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Nassaufbereitung
Verteilen und Wenden von Kaffeekirschen auf der Trockenfläche
So wie die Kaffeekirschen nach der Ernte vorliegen, sind sie weder für den Genuss geeignet, noch sind sie länger haltbar und transportfähig. Um einen marktfähigen Kaffee herzustellen, muss die gesamte Umhüllung der eigentlichen Kaffeebohne entfernt werden. Die beiden bekannten Wege dieses Ziel zu erreichen, sind die trockene und die nasse Aufbereitung. Bei diesen Aufbereitungsverfahren werden Fruchthaut, Fruchtfleisch |
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Wenden von Kaffeekirschen |
| und -schleim, Pergamenthaut sowie möglichst auch Silberhäutchen und der größte Teil des Wassers in der Bohne entfernt, so dass am Schluss die saubere und trockene Kaffeebohne übrig bleibt. |
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Trockene Aufbereitung
Bei diesem Verfahren geht es darum, die Kaffeekirschen so lange zu trocknen, bis sich die in ihnen enthaltenen Bohnen trocken und ohne Rückstände herausschälen lassen. Da diese Methode praktisch von der Natur vorgemacht wird, ist sie die wesentlich ältere. Anwenden lässt sie sich überall dort, wo das Klima trocken und warm genug ist.
In Regionen, in denen nicht genügend Wasser für die Nassmethode vorhanden ist, ist sie generell die erste Wahl. Aber auch Pflanzungstypus, maschinelle Ausstattung sowie Arbeitskosten bestimmen den Einsatz der Aufbereitungsmethode. Robusta-Kaffee wird mit wenigen Ausnahmen trocken aufbereitet. In Brasilien und Äthiopien wird allerdings auch Arabica trocken aufbereitet. |
Zum Trocknen werden möglichst gleichmäßig reife Kaffeekirschen auf betonierten oder gepflasterten Trockenflächen ausgebreitet. In kleineren Pflanzungen werden auch Gestelle, so genannte Trockenhorden, eingesetzt. Auf den Drahtflächen der Gestelle sind Fasergewebe ausgebreitet, auf denen die Kaffeekirschen zum Trocknen ruhen.
Die ausgebreitete Schicht darf nicht zu dick sein, damit die Kirschen nicht zu faulen beginnen. Ständig müssen die Früchte gewendet und bewegt
werden. Vor Regen und starken Temperaturschwankungen ist das Trockengut zu schützen. Es dauert drei bis fünf Wochen, bis die Kaffeekirschen getrocknet sind und eine Restfeuchte von etwa 12 % aufweisen. Eine reife, frisch gepflückte Kaffeekirsche besteht zu 50 bis 60 % aus Wasser. Der richtige Trockengrad ist übrigens erreicht, wenn die in der Kirsche enthaltenen Bohnen beim Schütteln rappelt.
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Wenden von Kaffeekirschen

Trocknen von Pergaminokaffee in Kenia |
| Eine maschinelle Schnelltrocknung ist möglich, aber sehr teuer und aufwändig. Nach der Trocknung werden die Früchte entweder bis zur Weiterverarbeitung in Säcken gelagert oder sofort geschält (siehe dazu auch Kapitel 4.5.). |
Nasse Aufbereitungn
Notwendige Voraussetzung für die nasse Aufbereitung ist das Vorhandensein von Wasser, denn bei diesem Verfahren benötigt man 130 bis 150 Liter (vorzugsweise klares Quellwasser) für 1 kg marktfertigen Rohkaffee.
Zunächst werden die frischen, reifen Kaffeekirschen entweder von Hand oder mechanisch von Verunreinigungen befreit und in Wassertanks oder Schwemmkanälen vorsortiert. Dann werden die Kaffeekirschen durch den Pulper geschickt. Mit dieser Maschine wird das Fruchtfleisch so von den Bohnen abgequetscht, dass diese unbeschädigt in ihrer noch von einer Schleimschicht umgebenen Pergamenthauthülle übrig bleiben. Gleichzeitig wird das überflüssige Fruchtfleisch von den Bohnen getrennt. Wichtig ist, dass das Gut nicht später als 24 Stunden, besser innerhalb von 12 Stunden, nach der Ernte zur Nassaufbereitung gelangt.
Anschließend wird der entpulpte Kaffee im Schwemmkanal und durch Siebung weiter selektiert und gelangt dann in das Fermentationsbecken oder die Fermentationsbehälter.
Dort wird der an der Pergamenthaut haftende Restschleim in einem Gärungsprozess, dem so genannten Fermentationsvorgang, gelöst und abwaschbar gemacht.
Die im Kaffee vorhandenen Enzyme bewirken diese Fermentation. Sie dauert je nach Gegebenheiten 12 bis 36 Stunden. Absolute Sauberkeit aller Anlagen und Aggregate ist notwendig, denn eine Bohne, die zu lange der Gärung ausgesetzt war, ist überfermentiert und ergibt die berüchtigte Stinkerbohne, die eine ganze Kaffeepartie verderben kann. Nach der Fermentation muss der Kaffee gewaschen werden, um alle noch verbliebenen Reste von
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Transport ins Frischwasser

Trommelentpulper

Waschen + Trocknen

Waschkanal |
der Pergamenthaut zu entfernen. Das geschieht in den Waschkanälen oder Waschtanks. Danach kommt die Trocknung. Dabei wird der Pergamentkaffee auf ca. 12 % Feuchtigkeit heruntergetrocknet. Das geschieht auf Trockenplätzen (Patios) oder Trockenhorden und dauert rund 10 bis 15 Tage.
Sollte die Sonne zur Trocknung nicht ausreichen, so werden auch Trockenöfen eingesetzt, in denen erhitzte Luft das Gut trocknet. |
Halbtrockene Aufbereitung
In manchen Produktionsländern wird eine Kombination aus beiden Aufbereitungsarten eingesetzt. Es ist die halbtrockene Aufbereitung (semi-washed). Hierbei wird durch einen maschinellen Prozess das Fruchtfleisch der Kirsche weitgehend abgetrennt. Es erfolgt aber keine Fermentation, sondern der Pergamentkaffee trocknet zusammen mit den an ihm anhaftenden Fruchtfleischresten. Mitunter erfolgt auch ein Waschprozess vor der Trocknung des Pergamentkaffees.
Zunehmend werden vor allem in Brasilien spezielle Maschinen zur mechanischen Entfernung des Fruchtfleisches und der Pulpe eingesetzt. In dieser Aufbereitungsform wird sehr wenig Wasser gebraucht und sie wird daher als wassersparend und umweltschonend angesehen.
Schälen, Sortieren, Sichten, Separieren
Geschälte Kaffeebohnen mit abgelöster Pergamentschale
Sowohl der trocken aufbereitete Kirschkaffee als auch der sich aus der Nassaufbereitung ergebende Pergamentkaffee müssen noch weiter verarbeitet werden. Im so genannten Schälgang, der in der Mühle bzw. im Trocken-Beneficio erfolgt, werden die noch verbliebenen Umhüllungen der Kaffeebohne entfernt.
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Beim trocken aufbereiteten Kaffee werden in einem Arbeitsgang das getrocknete Fruchtfleisch, die Pergamenthülle und soweit irgend möglich das Silberhäutchen entfernt. Vom gewaschenen Kaffee müssen nur noch Pergamenthülle und Silberhäutchen getrennt werden. Die Trennung von Umhüllung und Bohne erfolgt in Schälmaschinen, in denen das Schälgut entweder gegen einen Widerstand geschleudert oder durch Druck aufgebrochen wird.
Sortierte Kaffeebohnen, Indonesien Bis der Kaffee vermarktet wird, sind noch zahlreiche Reinigungs- und Sortierarbeiten vorzunehmen. Wie schon während des gesamten Aufbereitungsprozesses, in dem das Gut immer wieder sortiert, separiert und gesichtet wird, muss nach der Schälung eine Art Endklassifizierung vorgenommen werden. Neben der Trennung von eventuell verbliebenen Rückständen werden die Kaffeebohnen nach Größe, Dichte und Farbe sortiert. Das geschieht
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Geschälte Bohnen

Sortierte Bohnen
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| von Hand, mit mechanischen oder elektronischenSortiermaschinen. Liegt der Kaffee in den verschiedenen Qualitätsabstufungen vor, wird er in Säcke abgefüllt oder kommt als Schüttgut in den Container und kann seine Reise zur Rösterei antreten. |
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Neukaledonien
Kaffeeanbau in Asien / Indischer Ozean Die
ungewöhnlichen Robustas, die auf der Insel erzeugt werden, zeichnen sich
durch einen exzellenten, vollmundigen Geschmack aus, der sich aber nur entfaltet,
wenn die Bohnen schwach geröstet werden. | |
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| | | Nicaragua
- Kaffeeanbau in Mittelamerika / Karibik Ein
Anbieter von Arabicas mit durchschnittlichem, solidem Geschmack. Die besseren
Sorten mit guter Säure und feinem Duft wachsen in Matagalpa, Jinotega und
Nuewvo Segovia. Nach der Revolution von 1979, die viele Plantagenbesitzer nach
Miami vergraulte, sackte die Produktion dramatisch ab. Günstigere politische
und wirtschaftliche Bedingungen lassen den Kaffeehandel neu erstarken. In Nicaragua
ist die Kaffeeindustrie von | | der
Regierung weitgehend unabhängig, die Vermarktung des Kaffees erfolgt durch
Privatunternehmen. Die
Spitzengewächse kommen aus Matagalpa, Jinotega und Nuevo Segovia. Die Spitzenkaffees
tragen die Bezeichnung Central Estrictamente Altura. Sie sind ausgewogen im Geschmack
und zeichnen sich durch eine angenehme Säure und edles Aroma aus. | | | |
Niederschlag - Anbau - Voraussetzungen
Die tropische Kaffeepflanze stellt hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Geographische Bedingungen, Temperatur, Sonnenschein, Niederschläge, Wind sowie Bodenzusammensetzung müssen in ganz bestimmter Weise aufeinander abgestimmt sein, um hervorragende Qualität und hohe Erträge zu garantieren. Hierbei stellen die beiden Sorten Arabica und Robusta unterschiedliche Ansprüche.
Geographische Bedingungen |
Temperatur |
Sonnenschein |
Niederschläge |
Boden |
Wind |
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Kaffepflanze |
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Qualität / Ertrag |
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Temperatur
Für eine nutzbringende Kultur des Arabica-Kaffees ist eine Durchschnittstemperatur von 18 bis 25° C erforderlich. Die Temperatur sollte nicht über 30° C steigen und auch nicht zu häufig unter 13° C fallen. Dem Robusta sagt man eine höhere Anpassungsfähigkeit nach. Er verträgt durchschnittlich höhere Temperaturen, die im Allgemeinen bei 26° C anzusiedeln sind. Bei unzureichender Luftfeuchtigkeit reagiert jedoch auch diese Pflanze empfindlich gegen Temperaturen, die deutlich höher liegen. Vor allen Dingen sind die Kaffeepflanzen in hohem Grade frostempfindlich. 0° C darf niemals unterschritten werden. Ein leichter Frost am frühen Morgen kann vernichtende Auswirkungen sowohl auf die laufenden als auch auf die zukünftigen Ernten haben, sofern der Strauch sich von den Erfrierungserscheinungen nicht erholt.
Kaffeepflanzen sind anspruchsvoll: Sie lieben ein möglchst ausgeglichenes Klima ohne zu viel Sonne oder zu große Hitze. Frost kann zur Schädigung der Blüte und zum Ausfall der Ernte führen. |
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Wichtig ist auch, dass die Kaffeepflanze Temperaturen knapp über 0° C unter bestimmten Umständen kaum noch toleriert. Zu begründen ist dies wie folgt: Die aufgehende Sonne lässt den auf den Pflanzen liegenden Morgentau verdunsten. Weil der verdunstende Tau der Umgebung Wärmeenergie entzieht, sinken die Temperaturen der Blätter ab, obwohl die Lufttemperatur bereits steigt, und die jungen Blätter und Knospen können erfrieren.
Niederschlag
Für das Gedeihen der Pflanze ist die Höhe der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, deren zeitliche Verteilung und der Grad der Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Jede Kaffeepflanze verzeichnet einen Wasserbedarf von 250 bis 300 mm pro m2 im Jahr. Diesen Bedarf schöpft sie aus einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1.500 bis 2.000 mm. Bei einem Jahresdurchschnitt von etwas unter 1.000 mm ist künstliche Bewässerung notwendig. Ein Anbau bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von unter 800 mm erfolgt nicht.
Im Gegensatz zum Arabica bevorzugt Robusta regenreichere Regionen. Der Jahresdurchschnitt sollte möglichst bei 2.000 mm liegen. Während Robusta eine höhere Luftfeuchtigkeit toleriert, reagieren die Arabica-Pflanzen empfindlicher. Die feuchtwarme Luft begünstigt bei ihnen Blattkrankheiten wie Kaffeerost.
Wind- und Sonnenschutz
Ein Übermaß an Wind und Sonnenschein schadet dem Kaffee. Starker Wind kann Äste abbrechen oder Wurzeln lockern. Stetige Sonneneinstrahlung führt zu Trockenschäden an Blättern, Knospen und Trieben. Der Anbau von Hecken und Schattenbäumen soll für Schutz sorgen.
Bodenbeschaffenheit
Der Kaffeebaum stellt hohe Ansprüche an den Boden: Er muss tief, locker, gut belüftet, durchlässig und mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert ausgestattet sein. An organischen Stoffen sind Stickstoff, Phosphorsäure und Kalium notwendig. Die obere Bodenschicht soll einen hohen Humusgehalt besitzen, einerseits für das Nährstoffangebot und die Feuchtigkeitsbewahrung, andererseits zur Verhinderung der Bodenabschwemmung bei tropischen Regengüssen und Winderosion.
Anbaugebiete
Viele Anbaugebiete der Arabica-Pflanze liegen 600 bis 1.200 m über dem Meeresspiegel. Robusta gedeiht hingegen besser in niedrigen Höhenlagen, zwischen 300 und 800 m über dem Meeresspiegel. Die Voraussetzungen für die charakteristischen Wachstumsbedingungen der Kaffeesträucher sind nur in einem Gürtel um den Äquator bzw. zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks gegeben.
Besonders wertvoll sind Kaffees, die in hohen Lagen wachsen. Diese so genannten Hochlandkaffees, ausschließlich Arabicas, zeichnen sich aufgrund der speziellen Wachstumsbedingungen durch eine besonders feine Säure und einen hervorragenden Geschmack aus.
Norwegen
- Coffee Bars Wie
sieht die Coffee Bar-Szene in anderen Länder aus? Auf
dem europäischen Festland steckt der neue Kaffeekult hingegen noch in den
Kinderschuhen. Zu unterschiedlich sind nationale Trinkgewohnheiten, zu stark
lang geübte Kaffeetraditionen und zu differenziert die Qualitätsansprüche
und Geschmackspräferenzen, als dass ein europäischer Gleichschritt erwartet
werden könnte.
Deutschland Immer
mehr Coffee-Bars und Coffee-Shops nach amerikanischem Vorbild öffnen ihre
Pforten. Heute findet man sie schon in sehr vielen guten Lauflagen der Innenstädte,
Einkaufszentren, Bürovierteln, Bahnhöfen und Flughäfen. Es tummeln
sich dort vornehmlich jüngere Leute - vom jung-dynamischen Bürotypen
über Stadtbummler bis hin zum trendigen Jugendlichen. Auffallend in solchen
Coffee-Bars ist die Vielfalt von Sorten und Zubereitungsarten beim Kaffee. Es
werden meist 20 oder mehr Kaffeegetränke, heiß oder kalt in normal,
tall, grande oder im Pappbecher als "coffee to go" angeboten. Grossbritannien Landesweit
tummeln sich die Kaffeegeniesser in ca. 1500 Coffee Bars. Beobachter rechnen mit
einem weiteren Zuwachs, wenn auch mit sich verlangsamender Geschwindigkeit. Die
Schätzungen für 2003/2004 liegen zwischen 2100 und 2400 Outlets, wobei
die grössten Wachstumschancen eher ausserhalb Londons liegen dürften.
Die vier grossen Anbieter beanspruchen derzeit gemeinsam einen Marktanteil von
60% in Grossbritannien. Coffee Shops von Costa Coffee, Starbucks, Coffee Republic
und Caffè Nero sind, speziell in London, fast an jeder Ecke zu finden.
Diese grossen Ketten werden in Zukunft einen noch grösseren Marktanteil erobern
können, wobei unabhängige Anbieter in Zweitlagen ausserhalb der grossen
Städte nach wie vor ihre Rolle werden spielen können. Getragen wird
die Bewegung in Grossbritannien von dem Wunsch vieler Verbraucher nach einer "Coffee
Culture", in einem Land, das erst jüngst über die löslichen
Produkte zum Kaffeegetränk gekommen ist und in dem eine fundamentale Änderung
des Lebensstils stattfindet. Coffee Bars sind anstelle der Pubs die neuen Treffpunkte
und dienen als soziale Bühne für die Kunden. Zunehmend bedeutender wird
für Coffee Shops auch die Rolle als Zwischenversorger für Food und andere
Produkte wie Fruchtsäfte und Tee. Schweiz Auch
beim Kaffee ist die Schweiz dreigeteilt: Während im deutschschweizerischen
Teil die Café Crème-Trinker zuhause sind, bevorzugen die Westschweizer
eher dunklere Röstungen und den Espresso, der im Tessin die meisten Anhänger
hat. Generell gilt, je südlicher, desto dunkler. Diese spezielle Ausgangslage
bietet Platz für viele Konzepte, wirft aber Probleme im Hinblick auf eine
nationale Expansion inländischer Unternehmen auf. Auf der anderen Seite scheint
die Schweiz für grosse internationale Anbieter ein idealer Testmarkt zu sein.
Sowohl Starbucks als auch Aroma betraten in der Schweiz das europäische Festland.
Ebenso leitete Il Caffè di Roma dort seine über die spanischen Grenzen
hinausgehende Expansion ein. Dominiert wird der Markt heute von den Ketten Spettaculo
und Starbucks, wobei letzterer mit seinen hohen Verkaufspreisen anderen Betrieben
in der Schweiz neue Preisgestaltungsräume eröffnet. Insgesamt dürfte
die Anzahl der Coffee Shops die Grenze von 50 noch nicht überschritten haben.
Einige nationale Anbieter richten derzeit ihre Blicke über die Schweizer
Grenze in die benachbarten Länder. Österreich Die
Coffee Shop- Szene in Österreich befindet sich noch in den Anfängen,
sieht man von dem italienischen Espresso Bar-Franchisegeber Segafredo ab. Er ist
seit 1989 mit rund 50 Outlets präsent. Insgesamt dürfte es derzeit zwischen
70 und 80 Betriebe insgesamt in Österreich geben. Eigene Konzepte nationaler
Anbieter gibt es bis dato nicht. Internationale Ketten, wie z.B. Testa Rossa,
Nannini, Cup & Cino bestimmen das Bild. Auch Starbucks hat sich für Dezember
2001 angesagt und in Wien eine seiner grössten Filialen eröffnet. Zusätzlich
sind Tchibo und Eduscho mit einer Vielzahl von Outlets in Österreich vertreten.
Ganz bewusst positionieren sich die Coffee Shops in Österreich bisher preislich
unter den ehrwürdigen Wiener Kaffeehäusern. Spanien Nach
jahrelangem rasantem Wachstum haben sich die spanischen Coffee Bar-Ketten im Jahr
2001 eine Ruhepause zur Konsolidierung und strukturellen Anpassung verordnet.
Zusammen kommen die Top 6 Kaffeebar-Systeme in Spanien auf rund 350 Betriebe.
Die meisten Anbieter blicken schon auf eine vergleichsweise lange Bartradition
zurück. So starteten die derzeit wichtigsten Anbieter Jamaica (rund 130 Betriebe),
Il Caffè di Roma (50), Café y Te (44) und Illycafé mit Expresso
(65) schon 1993/94. Nordeuropa In
den Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, leben die Weltmeister
im Kaffeetrinken. Seit dem 17. Jahrhundert ist in dieser Region der Kaffee bekannt.
Hochwertige Arabica-Röstkaffeemischungen dominieren den Haushaltsver-brauch
und damit den Markt. Das Angebot in den Coffee Shops muss sehr gut sein, um einen
Skandinavier aus seinen eigenen vier Wänden oder seinem Büro zu locken
und ihn dazu zu bringen, sein geliebtes Heissgetränk in einer Coffee Bar
zu geniessen. Bisher haben die grossen internationalen Ketten aus den USA und
Grossbritannien einen Bogen um diesen anspruchsvollen Markt gemacht. Noch dominieren
die heimischen Anbieter in Skandinavien. Wirklich interessant dürfte es werden,
wenn sich das US-Unternehmen Starbucks ab dem nächsten Jahr intensiver mit
dem nordeuropäischen Markt beschäftigt. Immerhin sieht der Gigant ein
Potenzial von 300 eigenen Coffee Shops in Skandinavien. Laut Planung will er im
Jahr 2003 in Schweden, Norwegen und Dänemark, sowie 2004 in Finnland mit
Betrieben einsteigen. Norwegen Norwegen
nimmt in Nordeuropa bei Coffee Shops die führende Rolle ein. Beginnend mit
einem im typischen US-Stil gestalteten Coffee Shop hat sich die Zahl der Coffee
Bars von 1999 bis heute auf 300 400 Betriebe erhöht. Es heisst, Oslo
habe eine höhere Coffee Bar-Dichte als Seattle. Dabei sind es eher lokale
Spezialitätenröster, die das Land mit Coffee- Outlets versorgen. Die
grossen Röstkaffee-Unternehmen stehen derzeit eher noch abseits. Dänemark In
Dänemark gibt es eine Vielzahl von Coffee Shops, die Einzelunternehmern gehören.
Von überregionaler Bedeutung ist bisher nur die kleine Kette Baresso. Finnland Gerade
Finnland dürfte sich als das schwierigste Terrain für Coffee Shops erweisen.
Dort glänzt Kaffee in seiner klassischen Form: Geröstet, aber nicht
entkoffeiniert, kaum lösliche Produkte und so gut wie kein Espresso. Kaffeespezialitäten
werden es hier schwerer haben als anderswo, und Marktexperten rechnen mit einem
längeren Zeitraum für die Durchsetzung von Coffee Shop-Konzepten. Immerhin
gibt es in Helsinki bereits einige Coffee Bars. Schweden Auch
in Schweden befinden sich die Coffee Shop-Konzepte noch in den Anfängen.
Angesichts des Interesses, mit dem die Bevölkerung dort amerikanische TV-Serien
und Hollywood-Filme betrachtet, stehen die Chancen für eine Coffee Bar-Szene
in diesem Land allerdings gut. Die bisher existierenden Coffee Shop-Ketten sind
daher zuversichtlich hinsichtlich des Wachstumspotenzials, zumal der schwedische
Verbraucher aufregenden neuen Kaffeegetränken grundsätzlich positiv
gegenübersteht. |