Manufaktur: Verarbeitungsstätte
für frisches Blattgut, nie weit vom Feld entfernt.
Im alten China
wurde Tee auf besonders lyrische Art und Weise geehrt. Berühmte Dichter des
Reiches trafen sich alljährlich zum kaiserlichen Wettbewerb um das beste
Teegedicht. Ihre Gedichte waren Lobpreisungen auf den grünen Tee, sein goldenes
Herz, sein blumiges Aroma oder seine heilsame Wirkung. Schwarzer Tee war zu dieser
Zeit noch kein Thema, denn er wurde erst im 19. Jahrhundert durch
Ausbreitung
des Tees zur Fermentation
die
Methode der Fermentation erfunden. Grüner Tee unterscheidet sich von schwarzem
Tee durch die Manufaktur nach dem Pflücken und Welken der Blätter. Schwarzer
Tee wird nach dem Welken fermentiert und verliert durch die natürliche Gärung
seine grüne Farbe. Grüner Tee wird im Allgemeinen nur gedämpft
oder geröstet. So bleibt er grün. Die Chinesen
lassen das Teeblatt leicht anfermentieren, um es dann in großen Pfannen
oder Trommeln über dem Feuer zu rösten. So bekommt der Aufguss eine
leicht orange- oder bernsteinfarbene Tönung.
Erstes
Aussieben der Teeblätter in einer Teefabrik
In
Japan wird der Tee nicht
fermentiert, sondern nach dem Pflücken einer Wasserdampfbehandlung unterzogen
(steaming), wie der beliebte Sencha. Japanischer Grüntee hat
einen zitronengelben bis grünlichen Aufguss.
Ein Qualitätsgarant
in der Herstellung grüner Tees ist die Gleichmäßigkeit der Blattstruktur
als Voraussetzung für eine gleichmäßige Dämpfung. Das Dämpfen
verlangt Fingerspitzengefühl: Zu viel Dampf ruiniert den Geschmack des Tees,
zu wenig Dampf schließt eine unerwünschte natürliche Fermentation
nicht aus. Nach dem Dämpfen wird der Tee gerollt, getrocknet und sortiert.
Matcha
- Grüner Tee:
Unfermentierter Tee; in China, Japan und Taiwan
die verbreitetste Sorte (höchster Vitalstofferhalt).
Grüner
Tee wird aus der gleichen Teepflanze gewonnen wie der schwarze Tee. Das Geheimnis
liegt einzig und allein in der etwas anderen Herstellungsmethode. Da der Grüntee
nicht fermentiert wird, bleibt die kupferrote Färbung aus. Wichtige
Sorten aus China und Japan sind:
Chun
Mee Chun Mee heißt ein Blatt-Tee, der vorwiegend in China, aber auch
in Taiwan und Indonesien produziert wird. Meist von einfacher Qualität, mittlerweile
aber auch in feineren Standards mit dunkel- oder hellgrünem Blatt erhältlich.
Chun Mee schmeckt nur wenig bitter und hat einen charakteristischen Eigengeschmack
(ähnlich Gunpowder).
Gunpowder
Stammt aus China und Taiwan. Gunpowder heißt übersetzt Schießpulver,
weil er aus kleinen, zu Kugeln gerollten Teeblättern besteht. Sie entfalten
sich bei der Zubereitung wie Blüten. Diese Sorte hat einen herb-kräftigen
Geschmack und eine blumige Note. Gunpowder aus Taiwan ist leichter und süßer
als chinesischer. In Marokko dient er als Basis für den berühmten Tee
à la menthe.
Lung
Ching Ein erlesener, chinesischer Tee, der aus langen, gepressten Blättern
besteht. Er hat einen smaragdgrünen Aufguss, ein frisch duftendes, erdiges
Aroma und einen weichen, leicht süßlichen Geschmack. Die besseren Qualitäten
werden nach einer mehr als 1000-jährigen Tradition vollkommen von Hand hergestellt.
Speziell an heißen Tagen hat Lung Ching einen kühlenden Effekt.
Sencha
Die meistgetrunkene Sorte Japans, erhältlich in unterschiedlichen Qualitäten
(Superior, Medium, Low). Die Blätter werden gepresst und sehen aus wie Gras.
Sencha hat zwar einen typischen, herben Geschmack, überrascht aber gleichzeitig
durch eine Spur von Süße. Im Aufguss ist er grün-gelblich. Generell
gilt: Je dunkelgrüner die Blätter, desto besser der Tee. Sencha wird
auch in Taiwan hergestellt.
Bancha
Aus groben, strohigen Blättern. Sie werden erst am Ende einer Saison geerntet.
Darum sind sie dicker, faseriger und enthalten weniger Koffein als die anderer
Sorten. Bancha ist der traditionelle Tee der Makrobiotik, einer japanischen Ernährungslehre.
Er hat einen typischen, leichten Geschmack. Es gibt ihn auch geröstet, dann
heißt er Hojicha.
Matcha Ein japanischer Pulvertee. Aus Blättern hergestellt, die im Schatten wachsen.
Matcha ist der klassische Tee der religiösen Teezeromonie mit
bestimmten Utensilien: Das Pulver und Wasser werden in einer Schale mit einem
Bambusbesen vermengt und geschlagen. Dieser stark anregende Tee hat einen konzentrierten
und herben Geschmack.
Gunpowder: Schießpulver. Grüner Tee, dessen Blatt kugelförmig
gerollt ist.
Melisse - Kräuter- und Früchte Tee Wirkung
Kräuter- und Früchtetees zählen zu den teeähnlichen Erzeugnissen, da sie nicht aus der Teepflanze Camellia Sinensis gewonnen wird, sondern je nach Sorte aus Blüten, Früchten oder Blättern hergestellt werden. Kräuter- und Früchtetees haben einen erfrischenden Geschmack, enthalten kein Koffein und sind deshalb beliebt bei Jung und Alt.
Pfefferminzblätter
bei Beschwerden von Magen, Darm und
Galle; krampflösend
und beruhigend
Kamillenblüten
bei Magen- und Darmbeschwerden
sowie Schleimhaut- erkrankungen von
Mund und Rachen
Brennnessel
Förderung der Harnausscheidung, entschlackend,
blutbildend
Fenchel
beruhigend auch bei Hustenreiz und blähungsmindernd
Melisse
bei Beschwerden
von Magen und Darm, nachgewiesenes
Herpes-Mittel
Hagebutte
stärkt das
Immunsystem, hilft bei Erkältungskrankheiten
und wirkt leicht
abführend
Meßmer Tee
Die Meßmer-Geschichte reicht bis in das Jahr 1852 zurück. Meßmer ist somit eine der historisch wertvollsten Marken in Deutschland. Über 150 erfolgreiche Jahre, in denen sich die Marke auch in Krisenzeiten stets auf dem Markt und in den Herzen der Verbraucher behaupten konnte.
Folgende Zeitliste zeigt besondere Eckpfeiler der Meßmer-Markengeschichte
1852 Eduard Meßmer eröffnet in Baden-Baden ein Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft
mit exquisitem Schwarztee-Angebot. Der Name Meßmer steht bald für ausgesuchte
und beste Qualität. So verwundert es auch nicht, dass Meßmer noch im
gleichen Jahr zum "Kaiserlichen Hoflieferanten" ernannt wird.
1886 Otto Meßmer (geboren 1858) eröffnet in Frankfurt am Main eine Filiale.
Diese ist auf den nationalen Handel mit Tee spezialisiert. 1895 Otto Meßmer lässt "Thee Messmer" als Warenzeichen eintragen.
So wird Meßmer zum ersten Tee-Markenartikel, und die erlesenen Teespezialitäten
werden fortan im ganzen Land hoch geschätzt.
1906 Otto Meßmer ändert das Warenzeichen zu Meßmers Thee. 1914 Die Einfuhr von Schwarztee wird aufgrund des 1. Weltkrieges unterbunden. Aus diesem
Grund stellt Meßmer unter der Submarke "Stimula" einen besonderen
und mit
Koffein
versetzten, deutschen fermentierten Kräutertee her. Der Tee erfreut sich
großer Beliebtheit. 1920 Meßmer ist die größte nationale Teemarke.
1930
Neugestaltung des Markenlogos mit Markenband. 1936 Die Erfindung eines Teebeutels wird als Patent geschützt. 1930
Neugestaltung des Markenlogos mit Markenband. 1936 Die Erfindung eines Teebeutels wird als Patent geschützt.
1948 Meßmer produziert nach Ende des 2. Weltkriegs wieder in größerem
Umfang Tee und etabliert sich wieder als Anbieter von Teespezialitäten. 1968 Meßmer führt die ersten Doppelkammer-Teebeutel-Produkte ein und macht
sich einen Namen als Beuteltee-Hersteller mit sehr hochwertigen Teequalitäten. 1990 Die Ostfriesische Tee Gesellschaft übernimmt Meßmer. Der Hauptsitz
wird nach Seevetal südlich von Hamburg verlegt.
1995 Wiederum wird das Markenlogo verändert. Das Band wird zu einem Dach umfunktioniert.
Der Markenslogan lautet: "Wie der Tee so der Tag". 1996 Einführung von grünem Tee im Teebeutel.
2001 Umfassende Überarbeitung der Meßmer-Marken- und Produktgestaltung und
Einführung der Meßmer-Ländertees (Ovambo-/Inka-Tee).
Neuer
Markenslogan:
Museum - Bramah Tea & Coffee Museum
England, London
Das Museum erzählt die Geschichte von Tee und Kaffee, zweier in der Welt wichtigsten Gebrauchsartikel, und wie diese als erste vor schon vierhundert Jahren nach Europa kamen.
Butlers Wharf wurde als das Gelände für das Museum gewählt , weil in diesem Gebiet sowohl Tee als auch Kaffee schon von über 350 Jahren von Schiffen entladen, gelagert und umgeschlagen wurde. Butlers Wharf war in dem frühen
zwanzigsten Jahrhundert in der Lage an einem einzigen Tag ca. 6,000 Teekisten zu bewältigen.
Viele Menschen auf der ganzen Welt bringen Gross-Britannien mit Tee in Verbindung - und das Bramah Tea & Coffee Museum erklärt auf anschauliche Art und Weise, wie es dazu kam, dass ein Land welches eigentlich dem Kaffee zusagte, begann sich zur grössten Teeimportnation der Welt zu entwickeln.
Das Museum zeigt auch die Veränderungen im Tee-Handel auf, nachdem sich 1952 die ersten Kaffee-Bars entwickelten und den ersten Fernsehwerbungen von Pulverkaffee. Viele Indische und Afrikanische Erzeuger reagierten mit der Herstellung der schnellen einflössenden Tees für den Gebrauch in Teebeuteln, der jetzt rund 90% des britischen Teemarktes ausmacht.
In dem Museum befindet sich auch ein Shop welcher gemahlenen Kaffee und eine Menge orthodoxen langsamen - einflössenden Bramah Tees verkauft. Andere verwandte Produkte wie z.B. Caddies, Tee-strainers, Tee-Handtücher und Kaffeemaschinen sind ebenfalls erhältlich. UK-London SE1 2NQ, Maguire Street, The Clove Building, Tel.: 0044171/3780222
Museen
- Tee - Deutschland Das
Ostfriesische Teemuseum Norden Das Ostfriesische Teemuseum in Norden versteht
sich als regionales und überregionales Spezialmuseum zum Thema Tee. Der Tee
als Kulturpflanze und sein Weg zum Handelsprodukt werden ebenso erläutert
wie die Kulturgeschichte des Tees. Sie sehen Teegeschirr und Zubehör, unter
anderem aus China, Japan (mit Teehaus), England, Russland und Deutschland mit
Schwerpunkt Ostfriesland. Neu ins Blickfeld gerückt sind die Niederlande
und deren Handelsbeziehungen zu Ostfriesland sowie der Bereich "Ostfriesland
und das Thüringer Porzellan" und die damit verbundenen Handelsbeziehungen
zwischen den beiden Regionen im 18./19. Jahrhundert. Das Ostfriesische Teemuseum
Norden -Am Markt 36 - 26506 Norden
Museen
- Tee - Deutschland Museum
für Kunst und Gewerbe Hamburg Die japanische Teekultur ist eine ganz
besondere: Die richtige Ausführung der Teezeremonie erfordert ein jahrelanges
Training und den Gebrauch von verschiedenen, den Europäern in diesem Zusammenhang
meist unbekannten Utensilien wie dem Chasen, einem Bambuspinsel. Regelmäßig
an jedem dritten Wochenende im Monat findet
die beliebte Japanische Teezeremonie in der Japan-Abteilung des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg statt. Museum für Kunst und Gewerbe - Steintorplatz - 20099 Hamburg
Museen
- Tee - England England
Bramah Museum of Tea and Coffee Das Bramah Museum liegt nur zwei Minuten
von der London Bridge Station entfernt. Es ist das weltweit erste Museum, das
sich ganz der Historie von Tee und Kaffee widmet. Es erzählt von der gewerblichen
und sozialen Geschichte der zwei weltweit wichtigsten Waren seit ihrer Ankunft
in Europa aus dem Fernen Osten und Afrika. Das
Museum erzählt die Geschichte aus der britischen Perspektive und beantwortet so die Fragen, welche bezüglich Keramik, Metallwaren, Bildern und Ausstellungsstücken über britischen Tee und Kaffee aufkommen könnten. Bramah Museum of Tea and Coffee - 40 Southwark Street - London SE1 1UN
Museen
- Tee - Hongkong Hongkong
Flagstaff House Museum of Tea Ware
Das Flagstaff House Museum of Tea
Ware ist auf die Sammlung, Ausstellung und Untersuchung von Tee und Teezubehör
spezialisiert. Diese befindet sich innerhalb des Hongkong Museum of Art. Als Kernstück
findet man dort fünf berühmte Yixing-Teekannen.
Das Museum hält
regelmäßig Präsentationen und Vorträge über die chinesische
Teekultur. Flagstaff House Museum of Tea Ware10 Cotton Tree Drive - Central Hong
Kong (inside Hong Kong Park)
Museen
- Tee - Japan
Japan Teehaus
Tan'an Das Teehaus "Tan'an" im Ostgarten des Kyoto National
Museum ist ein traditionelles japanisches Teehaus. Museumsbesucher können
sich hier am Flair eines japanischen Teehauses ergötzen, es kann aber auch
für private Veranstaltungen gemietet werden.
Kyoto National Museum - 527
Chayamachi, Higashiyama-ku - Kyoto, Japan 605-0931