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Haiti - Kaffeeanbau in Mittelamerika / Karibik
Trotz politischer Probleme schafft es Haiti, einige recht gute Kaffees zu produzieren, wenn auch deren Qualität Schwankungen unterworfen ist. Der Grossteil des Kaffees stammt aus organischem Anbau. Der Kaffee zeichnet sich durch einen kraftvollen Körper und ein ausdrucksvolles Aroma aus. Trotz ausgeprägter Säure ist er weich im Geschmack.
Die meisten Plantagen stehen auf vulkanischen Böden in etwa 500 Metern Höhe, wo heftige Regenfälle den Bau teurer Bewässerungssysteme erübrigen. Zum Vorteil der meist armen Farmer: Sie können sich nicht einmal Kunstdünger oder Spritzmittel gegen Insekten und Unkraut leisten. So wachsen zwangsläufig Bio-Arabica heran, allerdings schwanken die Qualitäten. |
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Handhebelgeräte - La Pavoni
Urform des Handhebelgerätes
Bei dieser Urform einer echten Pavoni wird in einem grossen Boiler das gesamte eingefüllte Wasser erhitzt und auf Temperatur gehalten. Bei dieser "Urform" einer echten Espressomaschine (am bekanntesten: La Pavoni) wird in einem grossen Boiler das gesamte eingefüllte Wasser erhitzt und auf Temperatur gehalten. Für die Kaffeezubereitung wird eine Portion Wasser über ein Ventil in eine separate Kammer gefüllt. Anschliessend wird über den Hebel der Druck in dieser Kammer aufgebaut -maximal etwa |
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9 bar. Das ist genug Druck, um eine Crema zu erzeugen. Leider arbeiten die Geräte prinzip bedingt mit zu heissem Wasser. Der Kaffee verbrennt dadurch (und wird bitter), und auch die Crema veflüchtigt sich schnell wieder. Die technische Grundkonstruktion dieser Zubereitungsmethode ist seit Jahrzehnten unverändert geblieben. Man kann festhalten: Schöne, chromblitzende Geräte mit altem Flair und einem für die damalige Zeit guten Caffè-Ergebnis, aber heue gibt es besseres für weniger Geld. |
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Harrar - Äthiopien - Kaffeeanbau in Afrika
Die Urheimat des Arabia-Kaffees ist Äthiopien und benannt wurde er nach der äthiopischen Provinz Kaffa. Heute ist Äthiopien ein wichtiges Kaffee-Erzeugerland und von allen afrikanischen Staaten der Hauptexporteur von Arabica-Bohnen. Äthiopische Qualitätskaffees sind unverwechselbar im Geschmack und zählen zu den besten der Welt. Etwa 50% der Kaffeeproduktion werden in Höhenlagen um 1500 m angebaut. Kaffee aus Harer, einem der höchstgelegenen Anbaugebiete überhaupt, wird in Shortberry und Longberry unterteilt, wobei letzterer die begehrtere Sorte ist. |
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Der Longberry Harer ist weich, weinig, ausgesprochen würzig-kräftig mit feiner Säure - ein Kaffee von unvergleichlichem Aroma. Im Anbaugebiet Jima wird auf einer Höhe von 1200 m wildwachsender Kaffee geerntet, der als Lima und Babeka auf den Markt kommt.
Die wohl härtesten Bohnen sind die Yirgacheffies, die nach Japan und Europa ausgeführt werden. Die grösste Einzellieferung dieser Bohnen erhält die Rösterei Dallmayr aus Deutschland. Äthiopischer Kaffee ist nicht leicht zu beschreiben. Er sollte nicht zu stark geröstet werden, da er sonst seinen besonderen Charakter verliert. Guter Kaffee aus Äthiopien hält einen Vergleich mit feinen Kaffeesorten anderer Herkunft durchaus aus und für die Arabicas werden Höchstpreise erzielt. Ein Grossteil des Kaffees wird nach Deutschland, Frankreich, Japan und in die USA ausgeführt.
Die berühmteste Sorte heisst Harrar.
Im Geburtsland der Kaffeepflanze wird auch heute noch ein besonderes Gewächs gezüchtet. Die Hochlandbohne hat zwar nur wenig Körper, überzeugt jedoch mit feinem Duft und einem dezenten Aroma, mit elegant austarierter Säure, die mitunter auch scharf wird. Die berühmteste Sorte heisst Harrar und wirkt manchmal spritzig und wild auf der Zunge. |
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Hawaii - Kaffeeanbau in Mittelamerika / USA Der
Kaffeeanbau erfolgt an den Hängen des Vulkans Mauna Loa im westlichen Kona-Distrikt.
Kona verzeichnet weltweit die höchsten Erträge an Arabica-Kaffee und
dies bei gleichbleibend hoher Qualität. Echter Kona-Kaffee ist gar nicht
so leicht zu bekommen, da für den Anbau nur eine beschränkte Fläche
zur Verfügung steht. Der beste Kona-Kaffee
wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet, es ist aber auch Plantagenkaffee
und biologischer Kaffee erhältlich. Ein Grossteil des als "Kona" vermarkteten Kaffees enthält weniger als 5% | | echten hawaiischen Kona. Eine
gute Alternative ist der Hawaii Kona Farms in den USA.
Der
exzellente Südseekaffee hat einen gehaltvollen, schönen, fruchtigen,
Körper, aber nicht viel Säure. Leichte, süsse Nussnoten heben den
lieblichen Geschmack. Die beste Sorte heisst Kona und ist pur kaum zu bekommen.
Man sagt, dass die Kaffeepflanze nirgendwo sonst auf der Welt so ideale Wachstumsbedingungen
hat wie auf Hawaii. Amerikanische
Luxushotels und Spitzenrestaurants reissen sich um den Top-Kaffee der Insel: den
Kona. Der berühmte Kaffee wird im Kona-Distrikt auf der Hauptinsel erzeugt.
Er gedeiht unter optimalen Boden- und Witterungsbedingungen in einer Höhe
von 250 bis 750 Metern an den Westhängen der Vulkane Mauna Loa, Hualalai
und Mauna Kea. Hier werden höchste Erträge pro Quadratmeter erzielt.
Insgesamt produzieren die Hawaii-Inseln zwischen 16 000 und 24 000 Sack im Jahr.
Ein reiner Hawai-Kona
ist daher kaum zu bekommen. |
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| | | | Hawelka
- berühmte Kaffeehäuser - Wien - Literaten- und Künstlerkaffeehaus.
Treffpunkt von Hundertwasser, Fuchs, Qualtinger und Heller. Das Café Hawelka
im 1. Wiener Bezirk stellt eines der letzten der grossen zentraleuropäischen
Tradition entsprechenden Literaten- und Künstlerkaffeehäuser dar. Es
wird von Leopold Hawelka und seiner Frau Josefine immer noch so geführt wie
vor 60 Jahren, als sie eröffneten. Drei Generationen von
Hawelkas arbeiten jetzt im Kaffeehaus. Künstler entdeckten
|  | | immer wieder das
Hawelka: Friedensreich Hundertwasser, Ernst Fuchs, Helmut Qualtinger und Oskar
Werner, der Dirigent Nikolaus Harnoncourt, der Sänger Georg Danzer und auch
André Heller zählten und zählen zu den Stammgästen. Adresse:
Café Hawelka, Dorotheergasse 6, Wien. Geöffnet von 8 bis 2 Uhr. |
Hektarerträge |
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Kaffee: Anbauflächen von Kaffee und Hektarerträge
in ausgewählten Produktionsländern. Stand 2002.
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| Land |
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Anbaufläche in ha |
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Ertrag in kg je ha. |
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Brasilien |
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2.615.000 |
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805 |
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Costa Rica |
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107.000 |
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1.566 |
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Elfenbeinküste |
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1.215.000 |
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150 |
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El Salvador |
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178.000 |
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495 |
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Guatelala |
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263.000 |
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900 |
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Indien |
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347.000 |
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900 |
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Indonesien |
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1.110.000 |
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350 |
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| Kolumbien |
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805.000 |
|
860 |
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| Mexiko |
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730.000 |
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450 |
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| Uganda |
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300.000 |
|
600 |
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| Vietnam |
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520.000 |
|
1.350 |
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| Welt |
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10.828.910 |
|
680 |
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| Quelle: FAO, USDA |
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Historie
- Kaffee Wie
kam der Mensch eigentlich auf die Idee, Kaffee zu trinken? Was ist Legende,
was ist Fakt? Die Geschichte des Kaffees wird in diesem Kapitel aufgezeichnet
und kann anschaulich nachvollzogen werden. Wahrscheinlich
gibt es den Kaffeebaum schon seit der Urzeit. Die Kaffeepflanze war dem Menschen
schon sehr früh bekannt. Allerdings dauerte es eine ganze Zeit bis mit durch
Rösten veredeltem Kaffee Getränke hergestellt wurden. Legenden Da
die Geschichte des Kaffees vor dem Jahr 1500 sehr vage ist und handfeste Daten
fehlen, umranken reich ausgeschmückte Erzählungen die Ursprünge
des Kaffees. Das Grundmotiv dieser Legenden ist die Entdeckung und Nutzung der
anregenden Wirkung des Kaffees. In
der Legende, die der Maronitenmönch Faustus Naironus Banesius,
ein gebürtiger Syrer, 1671 aufzeichnet, wird der Kaffee durch das auffällige
Verhalten einer Viehherde entdeckt. Hirten aus Kaffa im Lande Abessinien beklagten
sich bei den Mönchen eines nahe gelegenen Klosters, dass ihre Tiere bis nachts
keine Ruhe finden würden und überhaupt keine Müdigkeit zeigten.
An der Stelle, wo die Tiere grasten, fanden die Mönche eine dunkelgrüne
Pflanze, die grüne, gelbe und rote kirschenartige Früchte trug, von
denen die Tiere geknabbert hatten. Die Mönche bereiteten sich daraus einen
Aufguss zu und siehe, ohne das geringste Bedürfnis nach Schlaf konnten sie
nun nachts wachen, beten oder angeregte Unterhaltungen führen. Eine
andere Geschichte bemüht den großen Propheten Mohammed.
Orientalische Märchenerzähler berichten, dass dem todkrank und ermattet
danieder liegenden Propheten der Erzengel Gabriel erschien mit einer Schale dampfender,
dunkler Flüssigkeit. Nach dem Genuss des Getränks gesundete Mohammed
unvermittelt, gewann seine Lebensgeister wieder und konnte mit dieser himmlischen
Stärkung ein riesiges islamisches Reich zusammenführen, wie es die Welt
bis dahin noch nicht gesehen hatte. Eine
weitere Sage rankt sich um einen jungen Derwisch
namens Omar. Verleumdet und unschuldig verurteilt wurde er mit seinen Gefährten
in eine abgelegene Steinwüste verbannt. Halb verhungert und am Ende seiner
Kräfte probierte er von den Früchten eines ihm unbekannten Strauches.
Wie durch ein Wunder genesen kehrte er in die Stadt zurück und brachte Kunde
von der magischen Frucht. Alle wollten nun von dieser Frucht kosten und Omar wurde
mit Ehren überhäuft und der Kalif schenkte ihm sogar einen Palast.
Erste
bildliche Darstellung des Kaffees.
Alle
Coffea-Arten haben ihren Ursprung in Afrika. Die am längsten bekannte wild
wachsende Art ist der Arabica-Kaffee. Sein natürliches Verbreitungsgebiet
liegt im südwestlichen Hochland Äthiopiens sowie im angrenzenden Boma
Plateau im Sudan.
Dort gedeiht er als Unterwuchs in kühlen schattigen
Wäldern in Höhenlagen zwischen 1.300 bis 1.800 m über NN. Andere
Wildarten wachsen in der tropischen Regenwaldvegetation.
So wurde wild wachsender
Robusta-Kaffee 1889 im Kongo entdeckt. Aber auch in einigen anderen Regionen Westafrikas
nahe des Äquators kommt er verstreut vor.
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Fakten Der
Kaffeebaum hat mit Sicherheit schon in Frühzeiten existiert, geblüht
und Früchte getragen. Die Urheimat dürfte Äthiopien, dort das abessinische
Hochland, vielleicht die Provinz Kaffa, gewesen sein. Die Annahme, dass die in
dieser Region lebenden Menschen die Früchte des Baums gekannt haben, ist
nicht von der Hand zu weisen. Eine Veredlung der Kaffeebohne durch den Röstprozess
und die Zubereitung eines Getränks ist jedoch sehr unwahrscheinlich und lässt
sich nicht nachweisen.
11.
Jahrhundert Das Heilmittel "Bunchum"
wird zum ersten mal schriftlich erwähnt. Später wurde das daraus abgeleitete
Wort "bunc" im Zusammenhang mit Kaffeeanbau gebraucht. Die Historiker
streiten sich, ob dies als Beweis für die Bekanntheit des Kaffee schon zu
dieser Zeit gelten kann. Anfang 11. Jahrhundert Von Ibn-Sina (Avicenna), einem
Heilkundigen und Philosophen aus Arabien, stammt die erste schriftliche Erwähnung
eines Heilmittels Bunchum, das aus dem Jemen kam. Dass rund 500 Jahre
später die Bezeichnung Bunc für Kaffeeanbau und -bohne genutzt
wurde, gilt einigen Historikern als Beweis, dass Avicenna schon den Kaffee gekannt
haben könnte. Verwunderlich erscheint nur, dass über mehrere Jahrhunderte
keine Hinweise auf das Produkt Kaffee auftauchten. | |
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Mitte
15. Jahrhundert Ein arabisches Manuskript
von 1587 belegt erstmals eindeutig Kaffekonsum in der arabischen Welt. Da dieses
Manuskript ein etwa 100 Jahre älteres Manuskript zitiert ist also Kaffeekonsum
seit Mitte des 15. Jahrhundert nachgewiesen.
Seit Mitte des 15. Jahrhunderts
scheint Kaffee in Arabien getrunken worden zu sein. Dies geht aus einem berühmten
arabischen Manuskript aus dem Jahr 1587 über den Kaffeeverbrauch hervor.
Es stammt von Abd-al-Kafir und wird in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrt.
Die Schrift basiert auf Aufzeichnungen eines Arabers namens Shihab-ad-Din, die
gut 100 Jahre älter sein sollen, aber nicht mehr in schriftlicher Form vorliegen. Ein
anderer zeitgenössischer Bericht wird so interpretiert, dass der Scheich
Gemaleddin, Mufti zu Aden, im Jahr 1454 in Jemen Kaffeekulturen anlegen
ließ, für die der Samen oder die Pflanzen aus den abessinischen Bergen
geholt worden waren. 2.
Hälfte 15. Jahrhundert In diesem Zeitabschnitt eroberte die Kaffeebohne
über Mekka und Medina das arabische Großreich und gelangte beispielsweise
im Jahr 1510 nach Kairo. Gerade die unzähligen Pilger, die das Heiligtum
der Mohammedaner in Mekka besuchten, dürften die Kunde von dem neuen Getränk
verbreitet haben. 16.
Jahrhundert Die arabisch-türkische
Welt bezog ihre Kaffeebohnen fast ausschließlich aus dem Südjemen.
Hauptausfuhrhäfen waren die Städte Mocha am Roten Meer und Jiddah, der
Vorhafen Mekkas. Anfang
16. Jahrhundert Das Osmanische Reich war mit der Einverleibung des Kalifats
Ägypten auf seinem Höhepunkt angelangt. Dies war zugleich auch ein Höhepunkt
für die Ausbreitung des Kaffee, der überall |
 Ältestes
Transportmittel für den Kaffee war das Kamel. Eine Karawane bringt feinen
"Mocha" zum Hafen.

Türkischer
Kaffeeverkäufer
| im Osmanischen Reich getrunken wurde. Es entstanden in allen Winkeln Kaffeehäuser, wo der
Genuss dieses Getränks die Menschen zusammenbrachte.
1. Hälfte
16. Jahrhundert Die Expansion des auf dem Höhepunkt seiner Macht stehenden
Osmanenreiches trug den Kaffee in alle Winkel der beherrschten Gebiete. So spielte
Kaffee sowohl in Arabien wie auch in Kleinasien, Syrien, Ägypten und im südöstlichen
Europa eine zunehmend wichtige Rolle. Überall entstanden Kaffeehäuser,
in denen man sich dem öffentlichen Genuss
des Getränks hingeben konnte. 1510
In diesem Jahr gelangte die Kaffeebohne erstmals nach Kairo. Ausserdem eroberte
der Kaffe langsam das arabische Grossreich.
1511 Ein Zeichen für
die Popularität des Kaffeegenusses in Arabien war, dass Anfang des 16. Jahrhunderts
ein großer Streit über die Nützlichkeit oder Schädlichkeit
des Kaffeetrinkens entbrannte. Dieser politisch-religiös motivierte Kampf
führte 1511 zur Schließung der Kaffeeschänken in Mekka durch Khair-Beg,
dem Statthalter des ägyptischen Sultans. Er wollte Neuerungen durchführen
und wurde deshalb vom Volk verspottet. Seine Nachforschungen ergaben, dass es
immer die Kaffeetrinker waren, die diese Scherze über ihn unter
das Volk brachten. Außerdem soll er jeglichem Sinnesgenuss abhold gewesen
sein. Der Sultan von Ägypten hob dieses Verbot jedoch zur Freude der Kaffeetrinker
wieder auf. 1511
Der wohl erste Streit über Sinn und Unsinn des Kaffeekonsums wurde in
Arabien ausgetragen, nachdem ein politischer Funktionär feststellte, dass
Kaffeetrinker über ihn Scherzten. Es kam kurzfristig zur Schliessung aller
Kaffeschänken. Der Sultan von Ägypten hob die Schliessungen aber bald
wieder auf. 1517 Von
nun an sollten die Türken über einen Zeitraum von rund 100 Jahren die
Ausbreitung des Kaffees zu ihrer Sache machen. Sultan Selim I., Herrscher über
das Osmanische Reich, hatte sich Syrien, Jemen und Ägypten einverleibt. Im
Jahre 1517 war die letzte Bastion, das Kalifat Kairo, gefallen. Mekka und Medina
kamen zum gleichen Zeitpunkt unter türkische Herrschaft. 1530/1532 Es
wurden die ersten Kaffeehäuser in Damaskus und Aleppo, zwei städtischen
Siedlungen in Syrien, eröffnet. 1554 Die
beiden Kaufleute Hakim von Aleppo und Dschems von Damaskus gründeten das
erste Kaffeehaus auf europäischem Boden in Konstantinopel. 1592
Die erste detaillierte Zeichnung und Beschreibung der Kaffeepflanze
und -frucht wird vom Italienischen Arzt Prosper Alpinus erstellt. |
1582 Der
Augsburger Medicus Leonhart Rauwolf bereiste in den Jahren 1573 - 1576 den Vorderen
Orient und lernte in Aleppo den Kaffee kennen. In seinem Reisebericht aus dem
Jahr 1582 beschreibt er als erster Europäer das Getränk, den Ausschank
und den Grundstoff. Er weiß von dem Getränk folgendes zu berichten:
Under andern habens ein gut getränck / welliches sie hoch halten /
Chaube von jenen genennet / das ist gar nahe wie Dinten so schwartz / unnd in
gebresten / sonderlich des Magens / gar dienstlich. 1592 Der
italienische Arzt und Botaniker Prosper Alpinus bereiste im Zuge venezianischer
Handelsaktivitäten Ägypten vom Jahr 1580 an. Ein Ergebnis dieser Reise
war das Werk De Plantis Aegypti Liber, das 1592 in Venedig erschien
und in schriftlicher Form die ersten detaillierten Zeichnungen sowie Beschreibungen
der Kaffeepflanze und -frucht enthielt.
Ende 16. Jahrhundert Immer
mehr Informationen über das Kaffeegetränk werden von Forschern
und Reisenden nach Mitteleuropa mitgebracht. Überall herrschte Verwunderung
über die belebende Wirkung des Kaffee.
16./17.
Jahrhundert Hier liegen die Anfänge der systematischen Kaffeekultivierung
auf vier Kontinenten der Erde. Das arabische Kaffeemonopol viel mit der immer
grösser werdenden Nachfrage im Osmanischen Reich und in Europa.
Anfang
17. Jahrhundert Die ersten Kaffees erreichen Mitteleuropa. Vor allem
die grossen Hafenstädte wie London, Amsterdam, Marseille, Bremen und Hamburg
wurden Kaffezentren in Europa. Die ersten Kaffees kamen nach Europa. Bereits
1595 könnten Kaffeesamen nach Holland gelangt sein, wohl mehr als Kuriosum.
Neugierig geworden durch die Reiseberichte brachten dann unbekannte Handelsreisende
Kaffeebohnen als Proben oder sackweise nach Europa. 1624 traf z.B. ein größerer
Kaffeetransport in Venedig ein. Neben den Hafenstädten, wie z.B. London,
Amsterdam, Marseille und Bremen/Hamburg, entwickelten sich auch Städte
jenseits der Nordgrenzen des osmanischen Reiches zu Zentren des Kaffeeverbrauchs. 1645
Am Markusplatz in Venedig wurde ein Kaffeehaus eröffnet.
ab
Mitte 17. Jahrhundert Von jetzt an darf man von regem Kaffehandel gesprochen
werden. Weitere Kaffehäuser entstehen in Oxford, London, Marseille, Amsterdam,
Den Haag und Paris. 1673
Das erste Kaffeehaus Deutschlands eröffnet in Bremen. 1677
Hamburg zieht nach und errichtet das zweite deutsche Kaffehaus.
1683 Vor
Wien wurden die Türken vernichtend geschlagen. Den Siegern fiel eine unermessliche
Beute in die Hände und der polenstämmige Franz Georg Kolschitzky, der
sich während der Belagerung von Wien durch die Türken große Verdienste
um die Stadt erworben hatte, erhielt als Geschenk die zurückgelassenen Kaffeebestände
und die Erlaubnis für den Ausschank von Kaffee. Damit war Wien mit seinen
Kaffeehäusern zwar ein wenig später dran als andere europäische
Städte, es könnte aber stimmen, dass in dieser Stadt aus dem schwarzen
Türkentrank durch den Zusatz von Honig und Sahne ein Getränk
wurde, das so manchem europäischen Gaumen besser mundete als das Original.
ab
Mitte 17. Jahrhundert Von der Zeit an konnte von einem regen Handel mit Kaffeebohnen
gesprochen werden. Nach und nach machten in vielen Städten Kaffeehäuser
auf: 1650 Oxford, 1652 London, 1659 Marseille, 1663 Amsterdam und Den Haag. 1672
hatten auch die Pariser ihr erstes Kaffeehaus.
2. Hälfte
17. Jahrhundert Informationen über den privaten Kaffeekonsum begannen
spärlich zu fließen. Osmanische Gesandte und ihr prächtiger Hofstaat
dürften die europäischen Fürstenhäuser mit Kaffee bekannt
gemacht haben. Auch Wiener Archive geben Hinweise darauf, dass schon vor der legendären
Eröffnung eines Kaffeehauses durch Kolschitzky in Wien der Kaffee dort bekannt
war und auch konsumiert wurde.
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Titelseite
des Reiseberichts von 1582: Leonharti Rauwolfen, der Artzney Doctorn
und bestelten Medici zu Augspurg. 
Älteste
bekannte Darstellung einer Kaffeegesellschaft in einem 1689 in Deutschland gedrucktem
Buch.

Dem
Retter Wiens und Besitzer des ersten Wiener Kaffeehauses, Franz Georg Kolschitzky,
errichtet die Wiener Kaffeehausbesitzer-Innung ein Denkmal.

"Nicht
für Kinder ist der Türkentrank...", im alten Istanbul ließ
man sich den süßen Mocca von zarter Hand servieren. |
16./17. Jahrhundert
Die Ausbreitung des Kaffee-Anbaus und die systematische Kultivierung auf vier Kontinenten nahmen ihren Anfang. Mit dem steigenden Bedarf im Osmanischen Reich kam das arabische Kaffeemonopol immer stärker unter Druck.
Anfänglich
hatten die arabischen Pflanzungsbesitzer und Fernhändler den Kaffee-Anbau
zum Staatsgeheimnis erklärt. Strenge Bewachung und die Beseitigung
der Keimfähigkeit der Bohnen durch heißes Wasser sollten die Aussaat
an anderer Stelle verhindern.
Mit dem wirtschaftlichen
Aufstieg der europäischen Nationen und dem Erstarken ihrer Handelskraft bemächtigten
sich diese nach und nach des Produktes Kaffee. Speziell die Holländer versuchten
in den Besitz von keimfähigen Bohnen zu kommen. 1616 dürfte ihnen das
zum ersten Mal gelungen sein. Mit den Gründungen der Ostindischen Kompagnie
(1602) und Westindischen Kompagnie (1621) gelang es den Holländern, ihren
Einfluss und ihre Handelsinteressen auf alle Erdteile auszudehnen. Sie waren es,
die 1648 Kaffeepflanzen nach Ceylon brachten, später dann systematisch den
Anbau auf Java, Sumatra, Bali, Timor und Celebes begannen |
Kaffeetransport
in den Holländischen Kolonien. |  |
18.
Jahrhundert Dieser Zeitraum stand
ganz im Zeichen der Revolutionierung der Kaffee-Erzeugung. Von den Kolonialmächten
wurde die Kaffeepflanze nach und nach in alle Gebiete der Erde gebracht, die für
den Kaffee-Anbau geeignet waren. Diese Expansion wäre nicht möglich
gewesen, wenn es nicht parallel dazu den Siegeszug des Kaffeegetränks in
Europa und Nordamerika gegeben hätte. So war Kaffee sowohl als Pflanze als
| Kaffeeplantage
in Brasilien Ende 18. Jahrhundert | | auch als Getränk auf dem Vormarsch. Er wurde zu einem Produkt von weltwirtschaftlichem Rang. Als Importwaregewann er innenpolitische Bedeutung in den Konsumländern. Mit der beginnenden ndustrialisierung avancierte er zum Heißgetränk
für alle Schichten und wurde damit zu einem Haushaltsartikel, der jeden Einzelnen
interessierte. |
18.
Jahrhundert
Parallel zum Siegeszug des Kaffees in Nordamerika und in
Europa werden Kaffeplantagen in allen Regionen der Erde, die die klimatischen
Bedingungen liefern, angelegt. Kaffee mausert sich zu einem Produkt, dass eine
weltwirtschaftliche Relevanz besitzt.
Der Kaffee wurde in dieser Zeit
ein Getränk für alle sozialen Schichten, mit dem die Aufbruchstimmung
des Aufklärungszeitalters ausgedrückt wurde. Dies drückt sich z.
B. in der Kaffeekantate von J. S. Bach aus. Mit der Popularisierung
des Getränks waren viele Probleme zu lösen: Gegenstände zur Zubereitung
mussten entwickelt oder den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Zölle
und Steuern wurden eingeführt, um einerseits den Devisenabfluss zu bremsen
und andererseits das Staatssäckel zu füllen. Die jeweiligen Herrscher
beanspruchten das Monopol auf den Kaffeeverkauf oder versuchten, den Konsum durch
Verbote zu verhindern. Die Idee des Kaffee-Ersatzgetränks wurde geboren.
Anfang
18. Jahrhundert
1718 ließ der Stadthalter von Batavia (Djakarta) Kaffeesamen
nach Südamerika, und zwar Niederländisch Guayana (Surinam), bringen.
Aber auch Franzosen und Engländer waren aktiv in der Verbreitung des Kaffees
in Lateinamerika. Besonders Seekapitäne oder Kolonialoffziere spielten eine
wichtige Rolle bei der Verbreitung des Kaffees. Sie waren es, die häufig
unter größten Anstrengungen Kaffeepflänzchen in die neuen Kolonien
brachten.
Berühmt ist die Geschichte vom jungen französischen
Marineoffizier de Clieu, der 1723 Kaffeebäumchen aus dem Jardin des
Plants in Amsterdam über den Atlantik nach Martinique brachte. Seeräuber
konnten abgewehrt werden, Stürme wurden überstanden und das knappe Trinkwasser
musste mit den vielen Kaffeepflänzchen
geteilt werden.
1720 Seit dem Jahr 1720 wird im zweitältesten Kaffeetempel
Europas, in Leipzig, Kaffee ausgeschenkt. Die Gaststätte Zum Arabischen
Coffe Baum ist nach dem Café Procope in Paris die älteste
bis heute durchgängig betriebene Kaffeeschänke Europas. |
So
stilvoll ließ man sich seinen Kaffee im Rokoko servieren
 Gabriel
de Clieu bringt die empfindlichen Kaffeepflanzen von Amsterdam nach Martinique.
"Coffee,
Coffee muß ich haben, und wenn jemand mich will laben, ach, so schenkt mir
Coffee ein!"
Aus der berühmten Kaffeekantate von Johann Sebastian
Bach mit dem Text von Picander, 1732. 1720 |
1726 Dies gilt als das offizielle Geburtsjahr des Kaffeeanbaus in Brasilien, dem heute wichtigsten Land für den Kaffeeanbau. Wann und unter welchen Umständen der Kaffee in Brasilien, dem später wichtigsten Produktionsland der Erde, eingezogen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Offiziell wurde die Geburtsstunde des brasilianischen Kaffee-Anbaus in das Jahr 1726 gelegt, denn 1926 wurde das 200jährige Jubiläum des Cafeeiro (portugiesisch für Kaffeestrauch) gefeiert. Ob die ersten Pflanzen von Surinam (aus holländischem Besitz) oder von Martinique (aus französischem Besitz) in das Land gelangt waren, muss offen bleiben.
1732 Johann Sebastian Bach stellte seine Kaffeekantate in einem Leipziger Kaffeehaus vor. |
1769
Die erste Zichorienkaffeefabrik auf deutschem Boden nahm in Braunschweig ihren
Betrieb auf. Richtig volkstümlich wurde der Kaffee-Ersatz dann allerdings
erst, als Kaffee von Staats wegen zu teuer oder gar verboten wurde und Napoleon
im Jahre 1806 versuchte, durch die Kontinentalsperre England vom europäischen
Markt abzudrängen. Der so genannte Kontinentalkaffee, ein Surrogatkaffee,
war geboren.
1780 Der Staat hatte den Kaffee als Geldquelle entdeckt und
erschlossen. Kaffeeimport und Kafferösten waren Staatsmonopole. Dies sorgte
für erhebliches Aufsehen und Unruhen. Mit dem Tod Friedrichs des Grossen
waren diese Monopole wieder abgeschafft.
Kaffee durfte nur noch in den
königlichen Röstereien gebrannt werden (Kaffeebrennzwang). Zur Kontrolle
setzte Friedrich der Große im ganzen Land Kaffeeschnüffler
ein, die aufgrund
des verräterischen Kaffeeduftes jede Gesetzes- |
Friedrich
der Große befürchtete, das durch den hohen Kaffeeverbrauch zu viele
Devisen ins Ausland gingen und "gesünder als Kaffee sei Biersuppe ohnehin".
Ein grandioser Erfolg der Brauereilobby jeder Zeit. |
| übertretung riechen und ahnden sollten. Willkür dieser Zöllner, Kaffeeschmuggel, Beschwerden und zunehmender Zorn bei den Bürgern waren die Folge. Mit dem Tode Friedrichs war der Brennzwang dann vom Tisch. |
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19.
Jahrhundert
Der spezialisierte
Kaffeehandel bildet sich aus. Pflanzung, Transport und Röstung werden getrennt.
Durch die Erfindung der Dampfschifffahrt werden die Transportwege für Kaffee
erheblich optimiert. Der Grundstein für einen immer weiter steigenden Verbrauch
ist gelegt.
um 1800 Die
wesentlichsten Anbaugebiete, die sich im sogenannten Kaffeegürtel zwischen
den beiden Wendekreisen um die Erde ziehen, waren von den Kolonialmächten
für den Kaffee-Anbau erschlossen.
Die wenigen verbliebenen weißen Flecken
wurden dann im 19. Jahrhundert erobert. |

Kaffeeverkauf
auf Londons Straßen |
Während
auf deutschem Gebiet das Kaffeetrinken eher zu einer privaten Angelegenheit wurde,
sinnierte Honoré de Balzac in seiner Novelle Massimilla Doni
über die soziale und politische Rolle des Kaffeehauses: Das Café
Florian in Venedig ist ein Advokatensprechzimmer, eine Börse, ein Theaterfoyer,
ein Klub, ein Lesekabinett ...Natürlich wimmelt es im Café von politischen
Spionen; aber ihre Gegenwart schärft das Genie der Venezianer, dass sie die
Jahrhunderte alte ererbte Wachsamkeit nicht vergessen...
um
1850 Kaffee war endgültig zum Volksgetränk geworden. Der wohlhabende
Bürger genoss ihn morgens und nachmittags. Von den ärmeren Schichten
wurde Kaffee als eine Art Universalmahlzeit genutzt. Den ganzen Tag über
stand das Kaffeegetränk zumeist in Form von Kaffeesuppe mit Brotbrocken auf
dem Herd.
Das
hatte allerdings weniger mit Genusssucht zu tun, sondern eher damit, dass Industrialisierung
und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten die Zubereitung von vollständigen
und nahrhaften Mahlzeiten nicht zuließ und Kaffee immerhin munter machte und die Hungergefühle dämpfte. Eine Streckung des teuren Kaffees mit Surrogaten, wie z.B. Zichorie, war durchaus üblich. |

Historische Kaffeemaschinen |
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| 1898 Die Kaffeesorte Robusta wurde im großen Kongobogen in Afrika entdeckt. Heute liefert diese Kaffeesorte etwa 40 % der Weltproduktion. |
19.
Jahrhundert Die Geschichte des Kaffees wurde in diesem Jahrhundert geprägt
durch die Bildung des spezialisierten Kaffeehandels, vom Produktionsland über
die Börsen, die Röstereien bis hin zum Verbraucher. Kaffee-Anbau und
-Produktion beeinflussten sich gegenseitig, die Erfindung der Dampfschifffahrt
revolutionierte das Transportwesen und die Verbesserung der Kommunikation, z.B.
durch die Überseetelegrafie, schaffte die Voraussetzungen, dass schnelle
Nachrichten anstelle von Gerüchten die Preisfindung bestimmten.

|  Handmühle

| Die
Funktion der Kaffeemühlen hat sich nicht geändert, wohl aber ihr Aussehen
und ihre Technik. Zwischen den schönen Handmühlen aus Uromas Zeiten
und den modernen elektrischen von heute, liegen mehrere hundert Jahre. |
Beginn
20. Jahrhundert Brasilien war längst zum größten Kaffeeproduzenten
der Welt geworden. Sporadisch übertraf allein die Kaffee-Erzeugung dieses
Landes die Nachfrage nach diesem Produkt. So drückte die Überproduktion
Brasiliens den Kaffeepreis an der New Yorker Terminbörse im Jahr 1903 auf
das niedrigste Niveau (3,55 US-cents per lb), was je erfasst wurde. 1906 produzierte
Brasilien eine Rekordernte von rund 20 Millionen Sack. Mit Unterstützung
von wichtigen Verbraucherländern kaufte der brasilianische Staat den Kaffee
auf, um ihn dadurch künstlich aufzuwerten (Valorisation).
| In
vielen Erzeugerländern zählt der Kaffee zu den wichtigsten Agrargütern.
Seine Bedeutung findet ihren Ausdruck auch auf Banknoten und Briefmarken.
Hier die Abbildung eines 5-Colones Geldscheines aus Costa Rica. | |
20.
Jahrhundert bis heute
Das
Kaffeerösten im Haushalt wurde endgültig vom industriellen Fertigprodukt
abgelöst. Erfindungsgeist ließ das Kaffee-Angebot für den Verbraucher
immer vielfältiger werden. 1901 präsentierte der Japaner Dr. Sartori
Kato auf einer bedeutenden Ausstellung das erste lösliche Kaffeepulver. 1938
legte die Firma Nestlé den Grundstein für die kommerzielle Vermarktung
des löslichen Kaffees, auch Extraktkaffee oder Instantkaffee genannt. Um
1900 erfolgten die ersten Versuche zur Entkoffeinierung des Kaffees. Aber erst
Ludwig Roselius verhalf dem entkoffeiniertem Produkt als Kaffee HAG
(Patent 1905) zum weltweiten Erfolg. | |
| Der
Anstieg der Nachfrage machte Kaffee zum zweitwichtigsten Handelsgut nach Erdölprodukten.
Begleitet wurde diese Entwicklung durch Phasen von Überproduktion, sogar
von Kaffeeverbrennung, Preiseinbrüchen, Weltwirtschaftskrise, Konsumrückgängen
während zweier Weltkriege und der Schaffung von Weltkaffee-Abkommen (siehe
dazu Kapitel 5.4.2.) zur Stabilisierung der Kaffeepreise. In Deutschland wurde
Kaffee nach dem Ende des II. Weltkriegs zu einem Symbol von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.
Kaffeetrinken hieß, sich wieder etwas leisten zu können.
...
bis heute Die Kaffeeproduktion wird weiter industrialisiert. Löslicher Kaffee
wird erfunden. 1905 wird ein Patent zum herstellen Koffeinfreien Kaffees angemeldet.
Der Kaffeekonsum steigerte sich Weltweit von 600.000 Säcken Rohkaffee im Jahr
| | 1750 bis auf 94 Mio. Säcken Rohkaffee im Jahr 1995. Sollte man da nicht
das alte türkische Gesetz wieder einführen: "Wenn ein Mann seiner
Ehefrau den Kaffee verweigert, so gilt dies als Scheidungsgrund. |
Honduras - Kaffeeanbau in
Mittelamerika / Karibik
Wie in anderen
Ländern wird der Kaffee nach der Anbauhöhe klassifiziert. Der in 700
bis 1000 m angebaute Kaffee heisst in Honduras Central Standard, während
Kaffee aus Höhenlagen von 1000 bis 1500 m als High Grown und in Höhenlagen
bis 2000 m als Strictly High Grown bezeichnet wird. Der Kaffee zeichnet sich durch
eine pikante Säure aus.
Während der letzten Jahre stieg die
Kaffeeproduktion auf 1,5 Mio. Sack. Die gesamte Ernte wird von Privatunternehmen
verschifft, ein Grossteil davon nach Deutschland und in die USA.
Huixtla
- Kaffeesorte - Mexiko - Kaffeeanbau in Mittelamerika
Arabicas
sind leicht herb und haben ein feines, ausgewogenes Aroma.
Der drittgrösste
amerikanische Kaffeeproduzent leistete Pionierarbeit bei der Schädlingsbekämpfung:
Der Einsatz von Bienen gegen Käfer drosselte die Belastung durch Fungizide
und machte international Schule. Die Anbaugebiete der zahllosen Kleinbauern liegen
im wärmeren Süden des Landes. Mexikanische Arabicas sind leicht herb
und haben ein feines, ausgewogenes Aroma. Sie sind das Herz vieler Mischungen.
Die besten Sorten, Tapachula und Huixtla,
kommen aus der Region Chiapas. Erntebilanz: etwa 5 Mio. Sack, den Grossteil davon
liefern rund 100.000 Kleinbauern.
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