Inzwischen
weiß man jedoch, dass damit der Zugang zu neuen Genusskombinationen verschlossen
bleibt. Fisch liebt (auch) Rotwein diese Erkenntnis lässt sich mit
vielen Rezepten nachvollziehen. Rotwein zu Fisch eine viel versprechende
Geschmacksallianz, die dem Genießer Pforten zu neuen Genusserlebnissen öffnet. Natürlich
behält die ursprüngliche Regel Weißwein zu Fisch nach
wie vor ihre Gültigkeit. Jedoch ist die bislang praktizierte Ausschließlichkeit
keineswegs gerechtfertigt. Auch wenn die oft filigranen Aromen von Süßwasserfischen,
zubereitet in milder Sauce und mit leichtem Gemüse, einen zurückhaltenden
Weißweinpartner bevorzugen, kann jeder nachvollziehen, dass gegrillte und
mit herzhaftem Knoblauch zubereitete Scampis mit leicht gekühlten fruchtigen
Rotweinen eine köstliche Marriage eingehen können. Kräuter und
Gewürze verleihen den Krustentieren eine neue Aromenfülle, die beispielsweise
mit einem leichten trockenen Portugieser oder Trollinger angemessen begleitet
wird. Fast ein Klassiker der Rotwein-und-Fisch-Kombination ist Thunfisch,
der, seit die asiatische Kochkunst hierzulande so beliebt ist, in vielen Variationen
unseren Gaumen erobert hat. Mit dezenter Schärfe gewürzt, harmoniert
er ideal mit einem frisch-fruchtigen Spätburgunder, der mit seinen Noten
von roten Früchten der geschmacklichen Fülle des kraftvollen Fisches
viel entgegen zu setzen hat. Auch die klassische feine Fischküche bietet
viel Raum für neue Spielarten mit Rotwein, findet Master-Sommelier
Hendrik Thoma vom "Jacobs Restaurant" im Hamburger Hotel Louis C. Jacob.
Wenn zum Beispiel ein gegrillter Wolfsbarsch mit einem saftigen Trollinger
oder einem fruchtigen Spätburgunder offeriert wird, ist das ein Highlight
für jede Tafel. Der aus dem Fernsehen bekannte Weinexperte ist einer
der Befürworter der Liaison von Rotwein und Fisch nicht nur, um alte
Wein-Regeln effektvoll zu brechen. Wer beim Weingenuss zu statisch denkt,
verzichtet auf einen großen Teil des gemeinsamen Vergnügens. Neue
geschmackliche Synergien Das Geheimnis einer gelungenen Wein- und Fisch-Komposition
liegt im harmonischen Geschmackserlebnis, das sich ergibt, wenn sich die Aromen
beider Komponenten vermählen und zusammen im Gaumen eine neue Fülle
entstehen lassen. Je herzhafter der zubereitete Fisch, um so größer
auch seine Sehnsucht nach einem delikaten Rotwein. Gegrillte oder
in der Pfanne gebratene Meerestiere entwickeln, wie Fleisch auch, eigene Röstaromen,
die aufs Angenehmste mit leichten fruchtigen Rotweinen harmonieren. Je intensiver
die dabei verwendeten Aromen von Kräutern, Knoblauch oder auch Panaden, um
so kräftiger darf der rote Tropfen dabei ausfallen. Die feine Frucht beispielsweise
eines jungen fruchtigen Roten für Skeptiker mag der rote Einstieg
mit Weißherbst leichter fallen zu kross gebratenem Zander mit Balsamicoschalotten
und sommerlichem Gemüse serviert, bietet vollendete geschmackliche Synergie.
Auch geräucherter Fisch, so die Empfehlung von Hendrik Thoma, bietet in Kombination
mit einem Rotwein eindringliche Geschmackserlebnisse, beispielsweise geräucherter
Lachs mit Spätburgunder! Die fruchtige Fülle des Rotweines
kommuniziert mit dem Fisch besonders gut, wenn man den Wein leicht gekühlt
serviert. Die gemäßigte Temperatur bändigt die Fruchtaromen
und gibt dem Wein die Frische, die man bei einem Begleiter zu herzhaften Fischgerichten
sucht. Ob sommerliche Salatrezepte oder deftige Fischsuppen mit Kraft und Würze
die deutschen Weine bieten für jeden Fischliebhaber den idealen Tropfen
ob rot oder weiß! Bunte Vielfalt: Rotwein zu Fisch Mit
den neuen Regeln Rotwein & Fisch eröffnen sich dem Genießer
neue kulinarische Erlebniswelten. Folgende Tipps des Deutschen Weininstituts in
Zusammenarbeit mit Master Sommelier Hendrik Thoma (bekannt aus VOX-Koch-Duell)
gewährleisten, dass die neuen Allianzen auch zum Genusserlebnis werden: Die
richtige Wahl beim Fisch Mittelmeer oder Atlantikfische sind in der Regel geschmacksintensiver
und bieten dem Rotwein ein adäquates geschmackliches Gegengewicht. Fisch
an der Gräte zubereitet (statt als ausgelöstes Fisch-Filet) ist herzhafter,
saftiger und passt häufig besser zu Rotwein. Vorsicht bei Krustentieren
und Muschelgerichten. Der eiweißreiche leicht süßliche Geschmack
wird in Verbindung mit Rotwein als eher störend empfunden. Ausnahmen: Gegrillte
Scampis oder Hummer. Ein Tabu zum Rotwein jedoch ist unumstößlich:
Roher Fisch, z.B. bei Sushi. Der passende Wein Frische junge Rotweine
mit geringem Gerbstoffgehalt sind ideale Begleiter zu herzhaften Fischgerichten. Je
nach Zubereitungsart und Beilagen bilden Portugieser, Spätburgunder, Trollinger
und Schwarzriesling die perfekten Begleiter. Portugieser und Trollinger empfiehlt
sich zu gebratenem oder gegrilltem Fisch mit frischen Kräutern, auch paniert. Spätburgunder
zu geräuchertem oder mariniertem Lachs, Lachsforelle oder anderem Räucherfisch. Schwarzriesling
mit seinen feinfruchtigen Noten harmoniert perfekt mit gebratenem Fisch mit ausgeprägtem
Röstaroma (beispielsweise "Forelle Müllerin"). Frucht
und dezente Fülle der Rotweine vertragen auch einen Hauch Restsüße,
die die geschmacklich dennoch trockene Harmonie (beispielsweise bei den Classic-Weinen
der deutschen Winzer) unterstützt. Fruchtiger Rotwein empfiehlt sich
leicht gekühlt auch zum Fisch( 15-17 °C). Die fruchtige Fülle lässt
sich so leicht bändigen und harmoniert besser mit den Komponenten
des Fischgerichts. |