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KULTUR – FREIZEIT – SEHENSWÜRDIGKEITEN – ESSEN – TRINKEN – RESTAURANTS
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Saale-Unstrut - Anbaugebiet - Tausend Jahre Weinkultur (Karte  )
Ursprüngliche Landschaften finden sich hier: Steilterrassen, Jahrhunderte alte Trockenmauern und Weinberghäuschen, dazwischen Streuobstwiesen, Flussauen und Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Hoch oben stehen trutzige Burgen und Schlösser. Kultur und Geschichte, Natur, Romantik und Wein sind hier ganz selbstverständlich vereint. Die Reben geben der Flusslandschaft ihren unverwechselbaren Charakter und das seit 1.000 Jahren: In einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III. an das Kloster Memleben fand der Weinbau an Saale und Unstrut bereits 998 seine erste urkundliche Erwähnung. Viele Burgen und Schlösser an Saale und Unstrut bezeugen, dass es sich hier schon immer gut leben ließ. Entlang der Weinstraße Saale-Unstrut verläuft die "Straße der Romanik" sowie die "Himmelswege". Burgen und Schlösser, bedeutende Bauwerke sowie mystische Stätten, wie der Fundort der "Himmelsscheibe von Nebra", dem ältesten Zeugnis des Himmels sowie das Sonnenobservatorium von Goseck erzählen von der kulturellen Geschichte des Landes. Auf dem sehr gut ausgebauten Rad-, Wander- und Wasserwegenetz macht die Erkundung des Saale-Unstrut-Gebietes und seiner Weine der Weingüter, Straußwirtschaften und Gutsschänken besonders viel Spaß.
Traditionell trocken ausgebaute Weine von hoher Qualität mit gebietstypischer feinnuancierter Fruchtigkeit und Spritzigkeit sind das Markenzeichen des Gebiets, das mit ca. 650 Hektar zu den kleineren Weinanbaugebieten Deutschlands zählt. Drei Bundesländer teilen sich die Weinregion Saale-Unstrut: Sachsen-Anhalt (606 ha), Thüringen (40 ha) und Brandenburg (6 ha), wobei der weitaus größte Teil des Gebietes im Süden Sachsen-Anhalts liegt. Über 20 Rebsorten laden zum Probieren und Vergleichen ein. Hauptsorte ist der Müller-Thurgau, der hier dank des geringen Ertrages erstaunliche Feinheiten birgt. Besonders stolz sind die Winzer von Saale und Unstrut auf ihren Weißburgunder, der die fraglos besten Weine der Gegend hervorbringt. Danach folgt der Silvaner. Neben den Klassikern des Anbaugebietes bereichern aber auch Rebsorten wie Kernling, Andre oder Zweigelt das Angebot für Weingenießer - Raritäten, die immer schnell ausverkauft sind.

Saale-Unstrut im Überblick
Geographische Lage: in den Tälern von Saale und Unstrut. Klima:Jahresmitteltemperatur über 9 Grad Celsius bei geringer Niederschlagsmenge. Böden:Muschelkalk, Buntsandstein. Rebfläche:ca. 650 ha, 3 Bereiche, 4 Großlagen, 34 Einzellagen. Rebsorten:Müller-Thurgau, Silvaner, Weißburgunder, Riesling, Portugieser, Kerner, Bacchus, Traminer. Vermarktung:überwiegend in Ostdeutschland an Endverbraucher, über Gastronomie und Handel, im Westen als Spezialität im Fachhandel und im gutsortierten Lebensmittelhandel / Kaufhäuser.

Radeln und Genießen

Dieses deutsche Weinanbaugebiet ist nach den beiden Flüssen benannt, in deren engen Tälern die terrassierten Weingärten liegen. In großem Bogen fließt die Saale um die alte Bischofstadt Naumburg und nimmt danach die kleine Unstrut im Blütengrund mit auf den Weg zur Elbe. Die idyllischen Flussufer säumt ein gut ausgebautes Radwegenetz , doch auch mit Kanu, Kajak oder Schlauchboot können Weinreisende dieses nördlichste europäische Anbaugebiet auf dem Wasserweg trefflich erkunden.

Im Kanu durch das Weinbaugebiet gleiten
Die Unstrut ist ein unkomplizierter Fluss, während die Saale stellenweise starke Strömung hat. Wer hier mit Kanu oder Kajak paddeln möchte, etwa flussabwärts von Camburg nach Bad Kösen oder Naumburg, sollte schon etwas Erfahrung haben. Auf der Unstrut ist die Strecke zwischen Artern und Schönburg besonderes reizvoll. Allerdings sollte man die Schleusenzeiten beachten, um die Boote nicht über Land umtragen zu müssen. Wassersportfreunde können Schlauchboote mieten oder im traditionellen Holzkanu entlang der Ufer des Anbaugebietes Saale-Unstrut paddeln (). Der SV Nebra bietet Frühaufsteher-Kanutouren und abendliche Kanu-Fackelfahrten an . Der Veranstalter Saale-Unstrut Tours organisiert neben Kanadier- und Kajakfahrten auch Weinverkostungen im Weinberg oder abendliche Ritteressen auf einer der zahlreichen Burgen. Bei mehrtätigen Ausflügen bietet der Veranstalter im Tipi-Dorf Kirchscheidungen originelle Übernachtungsmöglichkeiten.

Liquid Sound in der Toskana-Therme
Das nasse Element in Verbindung mit Musik hat die Toskana-Therme im kleinen Bad Sulza zum Besuchermagneten werden lassen. Das Besondere an dieser Therme ist der Liquid Sound: Unterwasserlautsprecher und wechselndes Licht sorgen im Zusammenspiel mit der warmen Sole für ein entspannendes Badeerlebnis. Die Ohren unter Wasser, können die Gäste jeden Freitag Abend klassischer Musik lauschen. Auch bei Vollmond veranstaltet die Therme Unterwasser-Konzerte, dann ist sogar bis zwei Uhr nachts geöffnet.

Der Naturpark Saale-Unstrut
Wer seinen Urlaub doch lieber auf dem Trockenen verbringen möchte, dem bietet der Naturpark Saale-Unstrut mit einem über 1000 Kilometer langen Wanderwegenetz und auf insgesamt 200 Kilometer Radwegen die Möglichkeit dazu. Durch das Kerngebiet rund um die Unstrut-Mündung führen der Saale-Weinwanderweg und die Weinstraße Saale-Unstrut. Der Naturpark bietet geführte Orchideenwanderungen, Weinbergswanderungen und auch Exkursionen zum Fundort der Himmelsscheibe von Nebra an. Hier und da öffnen sich dem Wanderer Ausblicke auf Weinberge, schroffe Kalksteinfelsen, Streuobstwiesen und stolze Burgen.

   
etwa flussabwärts von Camburg nach Bad Kösen oder Naumburg, sollte schon etwas Erfahrung haben. Auf der Unstrut ist die Strecke zwischen Artern und Schönburg besonderes reizvoll.


Die heimliche Hauptstadt und Rotkäppchen
Im Naturpark können Sie sich auch für eine Führung durch den herzoglichen Weinberg bei Freyburg anmelden. Dieser ist als Demonstrationsweinberg eingerichtet, sodass sich Besucher intensiv über den Weinbau in Saale-Unstrut informieren können.

Freyburg ist die heimliche Hauptstadt von Saale-Unstrut. Doch bekannter als der Wein ist hier der Sekt der Marke Rotkäppchen. Eine Attraktion ist die historische Kellerei mit dem beeindruckenden Lichthof und dem monumentalen, handgeschnitzten Cuvéefass im Domkeller. Führungen finden täglich um 14 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen zusätzlich um 11 Uhr statt (Anmeldung unter 034464-340).

Nietzsche in Naumburg
Sehenswerte Kunst- und Kulturdenkmäler wie Burgen, Schlösser und Kirchen gibt es im Gebiet um Saale und Unstrut zuhauf, besonders die Moritzburg, der Naumburger Dom und das Zisterzienserkloster Schulpforta lohnen einen Besuch. Hier gingen Klopstock, Nietzsche und Fichte zur Schule. Die Geschichte der Kaiserpfalz von Memleben ist unmittelbar mit dem Weinbau verknüpft: Kaiser Otto schenkte dem Kloster Memleben um das Jahr eintausend Ländereien, in der Urkunde sind auch Weinberge aufgezählt.
Wenn es Ihnen an Saale und Unstrut gut gefallen hat, dann ist eine Weinpatenschaft ein guter Grund, um regelmäßig zurückzukehren. Ihren persönlichen Rebstock können Sie mit einer Banderole kennzeichnen und die Trauben im Herbst selbst ernten. Ist der Wein fertig ausgebaut, bekommen Sie Ihre persönliche Flasche zugeschickt.

Tipps für Kinder
Ein Paradies für Kinder ist Eckartsberga mit seiner Sommerrodelbahn, dem großen Irrgarten und mitteldeutschen Burgen und Schlössern im Miniaturformat. Im überaus empfehlenswerten Erlebnistierpark Memleben können Sie gemeinsam mit einem Mahout auf einem Elefanten reiten und sich morgens von einem Kamel wecken lassen, vorausgesetzt, Sie übernachten in einem Zirkuswohnwagen auf dem Tierparkgelände.

Weinfest-Empfehlung
Das Freyburger Winzerfest findet jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende statt. Höhepunkt ist die Wahl der Gebietsweinkönigin, die anschließend im herzoglichen Weinberg gefeiert wird. Dann werden Weine aus dem gesamten Anbaugebiet verkostet.

Außerdem
Vom Weinbau zeugt auch das „Steinerne Bilderbuch“, ein über 150 Meter langes Bildrelief im sogenannten Blütengrund zwischen Naumburg und Großjena, einer der reizvollsten Landschaften der Region. Das Relief wurde vor ca. 200 Jahren in den Sandstein gehauen und zeigt zwölf Bilder mit Szenen aus der biblischen Geschichte, die sich auf den Weinbau beziehen. Zwar befindet es sich auf einem Privatgrundstück, doch auch von außen ist es sehr gut zu besichtigen.

Saale-Unstrut und Umgebung
Unter der Altstadt von Zeitz befinden sich zwischen 200 und 300 Ganganlagen, die nach Beräumungs und Sicherungsarbeiten nun für Besucher zugänglich sind.

Die Brikettfabrik „Herrmannschacht“ bei Zeitz ist heute Industriedenkmal und ermöglicht dem Besucher die Entstehung der Braunkohle, deren Verarbeitung und Verwendung nachzuvollziehen.

Im Maßstab 1:87 sind in dem nordwestlich von Naumburg gelegen Dörfchen Wiehe auf einer Ausstellungsfläche von 12 000 Quadratmetern neben der Fahrstrecke des Orientexpress ganze Thüringer Eisenbahnlandschaften nachgebaut. Der Modellbahnfreak Hans Jörg Stiegler hat sich hier einen Kindheitstraum erfüllt.


Sachsen - Anbaugebiet - Spezialitäten und Raritäten
Wo am Rhein schon die letzten Weinberge enden, beginnen sie an der Elbe erst. Sachsen ist das nordöstlichste Anbaugebiet Deutschlands. (Karte  )

Das Datum der urkundlichen Ersterwähnung ist 1161. Legenden weisen aber darauf hin, dass die Ursprünge des Weinbaus bereits viel früher lagen.
Wo am Rhein, am 51. Breitengrad, die letzten Weinberge kurz vor Bonn enden, beginnen sie an der Elbe erst. Sachsen ist das nordöstlichste Anbaugebiet Deutschlands. Dass hier trotzdem, insbesondere bei Weißweinen, Spitzenqualitäten gekeltert werden können, ist Ausdruck einer besonderen Klimagunst, welche der in Sachsen bereits dominante Einfluss des Kontinentalklimas bringt. Dort, wo die Niederschläge noch ausreichen, schafft das Kontinentalklima aufgrund seiner hohen durchschnittlichen jährlichen Sonnenscheindauer für das Wachsen und Reifen optimale Bedingungen. Das Elbtal liegt mit einer Sonnenscheindauer von 1.570 Stunden im Jahr gleich auf, beziehungsweise zum Teil sogar noch höher als einige der übrigen deutschen Anbaugebiete.

Die typischen terrassierten Steillagen sind ein besonderes Kleinod des Weinbaus in Sachsen, denn hier am steilen Hang, im Widerschein der Elbe und der Rückstrahlung der Bruchsteinmauern gedeihen die großen Weine dieser Region wie Weiß- und Grauburgunder und vor allem Traminer.

Der besondere Charakter des Sachsenweines wird auch durch die sehr unterschiedlichen Bodenarten bestimmt, denn das Elbtal ist durch eine Vielzahl geologischer Formationen geprägt. Dementsprechend variantenreich ist der Charakter dieser Weine. Zu einem besonderen Erlebnis wird der Weingenuss in Verbindung mit der Landschaft des Elbtals, die wie der Wein ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter hat. Einmalig ist im Elbtal die Verbindung von Baukunst und Weinbau: Schlösser, Lust- und Herrenhäuser, Weinbergkirchen, alte Winzerhäuser und Weinschänken zeugen davon.

Sachsen im Überblick
Geographische Lage: Elbtal und Nebentäler zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz über 55 km, daneben Bereich Elstertal. Klima: milde Jahrestemperaturen, mittlere Niederschläge. Böden: Vielfältig von Granit- und Granitporphyrverwitterungen bis zu Lehm, Löß und Sandstein. Rebfläche: ca. 420 ha, 2 Bereiche, 4 Großlagen, 17 Einzellagen. Rebsorten: Müller-Thurgau, Riesling, Weiß- und Grauburgunder, Traminer, Spätburgunder, Kerner. Vermarktung: überwiegend im Gebiet an Endverbraucher und in der Gastronomie, ein kleiner Teil als Spezialität im Fachhandel.

Zwischen Trockenmauern und schmalen Terrassen

Die östlichste und kleinste Weinbauregion Deutschlands ist für viele noch ein Geheimtipp. Wer aber die Weine von den steilen Flusshängen der Elbe gekostet hat, der kommt bestimmt wieder.


Sächsische Weine sind eine Rarität, denn weniger als ein Prozent der gesamten deutschen Weinmenge stammt aus Sachsen. Wie gut, dass es trotzdem zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz genügend Straußwirtschaften gibt, um zum Beispiel vom sächsischen Goldriesling zu kosten.

Zwischen Schlössern und Reben
Von der Stadt Pirna, dem „Tor zur Sächsischen Schweiz“, über Dresden und Meißen bis hin zu den romantischen Elbweindörfern um Diesbar-Seußlitz verläuft die Sächsische Weinstraße. Bemerkenswert sind das gut erhaltene historische Stadtzentrum von Pirna und Pillnitz mit seinem Schloss und der Weinbergkirche inmitten des Königlichen Weinbergs.

   
Von der Stadt Pirna, dem „Tor zur Sächsischen Schweiz“, über Dresden und Meißen bis hin zu den romantischen Elbweindörfern um Diesbar-Seußlitz verläuft die Sächsische Weinstraße
Der Elberadweg, eine der beliebtesten Radrouten Deutschlands, verläuft überwiegend parallel zur Sächsischen Weinstraße und zum Fluss.

 

Mit dem Rad und zu Fuß entlang der Weinberge
Der Elberadweg, eine der beliebtesten Radrouten Deutschlands, verläuft überwiegend parallel zur Sächsischen Weinstraße und zum Fluss. Genau beschrieben sind sämtliche Streckenabschnitte unter www.elberadweg.de. Der Tourismusverband Sächsisches Elbland und AugustusTours bieten Pauschalreisen an.

Geführte Weinwanderungen zu Fuß können auch bei diesem Veranstalter gebucht werden, unter www.saechsischer-weinwanderweg.de sind die Etappen detailliert mit Karten und Sehenswürdigkeiten aufgeführt. Der Sächsische Weinwanderweg bietet immer wieder herrliche Ausblicke: im Vordergrund die langen Reihen von Reben, hier und da ein Weinbergshaus. Unten im Tal das glitzernde Band der Elbe, Boote und Dampfer.


Mit dem Schaufelraddampfer auf der Elbe
Mit dem Dampfer können Sie das Reben-Revier von Dresden ausgehend entdecken. Die Stadt ist Heimathafen der ältesten und größten Raddampferflotte der Welt. Die Schiffe stammen alle aus dem 19. Jahrhundert und werden noch mit originalen Dampfmaschinen betrieben. Sie starten von April bis Oktober täglich und schaufeln sich elbabwärts über Radebeul und Meißen bis Diesbar-Seußlitz und zurück.

Die erste Weinbauschule
Meißen gilt als die Wiege des Weinbaus im Sächsischen Elbland. Ein Bischof soll Anfang des 12. Jahrhunderts die ersten Rebstöcke selbst gepflanzt haben. 1811 wurde die erste europäische Winzerschule in Meißen gegründet, noch heute gibt es Weinberge im Stadtbereich. Neben dem Dom und der Albrechtsburg mit ihrem beeindruckenden Gerichtssaal und dem Großen Wendelstein sollte der Weinreisende die zahlreichen historischen Weinstuben in der Stadt Meißen nicht verpassen.

"Weißes Gold"
Auf der ganzen Welt bekannt ist Meißen des „Weißen Goldes“ wegen. In der Schauwerkstatt der Porzellan-Manufaktur kann man Glasurmaler und Dreher bei der Arbeit beobachten. Wer es einmal selbst probieren möchte, besucht einen Mal- und Kreativkurs (Dauer: drei bis neun Tage). Dass der Wein auch beim Porzellan eine besondere Rolle spielt, hängt mit seiner eigenen Kulturgeschichte zusammen, denn der Wein hat noch immer bei Tisch, während der Feste und bei religiösen Zeremonien besondere gesellschaftliche Bedeutung. Ein Dekorklassiker der Manufaktur heißt „Voller grüner Weinkranz“.


Das Belvedere und Schloss Wackerbarth
Das zwischen Meißen und Dresden gelegene Radebeul prägt mit seinen steilen, durch wärmespeichernde Trockenmauern zu schmalen Terrassen abgestuften Weinbergen und den schmucken Schlösschen das Bild der Weinregion Sachsen außerordentlich. Mancherorts gilt es sogar als Inbegriff des Weinlandes Deutschland überhaupt. Besonders elegant ist das zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth, erstes Erlebnisweingut Europas, gehörige Belvedere. Man kann sich gut vorstellen, dass hier einst August der Starke rauschende Feste im barocken Lustgarten feierte. Auch die Besichtigungen des Weinguts werden natürlich nicht „trocken“ durchgeführt. Hier lernen die Besucher, wie sich die alkoholische Gärung vollzieht oder warum Sekte gerüttelt und nicht geschüttelt werden. Die Sekttour findet täglich ab 17 Uhr statt, die Weintour ab 14 Uhr.

   
Das zwischen Meißen und Dresden gelegene Radebeul prägt mit seinen steilen, durch wärmespeichernde Trockenmauern zu schmalen Terrassen abgestuften Weinbergen und den schmucken Schlösschen das Bild der Weinregion Sachsen außerordentlich.
Radebeul lockt nicht nur mit Weinkultur, sondern auch mit dem Wilden Westen: Die Villa Shatterhand steht in der Karl-May-Straße Nummer 5

 

In Radebeul beginnt der Wilde Westen
Radebeul lockt nicht nur mit Weinkultur, sondern auch mit dem Wilden Westen: Die Villa Shatterhand steht in der Karl-May-Straße Nummer 5, in welcher eben dieser Schriftsteller lebte. Heute ist ein Museum in den Räumen eingerichtet, die kleinen Indianer können sich im Fährtenlesen und Bogenschießen üben.

Noch mehr Winnetou-Flair kann man auf der Bahnstrecke zwischen Radebeul und Radeburg erleben. Seit 1884 schnauft der Lößnitzdackel durch das Moritzburger Teichgebiet. An bestimmten Sommertagen müssen Sie mit einem Zugüberfall rechnen. Dann tauchen berittene ballernde Cowboys im Lößnitzgrund auf und sorgen für Wildwest in Sachsen.

Weinfest-Empfehlungen
Das Sächsische Winzerfest findet jedes Jahr Mitte Juli im Barockzentrum der Landeshauptstadt statt. Am letzten Augustwochenende öffnen mehr als zwanzig Weingüter ihre Tore und laden zu Kellerbesichtigungen, Weinbergsführungen und Verkostungen ein. Das Meißener Weinfest, das größte de Region findet am letzten Septemberwochenende statt. Am selben Wochenende eröffnet
Bacchus persönlich das Herbst- und Weinfest Radebeul in Altkötzschenbroda. Das Besondere: Parallel zum Fest treffen Komödianten aus aller Welt zum Wandertheater-Festival ein. Am letzten Abend ziehen sie gemeinsam mit dem Publikum auf die Elbwiesen, wo mit einem furiosen Spektakel das Fest beendet wird.


Außerdem
Im Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul findet jeden ersten Samstag im Monat findet die außergewöhnliche Weinprobe „Spiel der Aromen“ unter Anleitung des Chefverkosters statt (40 Euro pro Person).

Für Sterngucker bietet die Radebeuler Sternwarte jeden Freitag ab 20 Uhr Himmelsbeobachtungen an. Jeden Samstag um 15 und 19 Uhr führen die Astronomen durch die Sternwarte, halten einen Vortrag im Planetarium und schauen anschließend durch das Fernrohr. Die Volkssternwarte liegt inmitten der Weinberge und bietet dem Besucher eine hervorragende Aussicht über das Elbtal.

In dem mehr als 600 Jahre alten Gutshof des Weingutmuseums Hoflößnitz bei Radebeul kann man Wissenswertes über die Arbeit der Winzer vom Rebschnitt im Winter bis zur Ernte im Herbst erfahren. Die Spitzhaustreppe mit ihren über 400 Stufen führt zu einem überwältigenden Ausblick in das Elbtal. Beim Weinfest Ende August stellen unter anderem Böttcher und Korbmacher ihr Handwerk vor.

Die Winzergenossenschaft Meißen bietet geführte Weinwanderungen, Kellerführungen und Weinproben an. Wer selbst anpacken möchte, kann sich hier zur Traubenlese melden.

Im Schlosspark von Pillnitz wächst eine ganz besondere Blume: Die über 220 Jahre alte Kamelie ist rund neun Meter hoch und misst elf Meter im Durchmesser. Im Sommer steht sie frei, im Winterhalbjahr in einem Glashaus. Besonders lohnt ein Besuch zwischen Mitte Februar bis April, dann schmückt die Kamelie sich mit etwa 35 000 pinkfarbenen Blüten.
Das Schloss von Pillnitz selbst beherbergt heute das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und lohnt nicht nur wegen des Throns von August dem Starken einen Besuch.
In Dresden ist ein Mikromuseum dem in der Elbestadt geborenen Schriftsteller Erich Kästner gewidmet. Das sehr kleine, maßgeschneiderte Museum kann der Betrachter selbst entdecken, indem er die interaktiven Säulen entblättert.

In der Umgebung
Hinter Pirna verengt sich das Elbtal, die einmaligen bizarren Felsen der sächsischen Schweiz tauchen auf. Die beeindruckende Variation von Bergwelt, Flusstälern und langgestreckten Ebenen macht diese Region zu einem Paradies für Wanderer. Das Sandsteinplateau der Bastei, dem am weitesten zur Elbe vorspringenden schmalen Felsrücken, eröffnet dem Besucher in einer Höhe von 194 Metern über dem Elbspiegel einen unvergesslichen Blick über das Elbtal auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz bis weit in die benachbarte Landschaft.



Sächsisches Zwiebelfleisch, mit Klößen. Rezepte mit Rotwein

Ein Gericht mit mild-würziger und deutlich süßlicher Note. Diese kann durch einen feinfruchtigen Weißwein mit leicht betonter Säure kompensiert werden.

Zutaten für 4 Personen:

Für das Fleisch:

Rezepte - Sächsisches Zwiebelfleisch mit Klößen

1 Schweinshaxe (etwa 1,5 kg)
etwas Salz
1 ½ L Wasser
1 Möhre
1 Petersilienwurzel
2 Nelken
6 Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt

Für die Sauce:

250 g Zwiebeln
4 EL Schweineschmalz
2 EL Semmelbrösel
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
etwas Kümmel
etwas Zucker

Für die Klöße:

200 g durchwachsener Speck
100 g Semmelbrösel
1 kg gegarte Pellkartoffeln vom Vortag
250 bis 300 g Mehl
1 TL Backpulver
1 frisches Ei
etwas Salz
4 EL Milch
Mehl zum Ausrollen

Zubereitung:

Das Fleisch mit 1,5 l gesalzenem Wasser aufsetzen. Möhre und Petersilienwurzel waschen, putzen und zerkleinern. Mit den Gewürzen zum Fleisch geben. Gut 2 Stunden zugedeckt köcheln lassen.
Inzwischen für die Klöße den Speck fein würfeln, in einer Pfanne auslassen und in einem Sieb abtropfen lassen. 3 Esslöffel des Bratfetts in der Pfanne belassen und die Semmelbrösel darin anrösten.
Die Kartoffeln schälen und fein reiben. Mehl, Backpulver und Ei darunter rühren. Mit Salz abschmecken. Nach Bedarf Milch dazugeben, sollte der Teig zu fest sein.
Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem 1 cm dicken Quadrat ausrollen. Speck und Semmelbrösel darauf verteilen und den Teig einrollen. Die Rolle in 6 cm breite Stücke schneiden und die Schnittkanten fest zusammendrücken, damit die Füllung nicht herausquellen kann.
Das Fleisch aus der Brühe nehmen und warm stellen. Die Brühe durchsieben und auf die Hälfte einkochen lassen.
Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. Das Schmalz erhitzen und die Zwiebeln darin hellgelb braten.
Nun ¼ l der Fleischbrühe hinzufügen und die Sauce etwa 20 Minuten durchkochen lassen. Die Semmelbrösel hinzufügen. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken.
Inzwischen die restliche Fleischbrühe für die Klöße mit Wasser auf 1 l auffüllen, erhitzen und die Klöße darin bei geringer Hitze etwa 20 Minuten ziehen lassen.
Das Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden und etwa 10 Minuten in der Sauce ziehen lassen. In einer vorgewärmten Schüssel auftragen. Die Klöße dazu servieren.
Kulinarisches:
Wickelklöße werden zu Fleischgerichten aller Art gereicht. Auch zu den meisten Gemüsesorten passen sie. Am liebsten isst man sie zu Sauerkraut.

Weinempfehlung:
Die reichlichen Zwiebeln, unterstützt durch die Beigabe von etwas Zucker, geben dem Gericht eine mild-würzige und deutlich süßliche Note. Diese kann durch einen feinfruchtigen Weißwein mit leicht betonter Säure angenehm kompensiert werden. Ein gereifter Elbling, halbtrocken bis trocken, bietet eine angenehm harmonische Kombination.

  


Saint Laurent - Rebsorte
Einem Pfälzer Winzer ist es zu verdanken, dass die wertvolle Rebsorte auch in Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance erleben darf.
Dessen Sohn, der Rebveredler Carl Bronner, sorgte für eine gewisse Verbreitung der Sorte. Ob im Elsass die Heimat des Saint Laurent festzumachen ist oder in einem anderen Teil Frankreichs, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Ihren Namen erhielt die rote Traubensorte möglicherweise durch den Kalenderheiligen St. Laurentius. Er gilt im übrigen auch als Schutzpatron der Köche. Dessen Gedenktag fällt zumindest mit dem Beginn der Traubenreife des Saint Laurent (10. August) zusammen. Der Saint Laurent wurde lange Zeit als Spielart des Spätburgunders eingeordnet, doch neuerdings wird er als eigenständige Rebsorte apostrophiert.

Bedeutung
Heute liegt das Hauptverbreitungsgebiet des Saint Laurent in Österreich. Einem Südpfälzer Winzer ist es wohl zu verdanken, dass die wertvolle Rebsorte auch in Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance erleben darf. Der vermutlich letzte in Deutschland noch vorhandene Rebstock wäre beinahe in den sechziger Jahren in der Rebschule Rhodt ausgehackt worden. Nach einigen Jahren der Erhaltungszüchtung hatten die Rebschulen wieder Pflanzmaterial. Seitdem wächst die Saint Laurent - Fläche beständig. Etwa zwei Drittel davon haben Pfälzer Winzer angelegt. Bundesweit waren 2005 670 Hektar mir der edlen Rotweinsorte bestockt. Eine weiter anhaltende Verbreitung ist absehbar.

Anbau
Die Sorte treibt früh aus (Gefährdung durch Maifröste) und reift zeitig. Insofern werden nur mittlere Lagen beansprucht. Allerdings lassen kühle Lagen die Säurewerte auf zu hohem Niveau verharren. Tiefgründige Böden sind ebenso geeignet wie kalkhaltige. Eine weiträumige, luftige Erziehung verhindert zu frühe Traubenfäule. Dadurch kann die Säure von 8 bis 10 Promille bei längerem Zuwarten im Herbst am Stock noch etwas abgebaut werden. Der Ertrag fällt mit 70 bis 80 hl/ha mittel aus. Das durchschnittliche Mostgewicht erreicht beachtliche 80 Grad Oechsle.

Ausbau/Geschmack
Hochgrädige Moste mit guten Extrakt- und Säurewerten lassen meist kräftige und gleichzeitig frisch - fruchtige Rotweine entstehen. Verschiedentlich werden höhere Qualitäten auch im Barrique ausgebaut. In der Farbe sind sie tiefrot. Mitunter lassen sich in den fruchtigen Weinen Aromen von Holunderbeeren oder von Wildkirschen erkennen.

Genuss
Da in den meisten Fällen die Winzer die Rebsorte als Ergänzung ihres gehobenen Rotweinangebots sehen, handelt es sich bei den Saint Laurent Weinen meist um anspruchsvolle Tropfen, die sich gut zur Sonntagstafel eignen. Je nach Fruchtigkeit und Dichte passen sie eher zu leichteren oder kräftigeren Gerichten bis hin zu Wild und reifem Käse.

  



Salmanazar -
Flaschengrößen:
Champagner gibts es in verschiedenen Flaschengrößen, die Standardgröße ist die 0,75 l oder 1/1-Flasche. Für die anderen Flaschengrößen haben sich eigene Bezeichnungen etabliert. Alle Flaschen, die größer als die Jeroboam-Flasche (3 Liter / Doppelmagnum) sind, tragen biblische Namen. Eine Ausnahme hiervon bildet die Sovereign- und die Primat-Flasche.

Normalgröße
Liter
Bezeichnung
1/4
0,2
Piccolo
1/2
0,375
Demi / Filette
1
0,75
Imperial
2
1,5
Magnum
4
3
Jeroboam / Doppelmagnum
6
4,5
Rehoboam
8
6
Methusalem
12
9
Salmanazar
16
12
Balthazar
20
15
Nebukadnezar
24
18
Melchior bzw. Goliath
35
26,25
Souverain oder Sovereign
36
27
Primat
40
39
Melchisedech



Sauser - Federweisser

Federweißer ist ein Genuss, der zum Herbst gehört wie der leckere Zwiebelkuchen und die köstlichen Edelkastanien, die man traditionell zum Federweißen serviert.

Den Namen verdankt er seiner milchig undurchsichtigen Farbe, die von der schwebenden, an Federchen erinnernden Hefe kommt. Je nach Gebiet wird der Federweiße auch Bitzler, Sauser oder Rauscher genannt.


Federweißer ist ein Genuss, der zum Herbst gehört wie der leckere Zwiebelkuchen und die köstlichen Edelkastanien

Bis Sie sich in geselliger Runde ein Glas Federweißen einschenken können, ist bereits eine ganze Menge passiert. Beim Angären in den Fässern des frisch gekelterten Mostes sind Hefen in Aktion getreten. Diese haben den Zucker der Trauben vornehmlich in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt, wobei sich der Most weißlich verfärbt hat - die meisten früh reifenden Rebsorten für Federweißer sind weiß. Regional findet man auch den Roten Sauser, der aus roten Trauben gekeltert wird.

Wohl dosiert genossen, ist Federweißer ein sehr gesundes Getränk. Denn der entstehende Wein enthält als Federweißer die meisten Vitamine. Vor allem die Vitamine Bl und B2 sind in großzügiger Menge vertreten. Vitamin Bl dient unter anderem der Regulation des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, Vitamin B2 hält beispielsweise Augen und Haut gesund und regeneriert das Zellgewebe. Hinzu kommt die entschlackende Wirkung durch den hohen Anteil an Hefe.

   


Scheurebe - Rebsorte
Das betonte Bukett erinnert an Cassis, Pfirsich oder reife Birne. Scheurebeweine sind ideale Begleiter einer aromatisch-würzigen Küche, von der Vorspeise bis zum Dessert.
Ihrem Duft kann man sich schwer entziehen

Während des 1. Weltkriegs, genauer: im Jahr 1916, gelang dem Rebenzüchter Georg Scheu in der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey mit seinem 88. Sämling einer Kreuzungsserie aus Riesling und Silvaner die überzeugende Neuzüchtung Scheurebe. Ehe der Verdienst des Züchters in der Sortenbezeichnung verewigt wurde, nannte man bis Ende 1945 die Neuzüchtung "Dr.-Wagner-Rebe", danach "S 88" oder "Sämling".


Das betonte Bukett erinnert an Cassis, Pfirsich oder reife Birne. Scheurebeweine sind ideale Begleiter

Bedeutung
Anerkennung fand die Züchtung in den 50er Jahren, als es gelang, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen von der Scheurebe zu erzeugen. Im rheinhessischen Alzey gezüchtet, pflanzten vor allem die Winzer des größten deutschen Weinbaugebietes die Sorte an. Sie boomte in den siebziger Jahren, ihre Rebfläche verdoppelte sich. Von rund 1.850 Hektar Rebland, das aktuell mit Scheurebe bestockt ist, liegen ca. 1.050 Hektar in Rheinhessen, 500 in der Pfalz und 150 an der Nahe. Aber auch im Badischen und Fränkischen kümmern sich Winzer mit guten Ergebnissen um die aromatische Sorte. Mit einem Flächenanteil an der deutschen Rebfläche von zwei Prozent gilt die Scheurebe als eine der erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen.

Anbau
Die Scheurebe stellt an den Standort beinahe ebenso große Ansprüche wie Vater Riesling. Sie verträgt leidlich trockene, karge Böden, kommt gut mit Lößböden und mit kalkhaltigen Böden zurecht. Ihr Holz reift lange aus, die lange Assimilation des Blattwerks ermöglicht hochgradiges Lesegut. Die Traubenreife wird kurz vor dem Riesling erreicht, der Säureabbau in den mittelgroßen Beeren beginnt relativ spät. Gefährdet ist die Sorte durch Winterfröste ebenso wie durch Botrytis- und Oidiumbefall.

Ausbau/Geschmack
Weine von der Scheurebe werden fast ausschließlich als Qualitätswein mit Prädikat angeboten, wobei die Geschmacksrichtungen "lieblich" und "süß" bedeutender als bei anderen Rebsorten sind. Die Farbausprägung ist je nach Qualität blassgelb, strohgelb oder intensiv goldgelb. Zarte Kabinettweine und mittelkräftige Spätlesen zeichnen sich durch ein betontes Sortenbukett und eine harmonische Verbindung von anregender Säure und feinfruchtiger Süße aus. Das betonte Bukett erinnert meist an schwarze Johannisbeeren (Cassis), seltener an Mango, Mandarinen, Limonen, Pfirsiche oder sehr reife Birnen. Die edelsüßen Varianten zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus und zeigen nach vielen Jahren ein beeindruckendes Pfirsicharoma oder Rosenduft.

Genuss
Die verschiedenen Ausbaustile und Qualitätsstufen ermöglichen eine vielfältige Verwendung von Scheurebeweinen. Dabei bietet sich der leichte Kabinettwein für die gesellige Runde an, trockene bis halbtrockene Spätlesen empfehlen sich als Begleiter zu aromatisch-würzigen Ragouts von Fisch und Geflügel, gerade auch zur asiatischen Küche, edelsüße Spätlesen und Auslesen passen zum fruchtigen Dessert.

  


Schokolade und Wein

Zarter Schmelz, unvergleichliche Süße, feine Würze– ist das Wein oder Schokolade?

Beides kann mit dieser genüsslichen Beschreibung sehr gut getroffen sein. Denn Wein und Schokolade haben weitaus mehr gemeinsam, als allgemein angenommen. Vor allem lassen sie sich wunderbar kombinieren und ermöglichen


Rezepte - Schokolade und Wein

so völlig neue Genusserlebnisse – zum Dahinschmelzen! Das Deutsche Weininstitut und die Weinberaterin Silvia van Aans zeigen, was man für ein harmonisches Geschmackserlebnis beachten sollte.

Der Wein wie auch der Kakao, die Basis guter Schokolade, zählen beide zu Kulturgütern mit einer Jahrtausende alten Tradition. Als „Speise der Götter“ verehrten bereits die Azteken die Früchte des Kakaobaumes ebenso wie die Griechen Dyonisos, den Gott des Weines. Dabei ist die Schokolade wie wir sie heute kennen bei weitem nicht so alt wie der Wein. Die Milchschokolade wurde erst 1872 von Rudolf Peter Lindt und Peter Daniel erfunden.

Die Kombination von Wein und Schokolade galt lange Zeit als ein Tabu und viel zu lange hatten sich die Genießer dieser Welt einen ganz besonderen Genuss vorenthalten. So wie man einen Wein nach seiner Farbe, dem Geruch und Geschmack erkundet, sollte man sich auch der Schokolade widmen.

Die Farbe lässt Rückschlüsse auf den Kakaoanteil zu – je dunkler desto höher -, der Geruch betört bisweilen die Sinne und der Geschmack ist nahezu ebenso vielfältig wie beim Wein. Es empfiehlt sich zunächst den Wein und die Schokolade in dieser Reihenfolge separat zu probieren. Anschließend lässt man ein kleines Stück Schokolade im Mund anschmelzen, nimmt einen Schluck Wein dazu und lässt sich von dem Aromenspiel überraschen. Wie beim Wein, sollte auch bei der Schokolade die Serviertemperatur beachtet werden. Bei Zimmertemperatur (20-22 Grad) serviert, entfaltet Schokolade ihren Geschmack optimal. Grundsätzlich gilt: Je süßer die Schokolade, desto süßer und milder im Hinblick auf die Weinsäure sollte der Wein sein, damit die delikate Balance gewahrt bleibt. Die Liaison der Schokolade mit dem Schmelz und der üppigen Kraft eines edelsüßen Weines wie beispielsweise einer Beerenauslese oder gar Trockenbeerenauslese zeigt echte Verführungskünste.

   
Auch Rotweine sind als Begleiter von Schokolade willkommen. Hier gilt: Je höher der Anteil an Kakao in der Schokolade ist, desto ausdrucksvoller kann der Wein sein
Bitterschokoladen in Verbindung mit Wein sind ein Klassiker. Halbbitter-Schokolade enthält einen Kakaogehalt von über 65%, die echte Bitterschokolade sogar über 70%.
 

Auch Rotweine sind als Begleiter von Schokolade willkommen. Hier gilt: Je höher der Anteil an Kakao in der Schokolade ist, desto ausdrucksvoller kann der Wein sein. Harmonische Verbindungen von trockenem, frischem Weißwein mit Schokolade sind optimal, wenn die Schokolade natürliche Fruchtaromen beispielsweise von Birnen oder Ananas mitbringt, die auch im Wein zu finden sind. Dabei sollte der Wein in der Säure nicht zu dominant sein.

Vollmilchschokolade enthält neben Kakaobutter auch einen Anteil des bitteren Kakaopulvers, durchschnittlich 32 %. Die höheren Schokoladenqualitäten zeichnen sich durch harmonische Süße aus. Vollmilch oder Sahne mildern den bitteren Kakaogeschmack und verleihen ihr den berühmten zarten Schmelz, der in der Kombination mit Wein vor allem auch beim Weißwein gefragt ist. Edelsüße Auslesen und Beerenauslesen von Riesling oder Silvaner sind ideale Begleiter. Beim Rotwein ist es nicht Süße sondern Frucht und Würze, was ihn zum perfekten Begleiter von hochwertiger Vollmilchschokolade kürt. Trockene Tropfen mit geschmeidigen Gerbstoffen und einer gewissen Reife, etwa Dornfelder aus der Pfalz oder Rheinhessen, sind hier gefragt. Dann lockt die Schokolade die feinen Nuancen, oft auch pfeffrige Noten, die als Tüpfelchen auf dem „i“ dieser Kombination wirken.

Bitterschokoladen in Verbindung mit Wein sind ein Klassiker. Halbbitter-Schokolade enthält einen Kakaogehalt von über 65%, die echte Bitterschokolade sogar über 70%. Entsprechend reduziert ist ihre Süße. Der passende Wein dazu zeigt sich idealerweise mit weichen Tanninen und einer dichten und vollmundigen Struktur und der gleichen feinen Eleganz wie die Schokolade: Viel versprechende Genusspartner sind ausdrucksvolle trockene Lemberger sowie ein kraftvoller trockener Dornfelder oder Regent.

Haselnuss und Mandel verleihen einer Schokolade diesen köstlichen Nussgeschmack, der durch das Rösten verstärkt wurde. Eine wunderbar harmonische Kombination mit Wein entsteht mit süßen oder schweren Weißweinen wie auch mit fülligen und dichten Rotweinen. Die Weißweine dürfen etwas trockener sein, wenn sie im Alkoholgehalt höher liegen (d.h. über 13 % vol.) Die Kraft und Fülle beispielsweise eines Rotweins der Sorte Dornfelder oder auch Lemberger mit Aromen von roten Früchten bietet dem geschmacklichen Konglomerat von Nüssen und Kakao ebenfalls ein ideales Gegenstück und verbindet sich sehr gut mit diesen Aromen.

Schokoladen mit Gewürzen wie beispielsweise Chilli oder Ingwer bereichern derzeit zunehmend das Angebot. Sie harmonieren sehr gut mit Barriqueweinen, die ebenfalls würzige Noten, gepaart von Röstaromen mitbringen. Edelherbe Schokolade mit einer Spur von Schärfe, passt zu einem kraftvollen Rotwein aus dem Barrique. Zu Milchschokoladen z.B. mit Pfeffer dürfen auch weiße Barriqueweine der Sorten Weißburgunder, Grauburgunder oder Chardonnay gereicht werden.

  



Schwarzriesling - Rebsorten

Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit. Bei Tisch ist er eine interessante Alternative zum Spätburgunder.

Geschichte
In der Tat kann der Name der Sorte zu der fälschlichen Annahme verführen, der Schwarzriesling sei ein Verwandter des Riesling. Doch mit diesem hat er nur die späte Reife und die Traubenform gemeinsam. Seine Vorfahren sind im Burgund zu finden. Die (an der Unterseite der Blätter) stark behaarte Mutation des Blauen Spätburgunders wurde wohl schon vor Jahrhunderten ausgelesen. Das deutsche Synonym für die Müllerrebe ist "Schwarzriesling". Die Bezeichnung "Müllerrebe" nimmt auf die Behaarung von Blättern und Triebspitzen Bezug, die wie mit Mehl bestäubt aussieht. In Frankreich lautet die Bezeichnung "Pinot Meunier".

Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit. Bei Tisch ist er eine interessante Alternative zum Spätburgunder.
Die Rebenzüchtung in Heilbronn und Weinsberg entwickelte die Sorte qualitativ weiter, so dass sie eine gewisse Verbreitung erfahren konnte.

Bedeutung
In der Steiermark (dort heißt er Blaue Postitschtraube), im Elsass und in der Champagne ist er als Pinot Meunier heimisch; er ist Bestandteil vieler Champagnercuvées. Im Ursprungsgebiet Burgund zählt er dagegen nicht zu den zugelassenen Qualitätsweinen.
In Deutschland beschränkt sich der Schwarzriesling - Anbau weitestgehend auf Württemberg. Dennoch erreicht die Sorte einen Anteil von über zwei Prozent an der deutschen Rebfläche. In den achtziger Jahren wuchs die Anbaufläche von 1.000 auf 2.000 Hektar und hat sich seitdem noch etwas vergrößert. Derzeit sind über 2.450 Hektar mit der Müllerrebe bestockt, gut 1.800 Hektar entfallen auf das Anbaugebiet Württemberg. Daneben hat die Sorte noch eine nachgeordnete Bedeutung in Nordbaden, in Rheinhessen, in der Pfalz und in Franken.

Anbau
Der Schwarzriesling stellt im Vergleich zum Spätburgunder geringere Ansprüche an Lage und Boden. Gut gedeiht die wenig komplizierte Sorte auf kräftigen Löß-Lehm-Böden. Durch den späten Austrieb ist sie nicht sonderlich wegen der Maifröste gefährdet. Erträge und Mostgewichte liegen auf einem mittleren Niveau. Damit entsprechen die Erntemengen den relativ geringen Erträgen des Spätburgunders, doch das Mostgewicht erreicht dessen Qualität nicht. Immerhin 70 bis 80 Grad Oechsle werden in Normaljahren erreicht. Die Säurewerte liegen teilweise recht niedrig.

Ausbau/Geschmack
Die Weine vom Schwarzriesling zeigen eine rubinrote bis ziegelrote Farbe, besitzen ein fruchtiges Aroma ähnlich dem des Spätburgunders und einen eher feingliedrigen Körper. Ausgebaut werden trockene, aber auch fruchtsüße Varianten. Das Angebot im Qualitätsweinbereich dominiert, daneben gibt es jedoch auch Kabinettweine und Spätlesen.

Genuss
Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling aus der Literflasche großer Beliebtheit als Dämmerschoppen. Etwas kräftigere Varianten begleiten vorzüglich Fleischgerichte vom Schwein oder vom Lamm und auch milde Käsesorten. Vielfach kann der Schwarzriesling bei Tisch alternativ zum Spätburgunder eingesetzt werden.

  



Sec - secco asciutto - suchoy - Geschmacksgrade : Wein + Schaumwein
Unterschieden werden bei Wein und Schaumwein
folgenden Geschmacksgrade:
Geschmacksgrade Wein
 
 
Restzuckergehalt
 
trocken
maximal 9 g/l
 
halbtrocken
maximal 9 bis 18 g/l
 
lieblich
über 18 g/l, bis 45 g/l
 
mild
über 45 g/l.
 

 

 

 



Geschmacksgrade Schaumwein
deutsch
franz.
engl.
ital.
russ.
extra herb
extra brut
   
herb
brut
   
extra trocken
très sec
extra dry
  
trocken
sec
dry
secco asciutto
suchoy
halbtrocken
demi-sec
medium dry
aboccato
polsuchoy
mild
doux
sweet
dolce
slatkoy


Restzucker Schaumwein
deutsch
franz.
engl.
ital.
Restzucker
extra herb
extra brut
  
0 - 6 g/l
herb
brut
 
weniger als 15 g/l
extra trocken
très sec
extra dry
 
zw. 12 und 20 g/l.
trocken
sec
dry
secco asciutto