzer Zeit und sind nur wenige Stunden befruchtungsfähig. Nach
drei bis vier Tagen fallen die Blüten ab. Die Blüte setzt nach der Trockenperiode
unmittelbar nach den ersten Regenfällen ein. An einem erwachsenen Baum können
30.000 bis 40.000 Blüten sein. Die vergleichsweise lange Blüteperiode
unterteilt sich in Vor-, Haupt- und Nachblüte. Sowohl
vom Blüten- als auch vom Fruchtansatz lassen sich schon erste Schätzungen über die zukünftige Kaffee-Ernte ableiten. Diese spielen gerade in großen Produktionsländern eine wichtige Rolle für die Markteinschätzung und üben einen erheblichen | |
Einfluss
auf die Preisentwicklung von Kaffee aus. Allerdings können Frost oder Dürre
diese ersten Einschätzungen zunichte machen, und die Gesamtmarktsituation
stellt sich dann völlig anders dar. |
Grossbritannien
- Coffee Bars
Wie sieht die Coffee Bar-Szene in anderen
Länder aus?
Auf dem europäischen
Festland steckt der neue Kaffeekult hingegen noch in den Kinderschuhen.
Zu
unterschiedlich sind nationale Trinkgewohnheiten, zu stark lang geübte Kaffeetraditionen
und zu differenziert die Qualitätsansprüche und Geschmackspräferenzen,
als dass ein europäischer Gleichschritt erwartet werden könnte.
Deutschland Immer
mehr Coffee-Bars und Coffee-Shops nach amerikanischem Vorbild öffnen ihre
Pforten. Heute findet man sie schon in sehr vielen guten Lauflagen der Innenstädte,
Einkaufszentren, Bürovierteln, Bahnhöfen und Flughäfen. Es tummeln
sich dort vornehmlich jüngere Leute - vom jung-dynamischen Bürotypen
über Stadtbummler bis hin zum trendigen Jugendlichen. Auffallend in solchen
Coffee-Bars ist die Vielfalt von Sorten und Zubereitungsarten beim Kaffee. Es
werden meist 20 oder mehr Kaffeegetränke, heiß oder kalt in normal,
tall, grande oder im Pappbecher als "coffee to go" angeboten. Grossbritannien Landesweit
tummeln sich die Kaffeegeniesser in ca. 1500 Coffee Bars. Beobachter rechnen mit
einem weiteren Zuwachs, wenn auch mit sich verlangsamender Geschwindigkeit. Die
Schätzungen für 2003/2004 liegen zwischen 2100 und 2400 Outlets, wobei
die grössten Wachstumschancen eher ausserhalb Londons liegen dürften.
Die vier grossen Anbieter beanspruchen derzeit gemeinsam einen Marktanteil von
60% in Grossbritannien. Coffee Shops von Costa Coffee, Starbucks, Coffee Republic
und Caffè Nero sind, speziell in London, fast an jeder Ecke zu finden.
Diese grossen Ketten werden in Zukunft einen noch grösseren Marktanteil erobern
können, wobei unabhängige Anbieter in Zweitlagen ausserhalb der grossen
Städte nach wie vor ihre Rolle werden spielen können. Getragen wird
die Bewegung in Grossbritannien von dem Wunsch vieler Verbraucher nach einer "Coffee
Culture", in einem Land, das erst jüngst über die löslichen
Produkte zum Kaffeegetränk gekommen ist und in dem eine fundamentale Änderung
des Lebensstils stattfindet. Coffee Bars sind anstelle der Pubs die neuen Treffpunkte
und dienen als soziale Bühne für die Kunden. Zunehmend bedeutender wird
für Coffee Shops auch die Rolle als Zwischenversorger für Food und andere
Produkte wie Fruchtsäfte und Tee. Schweiz Auch
beim Kaffee ist die Schweiz dreigeteilt: Während im deutschschweizerischen
Teil die Café Crème-Trinker zuhause sind, bevorzugen die Westschweizer
eher dunklere Röstungen und den Espresso, der im Tessin die meisten Anhänger
hat. Generell gilt, je südlicher, desto dunkler. Diese spezielle Ausgangslage
bietet Platz für viele Konzepte, wirft aber Probleme im Hinblick auf eine
nationale Expansion inländischer Unternehmen auf. Auf der anderen Seite scheint
die Schweiz für grosse internationale Anbieter ein idealer Testmarkt zu sein.
Sowohl Starbucks als auch Aroma betraten in der Schweiz das europäische Festland.
Ebenso leitete Il Caffè di Roma dort seine über die spanischen Grenzen
hinausgehende Expansion ein. Dominiert wird der Markt heute von den Ketten Spettaculo
und Starbucks, wobei letzterer mit seinen hohen Verkaufspreisen anderen Betrieben
in der Schweiz neue Preisgestaltungsräume eröffnet. Insgesamt dürfte
die Anzahl der Coffee Shops die Grenze von 50 noch nicht überschritten haben.
Einige nationale Anbieter richten derzeit ihre Blicke über die Schweizer
Grenze in die benachbarten Länder. Österreich Die
Coffee Shop- Szene in Österreich befindet sich noch in den Anfängen,
sieht man von dem italienischen Espresso Bar-Franchisegeber Segafredo ab. Er ist
seit 1989 mit rund 50 Outlets präsent. Insgesamt dürfte es derzeit zwischen
70 und 80 Betriebe insgesamt in Österreich geben. Eigene Konzepte nationaler
Anbieter gibt es bis dato nicht. Internationale Ketten, wie z.B. Testa Rossa,
Nannini, Cup & Cino bestimmen das Bild. Auch Starbucks hat sich für Dezember
2001 angesagt und in Wien eine seiner grössten Filialen eröffnet. Zusätzlich
sind Tchibo und Eduscho mit einer Vielzahl von Outlets in Österreich vertreten.
Ganz bewusst positionieren sich die Coffee Shops in Österreich bisher preislich
unter den ehrwürdigen Wiener Kaffeehäusern. Spanien Nach
jahrelangem rasantem Wachstum haben sich die spanischen Coffee Bar-Ketten im Jahr
2001 eine Ruhepause zur Konsolidierung und strukturellen Anpassung verordnet.
Zusammen kommen die Top 6 Kaffeebar-Systeme in Spanien auf rund 350 Betriebe.
Die meisten Anbieter blicken schon auf eine vergleichsweise lange Bartradition
zurück. So starteten die derzeit wichtigsten Anbieter Jamaica (rund 130 Betriebe),
Il Caffè di Roma (50), Café y Te (44) und Illycafé mit Expresso
(65) schon 1993/94. Nordeuropa In
den Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, leben die Weltmeister
im Kaffeetrinken. Seit dem 17. Jahrhundert ist in dieser Region der Kaffee bekannt.
Hochwertige Arabica-Röstkaffeemischungen dominieren den Haushaltsver-brauch
und damit den Markt. Das Angebot in den Coffee Shops muss sehr gut sein, um einen
Skandinavier aus seinen eigenen vier Wänden oder seinem Büro zu locken
und ihn dazu zu bringen, sein geliebtes Heissgetränk in einer Coffee Bar
zu geniessen. Bisher haben die grossen internationalen Ketten aus den USA und
Grossbritannien einen Bogen um diesen anspruchsvollen Markt gemacht. Noch dominieren
die heimischen Anbieter in Skandinavien. Wirklich interessant dürfte es werden,
wenn sich das US-Unternehmen Starbucks ab dem nächsten Jahr intensiver mit
dem nordeuropäischen Markt beschäftigt. Immerhin sieht der Gigant ein
Potenzial von 300 eigenen Coffee Shops in Skandinavien. Laut Planung will er im
Jahr 2003 in Schweden, Norwegen und Dänemark, sowie 2004 in Finnland mit
Betrieben einsteigen. Norwegen Norwegen
nimmt in Nordeuropa bei Coffee Shops die führende Rolle ein. Beginnend mit
einem im typischen US-Stil gestalteten Coffee Shop hat sich die Zahl der Coffee
Bars von 1999 bis heute auf 300 400 Betriebe erhöht. Es heisst, Oslo
habe eine höhere Coffee Bar-Dichte als Seattle. Dabei sind es eher lokale
Spezialitätenröster, die das Land mit Coffee- Outlets versorgen. Die
grossen Röstkaffee-Unternehmen stehen derzeit eher noch abseits. Dänemark In
Dänemark gibt es eine Vielzahl von Coffee Shops, die Einzelunternehmern gehören.
Von überregionaler Bedeutung ist bisher nur die kleine Kette Baresso. Finnland Gerade
Finnland dürfte sich als das schwierigste Terrain für Coffee Shops erweisen.
Dort glänzt Kaffee in seiner klassischen Form: Geröstet, aber nicht
entkoffeiniert, kaum lösliche Produkte und so gut wie kein Espresso. Kaffeespezialitäten
werden es hier schwerer haben als anderswo, und Marktexperten rechnen mit einem
längeren Zeitraum für die Durchsetzung von Coffee Shop-Konzepten. Immerhin
gibt es in Helsinki bereits einige Coffee Bars. Schweden Auch
in Schweden befinden sich die Coffee Shop-Konzepte noch in den Anfängen.
Angesichts des Interesses, mit dem die Bevölkerung dort amerikanische TV-Serien
und Hollywood-Filme betrachtet, stehen die Chancen für eine Coffee Bar-Szene
in diesem Land allerdings gut. Die bisher existierenden Coffee Shop-Ketten sind
daher zuversichtlich hinsichtlich des Wachstumspotenzials, zumal der schwedische
Verbraucher aufregenden neuen Kaffeegetränken grundsätzlich positiv
gegenübersteht.
Guatemala
- Kaffeeanbau in Mittelamerika / Karibik Kaffee
aus Guatemala hat den Ruf, einer der besten der Welt zu sein. Heute wird Kaffee
grösstenteils im Süden des Landes angebaut, wo die Berghänge der
Sierra Madre mit ihren fruchtbaren Böden ideale Voraussetzungen bieten. Der
SHB-Kaffee besticht durch vollmundige, edle Fülle und feine Säure. Antigua
ist die bekannteste Anbauregion Guatemalas. Von den Hochlandkaffees dieser Region
ist der El Pulcal der beste. Dieser Kaffee ist noch vollmundiger und rauchiger
im Geschmack als andere guatemaltekische Kaffees. Seit der Gründung eines
Spezialkaffee-Verbandes wird Guatemala für den Gourmet-Kaffeemarkt immer
wichtiger. Ein reiches
Aroma und viel Körper zeichnen diesen oft exquisiten Kaffee aus. Die harmonische
Milde mit leichten Säurespitzen macht ihn sehr angenehm und bekömmlich.
Ein herausragendes Anbaugebiet ist Antigua. Hier besticht neben dem vollmundigen
Geschmack noch eine elegante Bitternote. Auch Kaffees aus dem Distrikt Coban sind
hervorragend. Der durch
Qualitätsmängel ramponierte Ruf des einst hochgeschätzten guatemaltekischen
Kaffees gewinnt nicht zuletzt durch das dollarstarke Förderungsprogramm der
USA neuen Glanz. Arabicas werden auf die Wurzeln der widerstandsfähigeren
Robustas gepfropft und dadurch resistenter gegen Parasitenbefall, dem schon einmal
die Plantagen zum Opfer fielen. Die nur zwei bis drei Meter hohen Büsche
wachsen auf den 1600 Meter hohen Anbaufeldern an den Hängen des Vulkans Atitlan
und gleichen dichten Bergwäldern. Hier gedeiht auch der begehrte Antigua.
Sein hoher Säureanteil und würziger Geschmack garantiert mit jeder Tasse
herzhaften Kaffeegenuss. Der heutige Ertrag liegt bei über vier Millionen
Sack. |