Kabinett Kabinett:
Prädikatsbezeichnung, Qualitätswein mit Prädikat, feine, leichte
Weine aus reifen Trauben mit geringem Alkoholgehalt, minimum 73 Grad Öchsle.
Entstehung des Names: im Kloster Eberbach /Hessen) wurden in einem besonderen
Raum "Cabinet" besonders wertvolle Weine gelagert.
Keltern Der
Kellermeister hat vielfältige Aufgaben zu erledigen, bis der in Flaschen
gefüllte Wein seinen Weg zum Kunden nehmen kann.
Die Weinbereitung im Keller Wein
ist das Erzeugnis, das ausschließlich durch vollständige oder teilweise
alkoholische Gärung der frischen, auch eingemaischten Weintrauben oder des
Traubenmostes gewonnen wird, heißt es im deutschen Weingesetz. Dahinter
stehen vielfältige Aufgaben des Kellermeisters, bis der in Flaschen gefüllte
Wein seinen Weg zum Kunden nehmen kann.
Maischen und Keltern Die Arbeit
beginnt nach der Lese mit dem Entladen der Traubenbütten an der Kelterstation.
Bei der Weißweinbereitung werden die Trauben nach der Lese sofort schonend
gepresst (Ganztraubenpressung) oder entrappt (von Stielen und Stängeln befreit),
gemaischt und entweder sofort oder nach kurzen Maischestandzeiten gepresst. Die
Maische ist der Fruchtbrei, der durch das Zerquetschen bzw. Mahlen der Trauben
entsteht.
Bei der Rotweinbereitung sind im wesentlichen zwei Verfahren
üblich: Maischegärung, dabei lässt man die Maische solange gären,
bis ausreichend Farb- und Gerbstoffe gelöst sind und lässt den abgepressten
roten Most dann endgültig vergären. Thermische Maischebehandlung, dabei
wird die Maische kurze Zeit erwärmt bzw. erhitzt, um die Farbstoffe zu lösen.
Nach Abkühlung der Maische erfolgt die Kelterung und Vergärung des so
gewonnenen roten Mostes. Viele Winzer arbeiten heute auch mit einer Kombination
beider Verfahren bei der Rotweingewinnung. Wird die Maische aus roten Trauben
sofort abgepresst, ist das Ergebnis Roséwein oder der Weißherbst.
Mostbehandlung
und Anreicherung Nach Vorklären des Mostes auf natürliche Art durch
Absetzenlassen, mit Hilfe eines Separators (durch Zentrifugation) oder eines speziellen
Filters, empfiehlt es sich, schon vor der Gärung bestimmte kellertechnische
Behandlungen durchzuführen. Es wirkt schonender, wenn man zur Entfernung
eventuell vorhandener störender Inhaltsstoffe bestimmte Methoden anwendet
(zum Beispiel Bentonitbehandlung zur Vermeidung von Eiweißtrübungen).
In Weinjahrgängen mit zu hohen Säurewerten dürfen die Winzer Moste
oder Wein mittels kohlesaurem Kalk behandeln und entsäuern. Die natürlich
vorhandenen Hefen im Most genügen oft nicht, um eine spontane Gärung
herbeizuführen. Deshalb verlässt man sich heute zunehmend auf den Einsatz
von speziellen Reinzuchthefen, die die Gärung in Gang bringen. Bei Tafel-
und Qualitätsweinen b. A. ist eine Zuckerung des Mostes zulässig. Auch
in Frankreich und in anderen großen Weinbauländern bedient man sich
dieser Methode der Anreicherung oder Chaptalisation, um eine höhere Alkoholausbeute
durch Zugabe von Zucker zu erreichen. Das EU-Recht erlaubt hierzu die Zugabe
von Saccharose oder die Zugabe von konzentriertem Traubenmost oder die Zugabe
von rektifiziertem Traubenmostkonzentrat (RTK) bei Tafelwein die teilweise Konzentrierung
durch Kälte. Dabei müssen bestimmte analytische Grenzwerte berücksichtigt
werden. Der Höhe des Zusatzes und den damit verbundenen Alkohol-Volumenänderungen
sind strenge Grenzen gesetzt. Das deutsche Weingesetz schränkt die EU-rechtlichen
Möglichkeiten im Gegensatz zu anderen Anbauländern drastisch ein: die
Anreicherung ist bei Qualitätsweinen mit Prädikat ausnahmslos verboten.
Die
Gärung Bei einfachen bis mittleren Qualitäten ist die alkoholische
Gärung bei Temperaturen 14 - 20 Grad Celsius und unter Bildung von Alkohol
und Kohlensäure innerhalb von acht bis zehn Tagen beendet. Bei hochwertigen
Mosten mit hoher Zuckerkonzentration kann die Gärung sogar Monate dauern
(zum Beispiel bei Trockenbeerenauslesen). Der Gärungsverlauf wird oft durch
Kühlung oder Erwärmung gesteuert. Auch mit Hilfe von Edelstahl-Druckbehältern
kann eine gezügelte Gärführung erreicht werden. Damit ist es beispielsweise
möglich, einen Wein nicht ganz durchgären zu lassen, sondern eine bestimmte
Menge Fruchtzucker als Restzucker zu erhalten. Das hefetrübe, noch gärende
Produkt bezeichnet man auch als Federweißer, Bitzler, Rauscher oder Sauser.
Nach Beendigung der Gärung nennt man es Jungwein.
Der Ausbau von Wein Nach
Beendigung der Gärung wird der Hefetrub, der sich am Fass- oder Tankboden
abgesetzt hat, vom Jungwein getrennt. Man nennt diesen Vorgang Abstich. Danach
wird der Wein häufig geschwefelt, um Aldehyde, die den Weingeschmack beeinflussen
könnten, zu binden und um den Wein vor Oxydation zu schützen. Vor allem
bei Rotwein wird oft Wert auf den biologischen Säureabbau gelegt, bei dem
unter Mitwirkung von Milchsäurebakterien die Apfelsäure im Wein reduziert
wird (biologischer Säureabbau bzw. malolaktische Gärung).
Der
zweite Abstich erfolgt meist in Verbindung mit einer Schönung. Hierbei werden
dem Wein Schönungsmittel zugesezt, die feinste Trubteilchen binden und beim
Abstich entfernt werden.
Die Restsüße eines Weines lässt
sich durch Gärungsunterbrechung oder Zugabe von unvergorenem Traubenmost
kurz vor der Abfüllung erreichen. Bei sehr hohen Qualitäten wie Auslesen,
Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eiswein kommt es sehr häufig vor,
dass der Zucker nicht vollständig vergärt und so auf natürliche
Weise Restzucker im Wein erhalten bleibt.
Reife und Abfüllung Die
Zeit der Lagerung eines Weines im Fass und nach der Abfüllung in der Flasche,
also die Zeit der Reife, kann die Weinqualität und den Geschmack entscheidend
beeinflussen. Unter dem Gesichtspunkt, dass Verbraucher heute vornehmlich junge
und frische Wein bevorzugen, werden Weißweine oft nach kurzer Lagerung abgefüllt
und auf den Markt gebracht. Hochwertige Spitzenweine werden hingegen erst nach
deutlich längerer Lagerzeit in Flaschen gefüllt.
Bei Rotweinen
und auch bei weißen Burgundersorten ist die Lagerung in kleinen, ungebrauchten
Eichenholzfässern (Barrique) in den letzten Jahren zunehmend populär
geworden. Die Flaschenfüllung erfolgt heute je nach Betriebsgröße
mit halb- oder vollautomatischen Abfüllanlagen unterschiedlicher Größe
und Kapazitätsleistung. Die Flaschen werden bei diesem Vorgang sterilisiert,
um Verunreinigungen völlig auszuschließen und nach der Füllung
sofort mit Korken oder Schraubverschlüssen abgeschlossen. Da der Wein danach
einige Wochen zur Ruhe kommen sollte, lagern die Flaschen in temperierten Lagerräumen,
bevor sie in den Versand gehen. Die Ausstattung durch Etikett und Kapsel wird
je nach Betriebsstruktur direkt nach der Abfüllung oder später nach
Bedarf vorgenommen.
Kerner
- Rebsorte
Der "kleine Verwandte des Riesling" wird in allen
Qualitätsstufen angeboten. So gibt es den kernigen Schoppenwein genauso wie
die Spätlese, teilweise auch Sekt.
Herausgekommen ist allerdings kein
roséfarbenes Gewächs, und wir versuchen uns dies laienhaft mit der
Erinnerung an vergangene Biologiestunden zu erklären, wo beim Thema Vererbung
von dominanten und rezessiven Merkmalen die Rede war. Farblich
betrachtet konnten (bzw. sollten) sich offenbar die Einflüsse des Trollingers nicht durchsetzen. Gelungen ist die erfolgreiche
Kreuzung dem Züchter. Farblich
betrachtet konnten (bzw. sollten) sich offenbar die Einflüsse des Trollingers
nicht durchsetzen. Gelungen ist die erfolgreiche Kreuzung dem Züchter August
Herold im Jahr 1929 im württembergischen Lauffen am Neckar. Anfänglich
sprach man vom weißen Herold, bis - bezugnehmend auf den Weinsberger Poeten
und Oberamtsarzt Justinus Kerner (1786-1862) - die Trollinger x Riesling-Kreuzung
den Namen Kerner erhielt. Die im Auftrag der Weinsberger Versuchsanstalt erarbeitete
Kreuzungszüchtung We S 25-30 erhielt 1969 Sortenschutz.
Bedeutung Anfang
der siebziger Jahre freundeten sich die Winzer und Verbraucher mit der markanten
Neuzüchtung an. Ausgehend von der Pfalz verbreitete sie sich in allen deutschen
Anbaugebieten und wird auch im Ausland zu Versuchszwecken angebaut. Im Jahre 1992
erreichte der Kerner mit einer Anbaufläche von 7.826 Hektar den Höhepunkt
seiner Popularität, seitdem zeigt sich im Anbau eine rückläufige
Tendenz. Derzeit sind noch etwa 4.250 Hektar mit dieser Rebsorte bestockt, etwa
1.400 in Rheinhessen, 1.300 in der Pfalz und 450 im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer,
400 in Württemberg und einige wenige hundert Hektar an der Nahe und in Franken.
Anbau Die
Kernerrebe liebt Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind. Eine lange
Reifezeit bis in den Spätherbst ermöglicht Mostgewichte über denen
des Riesling. Holzreife und Frosthärte sind gut, die Laubarbeit gestaltet
sich arbeitsaufwändig. Die robuste, winterharte Rebe mit dickschaligen, gelbgrünen
Beeren gilt allerdings als anfällig gegenüber Oidiumbefall, zudem war
einige Jahre durch den Arabis-Mosaik-Virus ein Kernersterben zu beobachten. Die
Sorte liefert gute, recht kontinuierliche Erträge mit meist für Prädikatsweine
ausreichenden Mostgewichten.
Ausbau/Geschmack Der "kleine Verwandte
des Riesling" wird in allen Qualitätsstufen bis zur Spätlese angeboten
und entsprechend ausgebaut. So gibt es den kernigen Schoppenwein genauso wie die
Spätlese, teilweise auch Sekt, meist in der Geschmacksrichtung (extra-) trocken.
Farblich bewegt sich der Kerner meist zwischen hellgelb und strohgelb. Das Bukett
ist etwas aromatischer als beim Riesling, er ist säurebetont, feinaromatisch
und fruchtig (Birne, Orangenkonfitüre, Grüner Apfel, Johannisbeere,
Aprikose, Eisbonbon) und manchmal mit einem leichten Muskatton versehen.
Genuss Getrunken
werden die saftigen Schoppenweine als Durstlöscher, auch für eine Schorle
eignet sich die lebendige Säure des Kerner. Trockene oder halbtrockene Weine
gehobener Qualität passen gut zu leichten und dezenten Vorspeisen, wie Fisch-
oder Gemüseterrinen, zu sommerlichen Salaten, zu Fisch, Geflügel und
Kalbfleisch, zu Spargelgerichten, zu mildem Schnittkäse und Frischkäse.
Fruchtig süße Spätlesen passen besonders gut zu Desserts auf Apfelbasis.
Klima und Witterung
Deutschland zählt zu den nördlichsten Weinbauländern der Welt. Dass hier überhaupt Weinbau möglich ist, verdanken wir dem warmen Golfstrom.
Dass hier überhaupt Weinbau möglich ist, verdanken die deutschen Winzer in erster Linie dem warmen Golfstrom, der das Klima Westeuropas begünstigt.
Dennoch stellen Klima und Witterung in den deutschen Anbaugebieten Anforderungen an die Reben, die nicht mit den im Mittelmeerraum herrschenden zu vergleichen sind. Die Sonne scheint während der Vegetationszeit in den deutschen Anbaugebieten wesentlich weniger lang als in den südlichen Weinbauländern. Die frostfreie Periode ist kürzer und die mittleren Monatstemperaturen liegen niedriger. Die Hauptmenge der Niederschläge fällt in Deutschland während der Sommermonate, während es in den südlichen Weinbauländern hauptsächlich im Frühjahr, Herbst und Winter regnet. Hierzulande nehmen die Regenfälle zur Zeit der Traubenreife ab, bei den südlichen Nachbarn steigen sie zur Erntezeit stark an. Diese Klimafaktoren haben für den deutschen Wein ganz spezielle Auswirkungen. Die insbesondere für Weißweine charakteristischen fruchtigen Säuren bilden und erhalten sich infolge der mäßig warmen Sommer, der günstigen Niederschlagsmengen während der Vegetationszeit und der langsam verlaufenden Beerenreife.
Bei der starken Klimaabhängigkeit ist es leicht nachvollziehbar, dass die einzelnen Jahrgänge quantitativ und qualitativ stark variieren. Die jahrgangsbedingten Schwankungen werden umso geringer, je weiter man nach Süden kommt.
Königinnen
- Wein
Sämtliche Deutsche Weinköniginnen
seit dem Jahre
1949 in der Übersicht
Korken
- Champagner ChampagnerkorkenDer
Korken einer Champagnerflasche hat, wie bei allen Korken, ursprünglich eine
längliche zylindrische Form. Die bekannte Pilzform mit konischem Fuß
entsteht erst später. Der Korken wird stark komprimiert in den Flaschenhals
eingebracht. Mit der Zeit passt sich der Korken dem Flaschenhals an und verliert
während der Lagerung seine Elastizität. Nur der untere Teil des Korkens,
der mit dem Champagner in Berührung kommt, behält noch länger seine
ursprüngliche Elastizität. Daher weitet sich der untere Teil des Korkens
nach dem Öffnen der Flasche bis auf seinen ursprünglichen Durchmesser,
während das obere Fußstück aufgrund seiner Sprödigkeit den
Durchmesser des Flaschenhalses behält. Die Rückstellkraft dieses Pilzes
wird jedoch um so kleiner, je länger der Korken in der Flasche war.
Aus
Kostengründen ist der Champagnerkorken zweigeteilt. Während der obere
Teil des Korkens (der Kopf) aus Presskorken besteht, werden unten zwei Scheiben
aus Naturkorken angeklebt. Dieser Teil steht in unmittelbarem Kontakt zum Schaumwein.
Nach dem Verkleben wird der Korken geschliffen. Nach einer Qualitätsselektion
wird die Oberfläche häufig mit Paraffin
versiegelt.
Diese Versiegelung erhöht die Dichtheit des Korkens und erleichtert den Vorgang
des Verkorkens. Damit der Korken trotz des hohen Drucks in der Flasche bleibt,
wird er durch eine Agraffe und einen Champagnerdeckel gehalten. Bei den größeren
Flaschenformaten bestehen die Korken komplett aus Naturkork, jedoch gibt es auch
hier verschieden miteinander verklebte Schichten von verschiedener Korkqualität.
Meist sind unten 2-3 Scheiben von guter Qualität, worauf ein großes
Stück von schlechterer Qualität folgt, das den Hauptteil des Korkens
ausmacht. Oft wir dann Oben auf den Korken noch eine Scheibe von guter Qualität
aufgesetzt, auf die auch der Name des Champagners aufgedruckt wird.
Durch
Verwendung von Naturkork als Flaschenverschluss kann es auch bei hochwertigen
Champagner zu geschmacklichen Fehltönen (umgangssprachlich: Korkton)
kommen.
Kräuterküche
und Wein
Würzige Partnerschaften - Kräuterküche
und Wein
Was wären Tomaten und Mozarella ohne Basilikum,
Lammrücken ohne Rosmarin oder ein Frühlingsquark ohne Schnittlauch?
Alle Kräuter sind für den besonderen Genuss gewachsen. Sie verleihen
einem Gericht die besondere Note und
geben ihm den letzten pfiffigen Touch. Besonders
spannend ist ihr aromatisches Wechselspiel mit den Weinen, die zum Essen gereicht
werden. Den feinen Noten im Wein verschaffen manche unter den Kräutern erst
so richtig Gehör eine Leistung, die in dieser würzigen Partnerschaft
übrigens oft auf Gegenseitigkeit beruht. Einige einfache Regeln verhelfen
zu optimalem Genuss.
Gewürzkräuter sind in Genussfragen
recht eigen. Manche mögens heiß, damit sie ihre Aromen in aller
Fülle offenbaren, andere dagegen lassen sich am besten frisch gehackt genießen.
Auch untereinander sind sie sich nicht immer grün und formieren sich im Topf
sofort zu zwei strikt getrennten Fronten, wie der bekannte Chef de
Cuisine, Alfons Schuhbeck, beobachtet hat. Andere dagegen sind so gesellig, dass
sie erst im großen aromatischen Orchester voll aufblühen, andere wiederum
erst, wenn Wein ins Spiel kommt. Mitunter werden ihre feinen ätherischen
Öle erst vom Wein erschlossen, weiß Isabel Gänkler, Sommeliere
bei Alfons Schubeck in München. Estragon beispielsweise nutzt am liebsten
den Alkohol und die feine Weinsäure etwa eines ausdruckvollen Weißburgunders,
um seine Aromen auf unseren Geschmacksknospen zu verteilen. Vordergründiger
Dill dagegen lockt trotz seiner Dominanz auch die feinen Aromen eines leichten
Weißweins, beispielsweise einer Scheurebe, hervor und verbindet sie mit
dem typischen Eigengeschmack dieser Sorte zu einem besonderen kulinarischen Erlebnis.
Manche unter den Gewürzkräutern werden selten alleine
verwendet. Salbei ist meist in Verbindung mit Majoran zu schmecken und dieses
Duo wiederum ist eine köstliche Würze sowohl heller Fleischgerichte
als auch aromatischen Wilds. In diesem Fall sind Weißweine mit viel Ausdruck
und voller Frucht oder leicht gerbstoffbetonte Rotweine gefragt, um so auf die
Art der Speisen und ihre Zubereitung Rücksicht zu nehmen.
Diese Weintypen
lassen sich übrigens auch gerne mit Rosmarin ein. Doch sobald fruchtig-frisches
Gemüse ins Spiel kommt und die Unbeschwertheit, wie man sie von einigen provençalisch
gewürzten Gerichten kennt, ist dieser Stil auch im Wein gesucht. Fruchtigere
Rotweine mit weniger vordergründigen Tanninen (Gerbstoffen) aber auch kerniger
kraftvoller Weißwein mit einem Hauch Restsüße haben in diesem
Miteinander viel zu bieten.
Im Grunde ist es mit der
Kombination von Gewürzkräutern und Wein wie mit der Musik. Je nachdem,
auf welchem Instrument sie gespielt wird das Thema kommt immer durch, bringt
aber jedes Mal eine eigene Stimmung mit, so die Experten des Deutschen Weininstituts.
Ob Fisch, ob Fleisch, Geflügel oder Wild sie bieten den Resonanzboden,
auf dem sich die Aromen genüsslich ausbreiten. Für diesen Genuss ist
jedes Kraut gewachsen! Und erst recht die Weine!
Sinfonie
der Aromen So gelingt die Kombination von Kräuterküche und Wein:
Das DWI hat Würztipps aus Schuhbecks Gewürzküche und Weintipps
von Isabel Gänkler, Sommeliere bei Alfons Schuhbeck in München eingeholt.
Basilikum: Sein pfeffrig-würziges Aroma ist vielseitig
verwendbar. Ätherische Öle und Gerbstoffe machen es bekömmlich
und unterstützen die Fettverdauung. Dazu passen leichte frische Weine. Riesling
Classic sowie Grauburgunder mit gut eingebundener Säure geben der Kombination
den beliebten mediterranen Touch.
Kerbel: Ein mildes Gewürzkraut
mit feinen Anflügen von Anis. Es ist sehr hitzeempfindlich und entfaltet
seine Aromen am besten, wenn es kurz vor dem Servieren zugegeben wird. Seine feinen
Aromen suchen einen feingliedrigen zurückhaltenden Weinpartner: Trockener
Silvaner mit zartem Schmelz oder auch Weißburgunder harmonieren durch ihre
leichten Frucht- und Nuss-Aromen am besten.
Majoran: Die würzig-bitteren
Aromen sind sehr typisch und ausdrucksvoll. Meist zusammen mit anderen Gewürzkräutern
verwendet, ist es vor allem bei opulenten Fleisch- und Geflügelgerichten
für mehr Bekömmlichkeit im Einsatz. Zu hellen Geflügel- oder Kalbfleischgerichten,
mit Majoran oder Oregano gewürzt, ist ein gehaltvoller Weißwein mit
voller Frucht ein perfekter Partner. Der Jahrgang 2003 hat solche Weine hervorgebracht.
Rheingauer oder auch Pfälzer Riesling sowie Grauburgunder aus Baden oder
Rheinhessen sind hier Wunschpartner.
Bei schweren Gänse-,
Hammel oder Schweinebraten ist der passende Rotwein eher gerbstoffbetont und gehaltvoll,
wie beispielsweise Dornfelder oder Lemberger aus dem Barrique, die mit ihrer dunklen
Frucht und den frischen Gerbstoffen dem leicht kampferartigen Aroma ein Gegengewicht
bieten.
Petersilie: Ein Tausendsassa unter den Gewürzkräutern.
Das vielfältige, manchmal glat-te, manchmal krause Grün ist im Salat
ebenso willkommen wie in Suppen, Eintöpfen, Saucen, Gemüsen, und und
und. Der etwas süßliche Duft und der würzige, leicht scharfe Geschmack
verhält sich gegenüber Wein unkompli-ziert. Seine Aromen sind eher begleitend,
lassen sich von einem Weißburgunder leicht locken und beispielsweise in
Verbindung mit Fisch mit einem leichten Riesling von der Mosel intensivieren.
Auch Chardonnay unterstreicht die feine Würze.
Salbei:
Das strenge, kräftige Aroma ist in der Küche vielseitig einsetzbar;
in Suppen, Eintöpfen, Gemüsen und Nudelgerichten, Bratensaucen, mit
Kalbsleber, Geflügel ...
In Geruch und Geschmack erinnert es an eine
Mischung aus Lavendel und Kampfer, wirkt leicht adstringierend. Kräftige
Weißweine mit milder Säure, vielleicht auch einer gewissen Reife, sind
dann bei Gemüse und hellen Fleischgerichten ideale Partner. Zu dunklem Braten
und Fleisch mit kräftigen Röstaromen (z.B. Schmorbraten) empfehlen sich
kräftige Rotweine mit nachhaltigen Tanninen: Dornfelder aber auch im Holzfass
ausgebauter Spätburgunder aus Baden.
Schnittlauch: Das
beliebte Zwiebelkraut bringt neben dem milden Zwiebelaroma noch das frische Grün
und reichlich Vitamin C mit. Es wird nur roh und stets ganz frisch verwendet.
Sein feiner Zwiebelgeschmack wird von leichten Weißweinen mit milder Säure
betont. Zu Frischkäse und Salaten und Kartoffeln, die mit dem frischen Grün
geschmackvoll ergänzt werden, passen vor allem die Classic-Weine mit ihrer
fein-fruchtigen Harmonie. Auch Rosé-Weine mit lebendiger Frucht mögen
die kleinen pikanten Röllchen.
Thymian: Das duftige Gewürzkraut
hat sich mit der mediterranen Küche in unseren Breiten etabliert. Sein balsamisch-bitterer
Geschmack und seine Gerbstoffe sind eine beliebte Würze bei vielen gehaltvollen
Gerichten. Die ausdrucks-vollen Aromen der kleinen Pflänzchen suchen auch
im Wein Ausdruck und Kraft, gepaart mit einer frischen Säure, wie man sie
beispielsweise in einem Spätburgunder Weißherbst findet. Auch Riesling
gerne mit einer dezenten Restsüße ist vor allem zum beliebten
Zitronenthymian ein willkommener Verbundpartner.
Kullerpfirsich
Bowle Ein prickelnder Klassiker
Die Bowle ist ein erfrischendes Sommergetränk
aus Wein und Sekt mit Früchten oder Kräutern. Für alle Rezepte
gilt, dass man erst kurz vor dem Ausschenken den Sekt zugibt, während der
Ansatz mit stillem Wein erfolgt.
Bei diesem fruchtigen Mischgetränk kann
eigentlich nichts schief gehen, vorausgesetzt, es werden einige einfache Grundregeln
beachtet: Je weniger Zutaten, desto leichter
gelingt die Bowle. · Jede Bowle ist
so gut wie der Wein und Sekt, den man dafür verwendet. Denn nur gute Zutaten
ergeben eine gute Bowle, dazu gehören deutsche Qualitätsweine, leichte
Kabinettweine und fruchtige Winzersekte. ·
Nur frische und gutgereifte
Früchte verwenden. · Die Früchte behutsam schälen und zerkleinern,
nicht zerdrücken. · Die Früchte mit wenig Zucker bestreuen oder
mit Traubenlikör marinieren, so erschließt sich das Aroma. Wer süße
Bowlen bevorzugt, nimmt liebliche Weine. · Sekt und Mineralwasser - gut
gekühlt - erst kurz vor dem Servieren hinzugeben, damit die Bowle möglichst
lange prickelt · Die richtige Bowlentemperatur liegt etwa bei 5 bis 8°
C also etwas kühler als die normale Serviertemperatur für Wein. ·
Eiswürfel nicht direkt in die Bowle geben, denn davon wird sie wässrig.
Tipp: Bowlengefäß in ein größeres, mit Eisstücken gefülltes
Gefäß stellen oder die kleinen bunten mit Wasser gefüllten Plastikgarnituren
in Form von Früchten benutzen, die tiefgefroren die Bowle kühlen, ohne
sie zu verwässern.
Für
Rotwein-Bowlen gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für Weißwein-Bowlen.
Besonders geeignet sind die weniger gerbstoffbetonten Sorten, wie Trollinger und
Portugieser oder jugendliche Weißherbste, die sich besonders für Bowlen
aus Kirschen oder mit dunklen Beeren empfehlen.
Übrigens: Wenn die
Bowle zur Neige geht, nicht verlängern. Wenn sie alle ist, lieber noch einen
guten Wein servieren. Einst Mittel gegen die Langeweile
Dem
erfrischenden Sommergetränk aus Wein und Früchten gibt das englische
Wort "bowl" (Gefäß) seinen Namen. Denn britische Kolonialoffiziere
sollen die "Erfinder" der Mixspezialität gewesen sein: Als Mittel
zur Stärkung und gegen die Langeweile ließen sie sich in Indien von
ihren Dienern ein Getränk aus mindestens fünf Zutaten "brauen",
das sie sich dann in einer großen "Bowl" servieren ließen.
Mit den Briten begann im 18. Jahrhundert der Siegeszug derBowlen nach Europa:
Zunächst dem Adel vorbehalten, wurde bald auch in gutbürgerlichen Kreisen
das "Bowle-Trinken" zum Zeitvertreib. Vom Lieblingsgetränk der
feinen Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert entwickelte sich die Bowle zum
Partyrenner der fünfziger Jahre - und findet heute als belebendes und frisch-fruchtiges
Sommergetränk wieder zunehmend Freunde.
Genussvolle
Bowlen mit deutschen Weinen und Sekten
Erdbeerbowle
Einen großen Teller mit frischen Erdbeeren vorbereiten. Größere
Früchte halbieren oder vierteln. Mit Zucker überstreuen und Saft ziehen
lassen oder mit Traubenlikör marinieren. Anschließend Früchte
und Saft in einen Bowlentopf geben und mit einer kleineren Weinmenge ziehen lassen.
Später vier bis fünf Flaschen Wein z. B. gut gekühlten Rosé
oder Weißherbst dazugeben. Bowlentopf möglichst in Eis stellen. Kurz
vor dem Servieren eine Flasche deutschen Winzersekt dazugeben und genießen...
Pfirsichbowle Sechs
bis acht reife Früchte schälen, halbieren und Steine entfernen. Zerteilte
Früchte mit Zucker überstreuen und ziehen lassen. Dann mit 3 bis 4 Flaschen
Wein z.B. einem Riesling oder Silvaner auffüllen und möglichst in Eis
einige Stunden ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren eine Flasche deutschen Winzersekt
dazugeben, das bringt den letzten Pfiff.
Himbeerbowle
Frische
Himbeeren vorsichtig reinigen und mit Zucker bestreuen. Danach die Bowle wie eine
Erdbeerbowle zubereiten. Zum Schluss eine Flasche Winzersekt z.B. Weißburgunder
oder Silvaner, dazugeben und servieren.
Melonenbowle
Eine
kleine Melone schälen, von Mark und Kernen befreien, in dünne Scheiben
schneiden und mit Zucker bestreuen. Mit einer kleinen Menge Wein, z.B. einem Grauen
Burgunder oder einem reifen Riesling, übergießen und einige Stunden
ziehen lassen. Danach mit drei Flaschen Wein auffüllen und noch einige Zeit
auf Eis ziehen lassen.
Kullerpfirsich
In
eine Sektschale einen kleineren, geschälten Pfirsich legen, der von allen
Seiten mit einer Gabel eingestochen wurde. Danach mit Rieslingsekt auffüllen,
dann beginnt sich der Pfirsich im Glas zu drehen. Gleichzeitig teilt die Frucht
ihr dezentes Aroma dem spritzigen deutschen Winzersekt mit.