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Organisationen, ICO, ICA, Dominikanische, Republik, Coffee, Shop, Kaffee, Spezialitäten
Österreich
- Coffee Bars
Wie
sieht die Coffee Bar-Szene in anderen Länder aus?
Auf
dem europäischen Festland steckt der neue Kaffeekult hingegen noch in den
Kinderschuhen.
Zu unterschiedlich sind nationale Trinkgewohnheiten, zu stark
lang geübte Kaffeetraditionen und zu differenziert die Qualitätsansprüche
und Geschmackspräferenzen, als dass ein europäischer Gleichschritt erwartet
werden könnte.
Deutschland
Immer
mehr Coffee-Bars und Coffee-Shops nach amerikanischem Vorbild öffnen ihre
Pforten. Heute findet man sie schon in sehr vielen guten Lauflagen der Innenstädte,
Einkaufszentren, Bürovierteln, Bahnhöfen und Flughäfen. Es tummeln
sich dort vornehmlich jüngere Leute - vom jung-dynamischen Bürotypen
über Stadtbummler bis hin zum trendigen Jugendlichen. Auffallend in solchen
Coffee-Bars ist die Vielfalt von Sorten, Kaffee, Spezialitäten und Zubereitungsarten beim Kaffee. Es
werden meist 20 oder mehr Kaffeegetränke, heiß oder kalt in normal,
tall, grande oder im Pappbecher als "coffee to go" angeboten. Grossbritannien Landesweit
tummeln sich die Kaffeegeniesser in ca. 1500 Coffee Bars. Beobachter rechnen mit
einem weiteren Zuwachs, wenn auch mit sich verlangsamender Geschwindigkeit. Die
Schätzungen für 2003/2004 liegen zwischen 2100 und 2400 Outlets, wobei
die grössten Wachstumschancen eher ausserhalb Londons liegen dürften.
Die vier grossen Anbieter beanspruchen derzeit gemeinsam einen Marktanteil von
60% in Grossbritannien. Coffee Shops von Costa Coffee, Starbucks, Coffee Republic
und Caffè Nero sind, speziell in London, fast an jeder Ecke zu finden.
Diese grossen Ketten werden in Zukunft einen noch grösseren Marktanteil erobern
können, wobei unabhängige Anbieter in Zweitlagen ausserhalb der grossen
Städte nach wie vor ihre Rolle werden spielen können. Getragen wird
die Bewegung in Grossbritannien von dem Wunsch vieler Verbraucher nach einer "Coffee
Culture", in einem Land, das erst jüngst über die löslichen
Produkte zum Kaffeegetränk gekommen ist und in dem eine fundamentale Änderung
des Lebensstils stattfindet. Coffee Bars sind anstelle der Pubs die neuen Treffpunkte
und dienen als soziale Bühne für die Kunden. Zunehmend bedeutender wird
für Coffee Shops auch die Rolle als Zwischenversorger für Food und andere
Produkte wie Fruchtsäfte und Tee. Schweiz Auch
beim Kaffee ist die Schweiz dreigeteilt: Während im deutschschweizerischen
Teil die Café Crème-Trinker zuhause sind, bevorzugen die Westschweizer
eher dunklere Röstungen und den Espresso, der im Tessin die meisten Anhänger
hat. Generell gilt, je südlicher, desto dunkler. Diese spezielle Ausgangslage
bietet Platz für viele Konzepte, wirft aber Probleme im Hinblick auf eine
nationale Expansion inländischer Unternehmen auf. Auf der anderen Seite scheint
die Schweiz für grosse internationale Anbieter ein idealer Testmarkt zu sein.
Sowohl Starbucks als auch Aroma betraten in der Schweiz das europäische Festland.
Ebenso leitete Il Caffè di Roma dort seine über die spanischen Grenzen
hinausgehende Expansion ein. Dominiert wird der Markt heute von den Ketten Spettaculo
und Starbucks, wobei letzterer mit seinen hohen Verkaufspreisen anderen Betrieben
in der Schweiz neue Preisgestaltungsräume eröffnet. Insgesamt dürfte
die Anzahl der Coffee Shops die Grenze von 50 noch nicht überschritten haben.
Einige nationale Anbieter richten derzeit ihre Blicke über die Schweizer
Grenze in die benachbarten Länder. Österreich Die
Coffee Shop- Szene in Österreich befindet sich noch in den Anfängen,
sieht man von dem italienischen Espresso Bar-Franchisegeber Segafredo ab. Er ist
seit 1989 mit rund 50 Outlets präsent. Insgesamt dürfte es derzeit zwischen
70 und 80 Betriebe insgesamt in Österreich geben. Eigene Konzepte nationaler
Anbieter gibt es bis dato nicht. Internationale Ketten, wie z.B. Testa Rossa,
Nannini, Cup & Cino bestimmen das Bild. Auch Starbucks hat sich für Dezember
2001 angesagt und in Wien eine seiner grössten Filialen eröffnet. Zusätzlich
sind Tchibo und Eduscho mit einer Vielzahl von Outlets in Österreich vertreten.
Ganz bewusst positionieren sich die Coffee Shops in Österreich bisher preislich
unter den ehrwürdigen Wiener Kaffeehäusern. Spanien Nach
jahrelangem rasantem Wachstum haben sich die spanischen Coffee Bar-Ketten im Jahr
2001 eine Ruhepause zur Konsolidierung und strukturellen Anpassung verordnet.
Zusammen kommen die Top 6 Kaffeebar-Systeme in Spanien auf rund 350 Betriebe.
Die meisten Anbieter blicken schon auf eine vergleichsweise lange Bartradition
zurück. So starteten die derzeit wichtigsten Anbieter Jamaica (rund 130 Betriebe),
Il Caffè di Roma (50), Café y Te (44) und Illycafé mit Expresso
(65) schon 1993/94. Nordeuropa In
den Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, leben die Weltmeister
im Kaffeetrinken. Seit dem 17. Jahrhundert ist in dieser Region der Kaffee bekannt.
Hochwertige Arabica-Röstkaffeemischungen dominieren den Haushaltsver-brauch
und damit den Markt. Das Angebot in den Coffee Shops muss sehr gut sein, um einen
Skandinavier aus seinen eigenen vier Wänden oder seinem Büro zu locken
und ihn dazu zu bringen, sein geliebtes Heissgetränk in einer Coffee Bar
zu geniessen. Bisher haben die grossen internationalen Ketten aus den USA und
Grossbritannien einen Bogen um diesen anspruchsvollen Markt gemacht. Noch dominieren
die heimischen Anbieter in Skandinavien. Wirklich interessant dürfte es werden,
wenn sich das US-Unternehmen Starbucks ab dem nächsten Jahr intensiver mit
dem nordeuropäischen Markt beschäftigt. Immerhin sieht der Gigant ein
Potenzial von 300 eigenen Coffee Shops in Skandinavien. Laut Planung will er im
Jahr 2003 in Schweden, Norwegen und Dänemark, sowie 2004 in Finnland mit
Betrieben einsteigen. Norwegen Norwegen
nimmt in Nordeuropa bei Coffee Shops die führende Rolle ein. Beginnend mit
einem im typischen US-Stil gestalteten Coffee Shop hat sich die Zahl der Coffee
Bars von 1999 bis heute auf 300 400 Betriebe erhöht. Es heisst, Oslo
habe eine höhere Coffee Bar-Dichte als Seattle. Dabei sind es eher lokale
Spezialitätenröster, die das Land mit Coffee- Outlets versorgen. Die
grossen Röstkaffee-Unternehmen stehen derzeit eher noch abseits. Dänemark In
Dänemark gibt es eine Vielzahl von Coffee Shops, die Einzelunternehmern gehören.
Von überregionaler Bedeutung ist bisher nur die kleine Kette Baresso. Finnland Gerade
Finnland dürfte sich als das schwierigste Terrain für Coffee Shops erweisen.
Dort glänzt Kaffee in seiner klassischen Form: Geröstet, aber nicht
entkoffeiniert, kaum lösliche Produkte und so gut wie kein Espresso. Kaffeespezialitäten
werden es hier schwerer haben als anderswo, und Marktexperten rechnen mit einem
längeren Zeitraum für die Durchsetzung von Coffee Shop-Konzepten. Immerhin
gibt es in Helsinki bereits einige Coffee Bars. Schweden Auch
in Schweden befinden sich die Coffee Shop-Konzepte noch in den Anfängen.
Angesichts des Interesses, mit dem die Bevölkerung dort amerikanische TV-Serien
und Hollywood-Filme betrachtet, stehen die Chancen für eine Coffee Bar-Szene
in diesem Land allerdings gut. Die bisher existierenden Coffee Shop-Ketten sind
daher zuversichtlich hinsichtlich des Wachstumspotenzials, zumal der schwedische
Verbraucher aufregenden neuen Kaffeegetränken grundsätzlich positiv
gegenübersteht.
Ocua
- Dominikanische Republik
Ein
Inselstaat mit langer Anbautradition. Die wechselvolle Geschichte des Landes verhinderte
jedoch die volle Ausschöpfung des vorhandenen guten Kaffeepotentials. Die
Arabica-Sorten Juncalito und Ocoa liefern bei ordentlicher Qualität ein solides
Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie werden in den USA gerne getrunken.
Die
beste Anbauregion liegt im Südwesten, in Barahona. Andere feine Kaffeesorten
kommen aus Juncalito und Ocua.
Die Kaffees, die auch als Santo Domingo bezeichnet werden, sind mild und vollmundig
im Geschmack mit feiner Säure und angenehmem Aroma. Im Gegensatz zum haitianischen
Kaffee handelt es sich bei dem in der Dominikanischen Republik angebauten Kaffee
grösstenteils um gewaschene Ware, was auf seine überdurchschnittliche
Qualität hindeutet.
Organisation
(ICO) / Internationale Kaffee-Abkommen (ICA)
Bereits Ende der 50er Jahre kam
es zu Gesprächen zwischen Import- und Exportländern über die Möglichkeiten
gemeinsamer Preisstützungsaktivitäten. 1958 wurde eine Studiengruppe
eingerichtet, die die Voraussetzungen für ein Internationales Kaffee-Abkommen
(ICA) zwischen Export- und Importländern schaffen sollte. 1962 wurden im
Hauptquartier der Vereinten Nationen die Verhandlungen über ein Kaffee-Abkommen
erfolgreich abgeschlossen und 1963 wurde es unterzeichnet. Das Besondere an diesem
Abkommen ist, dass Produktions- und Konsumländer an der Gestaltung und Durchsetzung
des Regelwerkes beteiligt sind.
Diesem
ersten Vertragswerk von 1963 sollten dann noch weitere folgen: 1968, 1976, 1983
und 1994. Per 10.03.04 hatte das Internationale Kaffee-Übereinkommen 2001
(Laufzeit bis 2007) 58 Mitgliedsländer: 16 auf der Seite der Importländer
und 42 auf der Seite der Exportländer. Es gab Zeiten, in denen 99 % der Weltkaffeeproduktion
sowie 90 % der Weltkaffeenachfrage in der ICO organisiert waren. Columbia-Kaffee,
Sackware Ein Ziel dieser Abkommen ist zum Beispiel der Ausgleich von Angebot und
Nachfrage. Übermäßige Schwankungen in Menge und Preis sollen vermieden
werden, Beschäftigung und Einkünfte in den Erzeugerländern gesichert
und berechenbare Devisenerlöse für die Stärkung der Kaufkraft der
Exportländer erwirtschaftet werden. Außerdem soll der weltweite Kaffeeverbrauch
gefördert und ganz allgemein die internationale Zusammenarbeit intensiviert
werden. Zur Verwaltung der Kaffee-Abkommen wurde im Jahr 1963 die Internationale
Kaffee-Organisation (ICO) mit Sitz in London unter Aufsicht der UNO gegründet.
Die
Exportquoten (die so genannten wirtschaftlichen Klauseln) der diversen Kaffee-Abkommen
waren bis einschließlich des 1983er Übereinkommens das Herzstück
der Verträge. Mit diesen Quoten wurden die Exportmengen der Ausfuhrmitglieder
nach einem bestimmten Schlüssel festgelegt, um die Kaffeepreise innerhalb
einer gewünschten Spanne stabil zu halten. Praktisch sah das so aus: Bei
zu niedrigen Preisen wurden die Exportmengen der Mitgliedsländer vermindert,
bis die Verknappung die Preise wieder steigen ließ. Überschritten die
Preise bestimmte Obergrenzen, wurde die Exportmenge der einzelnen Länder
vergrößert. Das steigende Angebot ließ die Preise dann wieder
sinken. Sehr hohe Preise bewirkten das Aussetzen der Quotenregelung.
Je
nach Standpunkt wurden die Wirkungen dieser Kaffee-Abkommen unterschiedlich beurteilt.
Trotz der über weite Perioden erreichten Stabilisierung der Kaffeepreise
wurden die wirtschaftlichen Vorteile der Abkommen selbst für die Erzeugerländer
in Frage gestellt. Das Scheitern des 83er Rohstoffabkommens Kaffee
im Jahr 1989 resultierte dann am Ende aus Fehlentwicklungen und Verspannungen,
die das wenig flexible Exportquotensystem im Markt erzeugt hatte: Das
Quotensystem schuf nicht-nachfragegerechte Produktionsstrukturen und verhinderte
die Anpassung der Kaffee-Erzeugung an die Marktbedürfnisse. Die undifferenzierte
Mengensteuerung über Exportquoten förderte die übermäßige
Verteuerung der begehrten Qualitätskaffees, während mindere Qualitäten
im Überfluss angeboten wurden und entsprechend billig waren. Die Spaltung
des Marktes in Mitglieder und Nichtmitglieder führte dazu, dass Staaten,
die nicht der ICO angehörten, Kaffees zu Discountpreisen kaufen konnten,
während Mitglieder teilweise das Doppelte oder mehr dafür zahlen mussten. Alle
Bestrebungen nach 1989, ein neues Kaffee-Abkommen mit Eingriffsmöglichkeiten
in das Marktgeschehen zu etablieren, sind letztlich ergebnislos geblieben. Im
März 1993 wurden diese Versuche beendet. Relativ schnell gründeten daraufhin
die Produzenten ihre eigene Organisation, die ACPC (Association of Coffee Producing
Countries). Da man sich jedoch darüber einig war, die ICO als Forum für
einen organisierten Dialog über Kaffee auch zukünftig zu erhalten, gelang
es den Mitgliedsländern recht rasch, ein neues Internationales Kaffee-Abkommen
1994 zu beschließen, dem 2001 das nächste folgte. Eine Exportquotenregelung
ist in beiden nicht enthalten. Die
Aufgaben, die sich für die ICO aus diesen neuen Übereinkünften
ergeben, sind die Sammlung und Aufbereitung von Statistiken sowie die Verbreitung
von Informationen über Kaffee. Darüber hinaus hat sie die Funktion einer
vorschlagsberechtigten Stelle gegenüber dem Common Fund for Commodities,
einer Regierungsinstitution, die Entwicklungshilfe-gelder für Rohstoffprojekte
zur Verfügung stellt. Außerdem erfüllt die ICO eine wichtige Rolle
als Plattform für den Gedankenaustausch zwischen Erzeuger- und Verbraucherländern
und kann als Keimzelle für eine später vielleicht erwünschte verstärkte
Zusammenarbeit aller Beteiligter am Weltkaffeehandel dienen. |