Saale-Unstrut
- Anbaugebiet - Tausend Jahre Weinkultur (Karte
) Ursprüngliche Landschaften finden sich hier: Steilterrassen,
Jahrhunderte alte Trockenmauern und Weinberghäuschen, dazwischen Streuobstwiesen,
Flussauen und Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Hoch oben stehen trutzige
Burgen und Schlösser. Kultur und Geschichte, Natur, Romantik und Wein sind
hier ganz selbstverständlich vereint. Die Reben geben der Flusslandschaft
ihren unverwechselbaren Charakter und das seit 1.000 Jahren: In einer Schenkungsurkunde
des Kaisers Otto III. an das Kloster Memleben fand der Weinbau an Saale und Unstrut
bereits 998 seine erste urkundliche Erwähnung. Viele Burgen und Schlösser
an Saale und Unstrut bezeugen, dass es sich hier schon immer gut leben ließ.
Entlang der Weinstraße Saale-Unstrut verläuft die "Straße
der Romanik" sowie die "Himmelswege". Burgen und Schlösser,
bedeutende Bauwerke sowie mystische Stätten, wie der Fundort der "Himmelsscheibe
von Nebra", dem ältesten Zeugnis des Himmels sowie das Sonnenobservatorium
von Goseck erzählen von der kulturellen Geschichte des Landes. Auf dem sehr
gut ausgebauten Rad-, Wander- und Wasserwegenetz macht die Erkundung des Saale-Unstrut-Gebietes
und seiner Weine der Weingüter, Straußwirtschaften und Gutsschänken
besonders viel Spaß. Traditionell trocken ausgebaute Weine von hoher
Qualität mit gebietstypischer feinnuancierter Fruchtigkeit und Spritzigkeit
sind das Markenzeichen des Gebiets, das mit ca. 650 Hektar zu den kleineren Weinanbaugebieten
Deutschlands zählt. Drei Bundesländer teilen sich die Weinregion Saale-Unstrut:
Sachsen-Anhalt (606 ha), Thüringen (40 ha) und Brandenburg (6 ha), wobei
der weitaus größte Teil des Gebietes im Süden Sachsen-Anhalts
liegt. Über 20 Rebsorten laden zum Probieren und Vergleichen ein. Hauptsorte
ist der Müller-Thurgau, der hier dank des geringen Ertrages erstaunliche
Feinheiten birgt. Besonders stolz sind die Winzer
von Saale und Unstrut auf ihren Weißburgunder, der die fraglos besten Weine
der Gegend hervorbringt. Danach folgt der Silvaner. Neben den Klassikern des Anbaugebietes
bereichern aber auch Rebsorten wie Kernling, Andre oder Zweigelt das Angebot für
Weingenießer - Raritäten, die immer schnell ausverkauft sind.
Saale-Unstrut
im Überblick Geographische
Lage: in den Tälern von Saale und Unstrut. Klima:Jahresmitteltemperatur
über 9 Grad Celsius bei geringer Niederschlagsmenge. Böden:Muschelkalk,
Buntsandstein. Rebfläche:ca.
650 ha, 3 Bereiche, 4 Großlagen, 34 Einzellagen. Rebsorten:Müller-Thurgau,
Silvaner, Weißburgunder, Riesling, Portugieser, Kerner, Bacchus, Traminer.
Vermarktung:überwiegend
in Ostdeutschland an Endverbraucher, über Gastronomie und Handel, im Westen
als Spezialität im Fachhandel und im gutsortierten Lebensmittelhandel / Kaufhäuser.
Radeln und Genießen Dieses deutsche Weinanbaugebiet ist nach
den beiden Flüssen benannt, in deren engen Tälern die terrassierten
Weingärten liegen. In großem Bogen fließt die Saale um die alte
Bischofstadt Naumburg und nimmt danach die kleine Unstrut im Blütengrund
mit auf den Weg zur Elbe. Die idyllischen Flussufer säumt ein gut ausgebautes
Radwegenetz , doch auch mit Kanu, Kajak oder Schlauchboot können Weinreisende
dieses nördlichste europäische Anbaugebiet auf dem Wasserweg trefflich
erkunden. Im Kanu durch das Weinbaugebiet gleiten Die Unstrut ist ein
unkomplizierter Fluss, während die Saale stellenweise starke Strömung
hat. Wer hier mit Kanu oder Kajak paddeln möchte, etwa flussabwärts
von Camburg nach Bad Kösen oder Naumburg, sollte schon etwas Erfahrung haben.
Auf der Unstrut ist die Strecke zwischen Artern und Schönburg besonderes
reizvoll. Allerdings sollte man die Schleusenzeiten beachten, um die Boote nicht
über Land umtragen zu müssen. Wassersportfreunde können Schlauchboote
mieten oder im traditionellen Holzkanu entlang der Ufer des Anbaugebietes Saale-Unstrut
paddeln (). Der SV Nebra bietet Frühaufsteher-Kanutouren und abendliche Kanu-Fackelfahrten
an . Der Veranstalter Saale-Unstrut Tours organisiert neben Kanadier- und Kajakfahrten
auch Weinverkostungen im Weinberg oder abendliche Ritteressen auf einer der zahlreichen
Burgen. Bei mehrtätigen Ausflügen bietet der Veranstalter im Tipi-Dorf
Kirchscheidungen originelle Übernachtungsmöglichkeiten. Liquid
Sound in der Toskana-Therme Das nasse Element in Verbindung mit Musik hat
die Toskana-Therme im kleinen Bad Sulza zum Besuchermagneten werden lassen. Das
Besondere an dieser Therme ist der Liquid Sound: Unterwasserlautsprecher und wechselndes
Licht sorgen im Zusammenspiel mit der warmen Sole für ein entspannendes Badeerlebnis.
Die Ohren unter Wasser, können die Gäste jeden Freitag Abend klassischer
Musik lauschen. Auch bei Vollmond veranstaltet die Therme Unterwasser-Konzerte,
dann ist sogar bis zwei Uhr nachts geöffnet. Der Naturpark Saale-Unstrut
Wer seinen Urlaub doch lieber auf dem Trockenen verbringen möchte, dem
bietet der Naturpark Saale-Unstrut mit einem über 1000 Kilometer langen Wanderwegenetz
und auf insgesamt 200 Kilometer Radwegen die Möglichkeit dazu. Durch das
Kerngebiet rund um die Unstrut-Mündung führen der Saale-Weinwanderweg
und die Weinstraße Saale-Unstrut. Der Naturpark bietet geführte Orchideenwanderungen,
Weinbergswanderungen und auch Exkursionen zum Fundort der Himmelsscheibe von Nebra
an. Hier und da öffnen sich dem Wanderer Ausblicke auf Weinberge, schroffe
Kalksteinfelsen, Streuobstwiesen und stolze Burgen.
Die heimliche Hauptstadt und Rotkäppchen
Im Naturpark
können Sie sich auch für eine Führung durch den herzoglichen Weinberg
bei Freyburg anmelden. Dieser ist als Demonstrationsweinberg eingerichtet, sodass
sich Besucher intensiv über den Weinbau in Saale-Unstrut informieren können.
Freyburg ist die heimliche Hauptstadt von Saale-Unstrut. Doch bekannter
als der Wein ist hier der Sekt der Marke Rotkäppchen. Eine Attraktion ist
die historische Kellerei mit dem beeindruckenden Lichthof und dem monumentalen,
handgeschnitzten Cuvéefass im Domkeller. Führungen finden täglich
um 14 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen zusätzlich um 11 Uhr statt (Anmeldung
unter 034464-340).
Nietzsche in Naumburg Sehenswerte Kunst- und Kulturdenkmäler
wie Burgen, Schlösser und Kirchen gibt es im Gebiet um Saale und Unstrut
zuhauf, besonders die Moritzburg, der Naumburger Dom und das Zisterzienserkloster
Schulpforta lohnen einen Besuch. Hier gingen Klopstock, Nietzsche und Fichte zur
Schule. Die Geschichte der Kaiserpfalz von Memleben ist unmittelbar mit dem Weinbau
verknüpft: Kaiser Otto schenkte dem Kloster Memleben um das Jahr eintausend
Ländereien, in der Urkunde sind auch Weinberge aufgezählt. Wenn
es Ihnen an Saale und Unstrut gut gefallen hat, dann ist eine Weinpatenschaft
ein guter Grund, um regelmäßig zurückzukehren. Ihren persönlichen
Rebstock können Sie mit einer Banderole kennzeichnen und die Trauben im Herbst
selbst ernten. Ist der Wein fertig ausgebaut, bekommen Sie Ihre persönliche
Flasche zugeschickt. Tipps für Kinder Ein Paradies für Kinder
ist Eckartsberga mit seiner Sommerrodelbahn, dem großen Irrgarten und mitteldeutschen
Burgen und Schlössern im Miniaturformat. Im überaus empfehlenswerten
Erlebnistierpark Memleben können Sie gemeinsam mit einem Mahout auf einem
Elefanten reiten und sich morgens von einem Kamel wecken lassen, vorausgesetzt,
Sie übernachten in einem Zirkuswohnwagen auf dem Tierparkgelände. Weinfest-Empfehlung
Das Freyburger Winzerfest findet jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende
statt. Höhepunkt ist die Wahl der Gebietsweinkönigin, die anschließend
im herzoglichen Weinberg gefeiert wird. Dann werden Weine aus dem gesamten Anbaugebiet
verkostet. Außerdem Vom Weinbau zeugt auch das Steinerne
Bilderbuch, ein über 150 Meter langes Bildrelief im sogenannten Blütengrund
zwischen Naumburg und Großjena, einer der reizvollsten Landschaften der
Region. Das Relief wurde vor ca. 200 Jahren in den Sandstein gehauen und zeigt
zwölf Bilder mit Szenen aus der biblischen Geschichte, die sich auf den Weinbau
beziehen. Zwar befindet es sich auf einem Privatgrundstück, doch auch von
außen ist es sehr gut zu besichtigen. Saale-Unstrut und Umgebung
Unter der Altstadt von Zeitz befinden sich zwischen 200 und 300 Ganganlagen,
die nach Beräumungs und Sicherungsarbeiten nun für Besucher zugänglich
sind. Die Brikettfabrik Herrmannschacht bei Zeitz ist heute
Industriedenkmal und ermöglicht dem Besucher die Entstehung der Braunkohle,
deren Verarbeitung und Verwendung nachzuvollziehen. Im Maßstab 1:87
sind in dem nordwestlich von Naumburg gelegen Dörfchen Wiehe auf einer Ausstellungsfläche
von 12 000 Quadratmetern neben der Fahrstrecke des Orientexpress ganze Thüringer
Eisenbahnlandschaften nachgebaut. Der Modellbahnfreak Hans Jörg Stiegler
hat sich hier einen Kindheitstraum erfüllt.
Sachsen
- Anbaugebiet - Spezialitäten und Raritäten Wo am Rhein schon die
letzten Weinberge enden, beginnen sie an der Elbe erst. Sachsen ist das nordöstlichste
Anbaugebiet Deutschlands.
(Karte
) Das Datum der urkundlichen Ersterwähnung
ist 1161. Legenden weisen aber darauf hin, dass die Ursprünge des Weinbaus
bereits viel früher lagen. Wo am Rhein, am 51. Breitengrad, die letzten
Weinberge kurz vor Bonn enden, beginnen sie an der Elbe erst. Sachsen ist das
nordöstlichste Anbaugebiet Deutschlands. Dass hier trotzdem, insbesondere
bei Weißweinen, Spitzenqualitäten gekeltert werden können, ist
Ausdruck einer besonderen Klimagunst, welche der in Sachsen bereits dominante
Einfluss des Kontinentalklimas bringt. Dort, wo die Niederschläge noch ausreichen,
schafft das Kontinentalklima aufgrund seiner hohen durchschnittlichen jährlichen
Sonnenscheindauer für das Wachsen und Reifen optimale Bedingungen. Das Elbtal
liegt mit einer Sonnenscheindauer von 1.570 Stunden im Jahr gleich auf, beziehungsweise
zum Teil sogar noch höher als einige der übrigen deutschen Anbaugebiete.
Die
typischen terrassierten Steillagen sind ein besonderes Kleinod des Weinbaus in
Sachsen, denn hier am steilen Hang, im Widerschein der Elbe und der Rückstrahlung
der Bruchsteinmauern gedeihen die großen Weine dieser Region wie Weiß-
und Grauburgunder und vor allem Traminer.
Der besondere Charakter des
Sachsenweines wird auch durch die sehr unterschiedlichen Bodenarten bestimmt,
denn das Elbtal ist durch eine Vielzahl geologischer Formationen geprägt.
Dementsprechend variantenreich ist der Charakter dieser Weine. Zu einem besonderen
Erlebnis wird der Weingenuss in Verbindung mit der Landschaft des Elbtals, die
wie der Wein ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter hat. Einmalig ist im Elbtal
die Verbindung von Baukunst und Weinbau: Schlösser, Lust- und Herrenhäuser,
Weinbergkirchen, alte Winzerhäuser
und Weinschänken zeugen davon.
Sachsen im Überblick Geographische
Lage: Elbtal und Nebentäler zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz
über 55 km, daneben Bereich Elstertal. Klima:
milde Jahrestemperaturen, mittlere Niederschläge. Böden:
Vielfältig von Granit- und Granitporphyrverwitterungen bis zu Lehm, Löß
und Sandstein. Rebfläche: ca. 420 ha, 2 Bereiche, 4 Großlagen, 17 Einzellagen.
Rebsorten: Müller-Thurgau,
Riesling, Weiß- und Grauburgunder, Traminer, Spätburgunder, Kerner.
Vermarktung: überwiegend
im Gebiet an Endverbraucher und in der Gastronomie, ein kleiner Teil als Spezialität
im Fachhandel.
Zwischen Trockenmauern und schmalen Terrassen Die
östlichste und kleinste Weinbauregion Deutschlands ist für viele noch
ein Geheimtipp. Wer aber die Weine von den steilen Flusshängen der Elbe gekostet
hat, der kommt bestimmt wieder. Sächsische Weine sind eine Rarität,
denn weniger als ein Prozent der gesamten deutschen Weinmenge stammt aus Sachsen.
Wie gut, dass es trotzdem zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz genügend
Straußwirtschaften gibt, um zum Beispiel vom sächsischen Goldriesling
zu kosten.
Zwischen Schlössern und Reben
Von der Stadt Pirna, dem
Tor zur Sächsischen Schweiz, über Dresden und Meißen
bis hin zu den romantischen Elbweindörfern um Diesbar-Seußlitz verläuft
die Sächsische Weinstraße. Bemerkenswert sind das gut erhaltene historische
Stadtzentrum von Pirna und Pillnitz mit seinem Schloss und der Weinbergkirche
inmitten des Königlichen Weinbergs.
Mit dem Rad und zu Fuß entlang der Weinberge Der Elberadweg,
eine der beliebtesten Radrouten Deutschlands, verläuft überwiegend parallel
zur Sächsischen Weinstraße und zum Fluss. Genau beschrieben sind sämtliche
Streckenabschnitte unter www.elberadweg.de. Der Tourismusverband Sächsisches
Elbland und AugustusTours bieten Pauschalreisen an. Geführte
Weinwanderungen zu Fuß können auch bei diesem Veranstalter gebucht
werden, unter www.saechsischer-weinwanderweg.de sind die Etappen detailliert mit
Karten und Sehenswürdigkeiten aufgeführt. Der Sächsische Weinwanderweg
bietet immer wieder herrliche Ausblicke: im Vordergrund die langen Reihen von
Reben, hier und da ein Weinbergshaus. Unten im Tal das glitzernde Band der Elbe,
Boote und Dampfer. Mit dem Schaufelraddampfer auf der Elbe Mit dem
Dampfer können Sie das Reben-Revier von Dresden ausgehend entdecken. Die
Stadt ist Heimathafen der ältesten und größten Raddampferflotte
der Welt. Die Schiffe stammen alle aus dem 19. Jahrhundert und werden noch mit
originalen Dampfmaschinen betrieben. Sie starten von April bis Oktober täglich
und schaufeln sich elbabwärts über Radebeul und Meißen bis Diesbar-Seußlitz
und zurück.
Die erste Weinbauschule Meißen gilt als die Wiege
des Weinbaus im Sächsischen Elbland. Ein Bischof soll Anfang des 12. Jahrhunderts
die ersten Rebstöcke selbst gepflanzt haben. 1811 wurde die erste europäische
Winzerschule in Meißen gegründet, noch heute gibt es Weinberge im Stadtbereich.
Neben dem Dom und der Albrechtsburg mit ihrem beeindruckenden Gerichtssaal und
dem Großen Wendelstein sollte der Weinreisende die zahlreichen historischen
Weinstuben in der Stadt Meißen nicht verpassen. "Weißes
Gold"
Auf der ganzen Welt bekannt ist Meißen des Weißen
Goldes wegen. In der Schauwerkstatt der Porzellan-Manufaktur kann man Glasurmaler
und Dreher bei der Arbeit beobachten. Wer es einmal selbst probieren möchte,
besucht einen Mal- und Kreativkurs (Dauer: drei bis neun Tage). Dass der Wein
auch beim Porzellan eine besondere Rolle spielt, hängt mit seiner eigenen
Kulturgeschichte zusammen, denn der Wein hat noch immer bei Tisch, während
der Feste und bei religiösen Zeremonien besondere gesellschaftliche Bedeutung.
Ein Dekorklassiker der Manufaktur heißt Voller grüner Weinkranz.
Das
Belvedere und Schloss Wackerbarth
Das zwischen Meißen und Dresden gelegene
Radebeul prägt mit seinen steilen, durch wärmespeichernde Trockenmauern
zu schmalen Terrassen abgestuften Weinbergen und den schmucken Schlösschen
das Bild der Weinregion Sachsen außerordentlich. Mancherorts gilt es sogar
als Inbegriff des Weinlandes Deutschland überhaupt. Besonders elegant ist
das zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth, erstes Erlebnisweingut Europas, gehörige
Belvedere. Man kann sich gut vorstellen, dass hier einst August der Starke rauschende
Feste im barocken Lustgarten feierte. Auch die Besichtigungen des Weinguts werden
natürlich nicht trocken durchgeführt. Hier lernen die Besucher,
wie sich die alkoholische Gärung vollzieht oder warum Sekte gerüttelt
und nicht geschüttelt werden. Die Sekttour findet täglich ab 17 Uhr
statt, die Weintour ab 14 Uhr.
In Radebeul beginnt der Wilde Westen Radebeul lockt nicht nur mit
Weinkultur, sondern auch mit dem Wilden Westen: Die Villa Shatterhand steht in
der Karl-May-Straße Nummer 5, in welcher eben dieser Schriftsteller lebte.
Heute ist ein Museum in den Räumen eingerichtet, die kleinen Indianer können
sich im Fährtenlesen und Bogenschießen üben. Noch mehr
Winnetou-Flair kann man auf der Bahnstrecke zwischen Radebeul und Radeburg erleben.
Seit 1884 schnauft der Lößnitzdackel durch das Moritzburger Teichgebiet.
An bestimmten Sommertagen müssen Sie mit einem Zugüberfall rechnen.
Dann tauchen berittene ballernde Cowboys im Lößnitzgrund auf und sorgen
für Wildwest in Sachsen. Weinfest-Empfehlungen Das Sächsische
Winzerfest findet jedes Jahr Mitte Juli im Barockzentrum der Landeshauptstadt
statt. Am letzten Augustwochenende öffnen mehr als zwanzig Weingüter
ihre Tore und laden zu Kellerbesichtigungen, Weinbergsführungen und Verkostungen
ein. Das Meißener Weinfest, das größte de Region findet am letzten
Septemberwochenende statt. Am selben Wochenende eröffnet Bacchus persönlich
das Herbst- und Weinfest Radebeul in Altkötzschenbroda. Das Besondere: Parallel
zum Fest treffen Komödianten aus aller Welt zum Wandertheater-Festival ein.
Am letzten Abend ziehen sie gemeinsam mit dem Publikum auf die Elbwiesen, wo mit
einem furiosen Spektakel das Fest beendet wird. Außerdem Im
Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul findet jeden ersten
Samstag im Monat findet die außergewöhnliche Weinprobe Spiel
der Aromen unter Anleitung des Chefverkosters statt (40 Euro pro Person).
Für Sterngucker bietet die Radebeuler Sternwarte jeden Freitag ab
20 Uhr Himmelsbeobachtungen an. Jeden Samstag um 15 und 19 Uhr führen die
Astronomen durch die Sternwarte, halten einen Vortrag im Planetarium und schauen
anschließend durch das Fernrohr. Die Volkssternwarte liegt inmitten der
Weinberge und bietet dem Besucher eine hervorragende Aussicht über das Elbtal.
In dem mehr als 600 Jahre alten Gutshof des Weingutmuseums Hoflößnitz
bei Radebeul kann man Wissenswertes über die Arbeit der Winzer vom Rebschnitt
im Winter bis zur Ernte im Herbst erfahren. Die Spitzhaustreppe mit ihren über
400 Stufen führt zu einem überwältigenden Ausblick in das Elbtal.
Beim Weinfest Ende August stellen unter anderem Böttcher und Korbmacher ihr
Handwerk vor. Die Winzergenossenschaft Meißen bietet geführte
Weinwanderungen, Kellerführungen und Weinproben an. Wer selbst anpacken möchte,
kann sich hier zur Traubenlese melden. Im Schlosspark von Pillnitz wächst
eine ganz besondere Blume: Die über 220 Jahre alte Kamelie ist rund neun
Meter hoch und misst elf Meter im Durchmesser. Im Sommer steht sie frei, im Winterhalbjahr
in einem Glashaus. Besonders lohnt ein Besuch zwischen Mitte Februar bis April,
dann schmückt die Kamelie sich mit etwa 35 000 pinkfarbenen Blüten.
Das Schloss von Pillnitz selbst beherbergt heute das Kunstgewerbemuseum der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und lohnt nicht nur wegen des Throns von August
dem Starken einen Besuch. In Dresden ist ein Mikromuseum dem in der Elbestadt
geborenen Schriftsteller Erich Kästner gewidmet. Das sehr kleine, maßgeschneiderte
Museum kann der Betrachter selbst entdecken, indem er die interaktiven Säulen
entblättert. In der Umgebung Hinter Pirna verengt sich das Elbtal,
die einmaligen bizarren Felsen der sächsischen Schweiz tauchen auf. Die beeindruckende
Variation von Bergwelt, Flusstälern und langgestreckten Ebenen macht diese
Region zu einem Paradies für Wanderer. Das Sandsteinplateau der Bastei, dem
am weitesten zur Elbe vorspringenden schmalen Felsrücken, eröffnet dem
Besucher in einer Höhe von 194 Metern über dem Elbspiegel einen unvergesslichen
Blick über das Elbtal auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz bis
weit in die benachbarte Landschaft.
| Sächsisches
Zwiebelfleisch, mit Klößen.
Rezepte mit Rotwein Ein Gericht mit mild-würziger und deutlich süßlicher
Note. Diese kann durch einen feinfruchtigen Weißwein mit leicht betonter
Säure kompensiert werden. Zutaten für 4 Personen: Für
das Fleisch: |  | 1
Schweinshaxe (etwa 1,5 kg) etwas Salz 1 ½ L Wasser 1 Möhre 1
Petersilienwurzel 2 Nelken 6 Pfefferkörner 1 Lorbeerblatt Für
die Sauce: 250 g Zwiebeln 4 EL Schweineschmalz 2 EL Semmelbrösel schwarzer
Pfeffer aus der Mühle etwas Kümmel etwas Zucker Für
die Klöße: 200 g durchwachsener Speck 100 g Semmelbrösel 1
kg gegarte Pellkartoffeln vom Vortag 250 bis 300 g Mehl 1 TL Backpulver 1
frisches Ei etwas Salz 4 EL Milch Mehl zum Ausrollen Zubereitung: Das
Fleisch mit 1,5 l gesalzenem Wasser aufsetzen. Möhre und Petersilienwurzel
waschen, putzen und zerkleinern. Mit den Gewürzen zum Fleisch geben. Gut
2 Stunden zugedeckt köcheln lassen. Inzwischen für die Klöße
den Speck fein würfeln, in einer Pfanne auslassen und in einem Sieb abtropfen
lassen. 3 Esslöffel des Bratfetts in der Pfanne belassen und die Semmelbrösel
darin anrösten. Die Kartoffeln schälen und fein reiben. Mehl, Backpulver
und Ei darunter rühren. Mit Salz abschmecken. Nach Bedarf Milch dazugeben,
sollte der Teig zu fest sein. Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche zu
einem 1 cm dicken Quadrat ausrollen. Speck und Semmelbrösel darauf verteilen
und den Teig einrollen. Die Rolle in 6 cm breite Stücke schneiden und die
Schnittkanten fest zusammendrücken, damit die Füllung nicht herausquellen
kann. Das Fleisch aus der Brühe nehmen und warm stellen. Die Brühe
durchsieben und auf die Hälfte einkochen lassen. Die Zwiebeln schälen
und in Scheiben schneiden. Das Schmalz erhitzen und die Zwiebeln darin hellgelb
braten. Nun ¼ l der Fleischbrühe hinzufügen und die Sauce
etwa 20 Minuten durchkochen lassen. Die Semmelbrösel hinzufügen. Die
Sauce mit den Gewürzen abschmecken. Inzwischen die restliche Fleischbrühe
für die Klöße mit Wasser auf 1 l auffüllen, erhitzen und
die Klöße darin bei geringer Hitze etwa 20 Minuten ziehen lassen. Das
Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden und etwa 10 Minuten in der Sauce
ziehen lassen. In einer vorgewärmten Schüssel auftragen. Die Klöße
dazu servieren. Kulinarisches: Wickelklöße werden zu Fleischgerichten
aller Art gereicht. Auch zu den meisten Gemüsesorten passen sie. Am liebsten
isst man sie zu Sauerkraut. Weinempfehlung: Die reichlichen Zwiebeln,
unterstützt durch die Beigabe von etwas Zucker, geben dem Gericht eine mild-würzige
und deutlich süßliche Note. Diese kann durch einen feinfruchtigen Weißwein
mit leicht betonter Säure angenehm kompensiert werden. Ein gereifter Elbling,
halbtrocken bis trocken, bietet eine angenehm harmonische Kombination. | | | |
Saint
Laurent - Rebsorte Einem Pfälzer Winzer ist es zu verdanken, dass
die wertvolle Rebsorte auch in Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance
erleben darf. Dessen Sohn, der Rebveredler Carl Bronner, sorgte für eine
gewisse Verbreitung der Sorte. Ob im Elsass die Heimat des Saint Laurent festzumachen
ist oder in einem anderen Teil Frankreichs, lässt sich nicht mit Sicherheit
sagen. Ihren Namen erhielt die rote Traubensorte möglicherweise durch den
Kalenderheiligen St. Laurentius. Er gilt im übrigen auch als Schutzpatron
der Köche. Dessen Gedenktag fällt zumindest mit dem Beginn der Traubenreife
des Saint Laurent (10. August) zusammen. Der Saint Laurent wurde lange Zeit als
Spielart des Spätburgunders eingeordnet, doch neuerdings wird er als eigenständige
Rebsorte apostrophiert. | | Bedeutung Heute
liegt das Hauptverbreitungsgebiet des Saint Laurent in Österreich. Einem
Südpfälzer Winzer ist es wohl zu verdanken, dass die wertvolle Rebsorte
auch in Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance erleben darf. Der
vermutlich letzte in Deutschland noch vorhandene Rebstock wäre beinahe in
den sechziger Jahren in der Rebschule Rhodt ausgehackt worden. Nach einigen Jahren
der Erhaltungszüchtung hatten die Rebschulen wieder Pflanzmaterial. Seitdem
wächst die Saint Laurent - Fläche beständig. Etwa zwei Drittel
davon haben Pfälzer Winzer angelegt. Bundesweit waren 2005 670 Hektar mir
der edlen Rotweinsorte bestockt. Eine weiter anhaltende Verbreitung ist absehbar. Anbau Die
Sorte treibt früh aus (Gefährdung durch Maifröste) und reift zeitig.
Insofern werden nur mittlere Lagen beansprucht. Allerdings lassen kühle Lagen
die Säurewerte auf zu hohem Niveau verharren. Tiefgründige Böden
sind ebenso geeignet wie kalkhaltige. Eine weiträumige, luftige Erziehung
verhindert zu frühe Traubenfäule. Dadurch kann die Säure von 8
bis 10 Promille bei längerem Zuwarten im Herbst am Stock noch etwas abgebaut
werden. Der Ertrag fällt mit 70 bis 80 hl/ha mittel aus. Das durchschnittliche
Mostgewicht erreicht beachtliche 80 Grad Oechsle. Ausbau/Geschmack Hochgrädige
Moste mit guten Extrakt- und Säurewerten lassen meist kräftige und gleichzeitig
frisch - fruchtige Rotweine entstehen. Verschiedentlich werden höhere Qualitäten
auch im Barrique ausgebaut. In der Farbe sind sie tiefrot. Mitunter lassen sich
in den fruchtigen Weinen Aromen von Holunderbeeren oder von Wildkirschen erkennen. Genuss Da
in den meisten Fällen die Winzer die Rebsorte als Ergänzung ihres gehobenen
Rotweinangebots sehen, handelt es sich bei den Saint Laurent Weinen meist um anspruchsvolle
Tropfen, die sich gut zur Sonntagstafel eignen. Je nach Fruchtigkeit und Dichte
passen sie eher zu leichteren oder kräftigeren Gerichten bis hin zu Wild
und reifem Käse. | | | |
Salmanazar
- Flaschengrößen:
Champagner gibts es in verschiedenen Flaschengrößen,
die Standardgröße ist die 0,75 l oder 1/1-Flasche. Für die anderen
Flaschengrößen haben sich eigene Bezeichnungen etabliert. Alle Flaschen,
die größer als die Jeroboam-Flasche (3 Liter / Doppelmagnum) sind,
tragen biblische Namen. Eine Ausnahme hiervon bildet die Sovereign- und die Primat-Flasche.
Normalgröße | Liter | Bezeichnung | 1/4 | 0,2 | Piccolo | 1/2 | 0,375 | Demi
/ Filette | 1 | 0,75 | Imperial | 2 | 1,5 | Magnum | 4 | 3 | Jeroboam
/ Doppelmagnum | 6 | 4,5 | Rehoboam | 8 | 6 | Methusalem | 12 | 9 | Salmanazar | 16 | 12 | Balthazar | 20 | 15 | Nebukadnezar | 24 | 18 | Melchior
bzw. Goliath | 35 | 26,25 | Souverain
oder Sovereign | 36 | 27 | Primat | 40 | 39 | Melchisedech |
Sauser - Federweisser
Federweißer ist ein Genuss, der zum Herbst gehört wie der leckere Zwiebelkuchen und die köstlichen Edelkastanien, die man traditionell zum Federweißen serviert.
Den Namen verdankt er seiner milchig undurchsichtigen Farbe, die von der schwebenden, an Federchen erinnernden Hefe kommt. Je nach Gebiet wird der Federweiße auch Bitzler, Sauser oder Rauscher genannt. |
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Bis Sie sich in geselliger Runde ein Glas Federweißen einschenken können, ist bereits eine ganze Menge passiert. Beim Angären in den Fässern des frisch gekelterten Mostes sind Hefen in Aktion getreten. Diese haben den Zucker der Trauben vornehmlich in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt, wobei sich der Most weißlich verfärbt hat - die meisten früh reifenden Rebsorten für Federweißer sind weiß. Regional findet man auch den Roten Sauser, der aus roten Trauben gekeltert wird.
Wohl dosiert genossen, ist Federweißer ein sehr gesundes Getränk. Denn der entstehende Wein enthält als Federweißer die meisten Vitamine. Vor allem die Vitamine Bl und B2 sind in großzügiger Menge vertreten. Vitamin Bl dient unter anderem der Regulation des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, Vitamin B2 hält beispielsweise Augen und Haut gesund und regeneriert das Zellgewebe. Hinzu kommt die entschlackende Wirkung durch den hohen Anteil an Hefe. |
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Scheurebe
- Rebsorte Das betonte Bukett erinnert an Cassis, Pfirsich oder reife
Birne. Scheurebeweine sind ideale Begleiter einer aromatisch-würzigen Küche,
von der Vorspeise bis zum Dessert. Ihrem Duft kann man sich schwer entziehenWährend
des 1. Weltkriegs, genauer: im Jahr 1916, gelang dem Rebenzüchter Georg Scheu
in der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey mit seinem 88. Sämling
einer Kreuzungsserie aus Riesling und Silvaner die überzeugende Neuzüchtung
Scheurebe. Ehe der Verdienst des Züchters in der Sortenbezeichnung verewigt
wurde, nannte man bis Ende 1945 die Neuzüchtung "Dr.-Wagner-Rebe",
danach "S 88" oder "Sämling". | | Bedeutung Anerkennung
fand die Züchtung in den 50er Jahren, als es gelang, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen
von der Scheurebe zu erzeugen. Im rheinhessischen Alzey gezüchtet, pflanzten
vor allem die Winzer des größten deutschen Weinbaugebietes die Sorte
an. Sie boomte in den siebziger Jahren, ihre Rebfläche verdoppelte sich.
Von rund 1.850 Hektar Rebland, das aktuell mit Scheurebe bestockt ist, liegen
ca. 1.050 Hektar in Rheinhessen, 500 in der Pfalz und 150 an der Nahe. Aber auch
im Badischen und Fränkischen kümmern sich Winzer mit guten Ergebnissen
um die aromatische Sorte. Mit einem Flächenanteil an der deutschen Rebfläche
von zwei Prozent gilt die Scheurebe als eine der erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen.
Anbau Die Scheurebe stellt an den Standort beinahe ebenso große
Ansprüche wie Vater Riesling. Sie verträgt leidlich trockene, karge
Böden, kommt gut mit Lößböden und mit kalkhaltigen Böden
zurecht. Ihr Holz reift lange aus, die lange Assimilation des Blattwerks ermöglicht
hochgradiges Lesegut. Die Traubenreife wird kurz vor dem Riesling erreicht, der
Säureabbau in den mittelgroßen Beeren beginnt relativ spät. Gefährdet
ist die Sorte durch Winterfröste ebenso wie durch Botrytis- und Oidiumbefall.
Ausbau/Geschmack Weine von der Scheurebe werden fast ausschließlich
als Qualitätswein mit Prädikat angeboten, wobei die Geschmacksrichtungen
"lieblich" und "süß" bedeutender als bei anderen
Rebsorten sind. Die Farbausprägung ist je nach Qualität blassgelb, strohgelb
oder intensiv goldgelb. Zarte Kabinettweine und mittelkräftige Spätlesen
zeichnen sich durch ein betontes Sortenbukett und eine harmonische Verbindung
von anregender Säure und feinfruchtiger Süße aus. Das betonte
Bukett erinnert meist an schwarze Johannisbeeren (Cassis), seltener an Mango,
Mandarinen, Limonen, Pfirsiche oder sehr reife Birnen. Die edelsüßen
Varianten zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus und zeigen nach vielen
Jahren ein beeindruckendes Pfirsicharoma oder Rosenduft. Genuss Die verschiedenen
Ausbaustile und Qualitätsstufen ermöglichen eine vielfältige Verwendung
von Scheurebeweinen. Dabei bietet sich der leichte Kabinettwein für die gesellige
Runde an, trockene bis halbtrockene Spätlesen empfehlen sich als Begleiter
zu aromatisch-würzigen Ragouts von Fisch und Geflügel, gerade auch zur
asiatischen Küche, edelsüße Spätlesen und Auslesen passen
zum fruchtigen Dessert. | | | |
| Schokolade
und Wein Zarter Schmelz, unvergleichliche Süße, feine Würze
ist das Wein oder Schokolade?
Beides kann mit dieser genüsslichen
Beschreibung sehr gut getroffen sein. Denn Wein und Schokolade haben weitaus mehr
gemeinsam, als allgemein angenommen. Vor allem lassen sie sich wunderbar kombinieren
und ermöglichen
| | so
völlig neue Genusserlebnisse zum Dahinschmelzen! Das Deutsche Weininstitut
und die Weinberaterin Silvia van Aans zeigen, was man für ein harmonisches
Geschmackserlebnis beachten sollte. Der Wein wie auch der Kakao, die Basis
guter Schokolade, zählen beide zu Kulturgütern mit einer Jahrtausende
alten Tradition. Als Speise der Götter verehrten bereits die
Azteken die Früchte des Kakaobaumes ebenso wie die Griechen Dyonisos, den
Gott des Weines. Dabei ist die Schokolade wie wir sie heute kennen bei weitem
nicht so alt wie der Wein. Die Milchschokolade wurde erst 1872 von Rudolf Peter
Lindt und Peter Daniel erfunden. Die Kombination von Wein und Schokolade
galt lange Zeit als ein Tabu und viel zu lange hatten sich die Genießer
dieser Welt einen ganz besonderen Genuss vorenthalten. So wie man einen Wein nach
seiner Farbe, dem Geruch und Geschmack erkundet, sollte man sich auch der Schokolade
widmen.
Die Farbe lässt Rückschlüsse auf den Kakaoanteil
zu je dunkler desto höher -, der Geruch betört bisweilen die
Sinne und der Geschmack ist nahezu ebenso vielfältig wie beim Wein. Es empfiehlt
sich zunächst den Wein und die Schokolade in dieser Reihenfolge separat zu
probieren. Anschließend lässt man ein kleines Stück Schokolade
im Mund anschmelzen, nimmt einen Schluck Wein dazu und lässt sich von dem
Aromenspiel überraschen. Wie beim Wein, sollte auch bei der Schokolade die
Serviertemperatur beachtet werden. Bei Zimmertemperatur (20-22 Grad) serviert,
entfaltet Schokolade ihren Geschmack optimal. Grundsätzlich gilt: Je süßer
die Schokolade, desto süßer und milder im Hinblick auf die Weinsäure
sollte der Wein sein, damit die delikate Balance gewahrt bleibt. Die Liaison der
Schokolade mit dem Schmelz und der üppigen Kraft eines edelsüßen
Weines wie beispielsweise einer Beerenauslese oder gar Trockenbeerenauslese zeigt
echte Verführungskünste.
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Auch
Rotweine sind als Begleiter von Schokolade willkommen. Hier gilt: Je höher
der Anteil an Kakao in der Schokolade ist, desto ausdrucksvoller kann der Wein
sein. Harmonische Verbindungen von trockenem, frischem Weißwein mit Schokolade
sind optimal, wenn die Schokolade natürliche Fruchtaromen beispielsweise
von Birnen oder Ananas mitbringt, die auch im Wein zu finden sind. Dabei sollte
der Wein in der Säure nicht zu dominant sein.
Vollmilchschokolade
enthält neben Kakaobutter auch einen Anteil des bitteren Kakaopulvers, durchschnittlich
32 %. Die höheren Schokoladenqualitäten zeichnen sich durch harmonische
Süße aus. Vollmilch oder Sahne mildern den bitteren Kakaogeschmack
und verleihen ihr den berühmten zarten Schmelz, der in der Kombination mit
Wein vor allem auch beim Weißwein gefragt ist. Edelsüße Auslesen
und Beerenauslesen von Riesling oder Silvaner sind ideale Begleiter. Beim Rotwein
ist es nicht Süße sondern Frucht und Würze, was ihn zum perfekten
Begleiter von hochwertiger Vollmilchschokolade kürt. Trockene Tropfen mit
geschmeidigen Gerbstoffen und einer gewissen Reife, etwa Dornfelder aus der Pfalz
oder Rheinhessen, sind hier gefragt. Dann lockt die Schokolade die feinen Nuancen,
oft auch pfeffrige Noten, die als Tüpfelchen auf dem i dieser
Kombination wirken. Bitterschokoladen in Verbindung mit Wein sind ein Klassiker.
Halbbitter-Schokolade enthält einen Kakaogehalt von über 65%, die echte
Bitterschokolade sogar über 70%. Entsprechend reduziert ist ihre Süße.
Der passende Wein dazu zeigt sich idealerweise mit weichen Tanninen und einer
dichten und vollmundigen Struktur und der gleichen feinen Eleganz wie die Schokolade:
Viel versprechende Genusspartner sind ausdrucksvolle trockene Lemberger sowie
ein kraftvoller trockener Dornfelder oder Regent.
Haselnuss und Mandel
verleihen einer Schokolade diesen köstlichen Nussgeschmack, der durch das
Rösten verstärkt wurde. Eine wunderbar harmonische Kombination mit Wein
entsteht mit süßen oder schweren Weißweinen wie auch mit fülligen
und dichten Rotweinen. Die Weißweine dürfen etwas trockener sein, wenn
sie im Alkoholgehalt höher liegen (d.h. über 13 % vol.) Die Kraft und
Fülle beispielsweise eines Rotweins der Sorte Dornfelder oder auch Lemberger
mit Aromen von roten Früchten bietet dem geschmacklichen Konglomerat von
Nüssen und Kakao ebenfalls ein ideales Gegenstück und verbindet sich
sehr gut mit diesen Aromen. Schokoladen mit Gewürzen wie beispielsweise
Chilli oder Ingwer bereichern derzeit zunehmend das Angebot. Sie harmonieren sehr
gut mit Barriqueweinen, die ebenfalls würzige Noten, gepaart von Röstaromen
mitbringen. Edelherbe Schokolade mit einer Spur von Schärfe, passt zu einem
kraftvollen Rotwein aus dem Barrique. Zu Milchschokoladen z.B. mit Pfeffer dürfen
auch weiße Barriqueweine der Sorten Weißburgunder, Grauburgunder oder
Chardonnay gereicht werden. | | | |
Schraubverschluss - Korken
Der Einzug der Moderne zwingt uns bisweilen Stück für Stück von vertrautem Abschied zu nehmen. Dies gilt auch für Weinfreunde, für die der Korken noch ein wesentlicher Inbegriff der Weinkultur ist. Der Kork als traditioneller Verschluss bekommt eine immer größer werdende Konkurrenz.

Dabei ist die Verwendung des Korkens als Verschluss bereits von den alten Griechen aus dem 5. Jh. v.Chr. überliefert, die ihre Amphoren mit diesem elastischen Material verschlossen hatten. Dieses Wissen machte sich zweitausend Jahre später Pierre Pérignon (1639 – 1715) zunutze, als er die Holzstopfen bei Schaumweinen durch Korken ersetzte. Als Weinverschluss hat Kork den Vorteil, dass er eine dosierte Sauerstoffzufuhr ermöglicht wird, die sich - insbesondere bei hochwertigen Rotweinen - positiv auf die Reife des Weines auswirkt. So lautet zumindest die landläufige Meinung. Neueste Untersuchungen aus Geisenheim sprechen dem Kork sogar die Fähigkeit zu atmen ab. Er soll luftdicht abschließen. Kork ist und bleibt aber auch ein Naturprodukt und ist daher nur schwer standardisierbar.
Und wäre da nicht das Problem mit dem Korkgeschmack, der mittlerweile bei ca. 5- 10 % der Korken auftritt und Jahr für Jahr große wirtschaftliche Schäden hervorruft, würde es die derzeitige, heftige Diskussion um Weinverschlussalternativen wahrscheinlich gar nicht geben. Schätzungen der EU-Kommission gehen von rund 500 Mio. EUR Schaden pro Jahr allein in Europa aus. Es gibt hierüber zwar keine genauen Statistiken, aber manche Einzelfälle zeigen, dass diese Zahlen nicht aus der Luft gegriffen sind: Ein fränkisches Weingut hatte allein 1999 einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von rund 150.000 EUR, weil 20.000 Flaschen Wein durch den Kork verdarben.
Hervorgerufen wird der Korkgeschmack von Mikroorganismen, die nach dem Schälen der Korkeichen während der Lagerung der Korkplatten in die zahlreichen Poren eindringen können. Dort produzieren sie Substanzen, die bei der anschießenden Sterilisation der Korken geschmacks¬aktiv werden. Eine Substanz, die für den Korkgeschmack verantwortlich ist, nennt sich z.B. Trichloranisol (TCA). Nur fünf ppt (Parts per Trillion = Teile in einer Billion Litern) reichen aus, um einen deutlich wahrnehmbaren Korkgeschmack zu produzieren. Das Problem ist für die deutschen Weißweine zudem noch gravierender als im Süden Europas, wo die kräftigen Rotweine dominieren. Denn bei unseren feinfruchtigen Tropfen macht sich der Korkgeschmack schon im Anfangsstadium bemerkbar, wo ihn der ungeübte Weinfreund gar nicht als solchen wahrnimmt. Die fruchtigen Weinaromen werden nämlich zunächst nur leicht von den dumpfen, muffigen Aromen überdeckt und der Wein zeigt nicht die Brillanz, die er normalerweise hätte.
Um dem Korkgeschmack zu begegnen, haben viele Winzer und auch die Korkindustrie selber Alternativen aus Kunststoff ins Angebot genommen. Sie sind eine preisgünstige Alternative viele Weine. Sie kosten den Winzer lediglich 4 – 12 Cent pro Stück wohingegen für die Naturkorken je nach Qualität zwischen 13 und 50 Cent bezahlt werden müssen – Korkgeschmack nicht ausgeschlossen. In Deutschland ist mittlerweile etwa jede 8. Flasche mit eine Verschluss aus Kunststoff verschlossen. Es gibt inzwischen Synthetikprodukte, welche Weine bei entsprechender Lagerung ohne Probleme über 3 Jahre oder mehr konservieren können. Für die große Masse der Weine ist das ausreichend.
Doch gibt es bei Winzern seit einigen Jahren auch eine größere Bereitschaft auf Verschlussalternativen umzustellen, die die Weinflaschen vollkommen luftdicht abdichten. Dies beeinträchtigt die Reifung der Weine nicht. Wie diverse Versuche gezeigt haben, ist in den Flaschen noch ausreichend Sauerstoff vorhanden, der für die Reifung des Weines erforderlich ist.
Schraubverschluss – International gefragt
Schraubverschlüsse wurden lange Zeit vornehmlich für trinkfertige Weine insbesondere in Literflaschen eingesetzt. Sehr beliebt sind sie insbesondere in der Gastronomie, die zum Teil die Lieferung in Schraubverschlüssen fordert. Vorreiter innerhalb Deutschlands sind die Württemberger und mittlerweile auch die Franken. Dort gibt es mittlerweile rund 80 % aller Literflaschen mit Schraubverschluss. International legt der Schraubverschluss ebenfalls zu. Vorreiter sind hier Australien und Neuseeland. In England schreibt sogar der Handel seinen Lieferanten die Verwendung von Schraubverschlüssen vor, um der Korkgeschmack-Problematik zu begegnen. Mittlerweile setzen immer mehr renommierte deutsche Weingüter Drehverschlüsse ein. Besonders beliebt ist der Stelvin-Schraubverschluss. Er reicht wie eine Kapsel über den Flaschenhals und stellt durch eine Kopfprägung eine hochwertige Alternative zum Kork dar. Eine Saran-Zinn-Dichtung sorgt bei nur 19 Mikrometern Zwischenraum für sichere Dichtigkeit.
Vino-Lok – Die neue Glasverschluss-Alternative
Im Jahr 2004 hat die Firma Alcoa aus Worms, einer der größten Hersteller von Verschluss-Systemen und Verpackungsmaschinen für die Getränkeindustrie einen neuen Glas-Verschluss namens „Vino-Lok“ entwickelt. Es ist ein Glasstopfen, der mit einem Silikonring für die Dichtigkeit und sicheren Halt in der Flaschenmündung sorgt und wiederverschließbar ist. Zur Sicherung des Glasstopfens und aus Gründen der Originalitätssicherung wurde eine Überkappe aus Aluminium in verschiedenen Farben entwickelt. Dieser Verschluss stößt in der Weinwirtschaft auf sehr großes Interesse und beim Verbraucher auf große Akzeptanz. Es werden bereits mehrere Millionen Flaschen damit verschlossen. Die Verschluss-Alternative Vino-Lok ist mit ca. 30 – 40 Cent nicht teurer als ein hochwertiger Naturkork.
StainlessCap – Ein Kronkork für die Weinflasche
Winzer Peter Querbach aus Oestrich-Winkel/Rheingau entwickelte vor einigen Jahren die sogenannte „StainlessCap“, ein mittlerweile patentiertes Flaschen¬ver¬schluss¬system, bei dem sich – auf den ersten Blick nicht sichtbar – unter der Kapsel am Flaschenhals ein Edelstahlkronkorken verbirgt. Einige Winzer, nicht nur aus dem Rheingau, gehören mittlerweile zu den Anwendern und auch die Spitzengastronomie bewertet diese Verschluss-Alternative positiv. Die Kosten für das Komplettverschlusssystem mit Flasche liegen bei ca. 55 Cent.
Schwarzriesling
- Rebsorten
Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort,
erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit. Bei Tisch ist er eine
interessante Alternative zum Spätburgunder.
Geschichte
In der Tat
kann der Name der Sorte zu der fälschlichen Annahme verführen, der Schwarzriesling
sei ein Verwandter des Riesling. Doch mit diesem hat er nur die späte Reife
und die Traubenform gemeinsam. Seine Vorfahren sind im Burgund zu finden. Die
(an der Unterseite der Blätter) stark behaarte Mutation des Blauen Spätburgunders
wurde wohl schon vor Jahrhunderten ausgelesen. Das deutsche Synonym für die
Müllerrebe ist "Schwarzriesling". Die Bezeichnung "Müllerrebe"
nimmt auf die Behaarung
von Blättern und Triebspitzen Bezug, die wie mit Mehl bestäubt aussieht. In Frankreich lautet die Bezeichnung "Pinot Meunier". | | Die Rebenzüchtung
in Heilbronn und Weinsberg entwickelte die Sorte qualitativ weiter, so dass sie
eine gewisse Verbreitung erfahren konnte.
Bedeutung In der Steiermark
(dort heißt er Blaue Postitschtraube), im Elsass und in der Champagne ist
er als Pinot Meunier heimisch; er ist Bestandteil vieler Champagnercuvées.
Im Ursprungsgebiet Burgund zählt er dagegen nicht zu den zugelassenen Qualitätsweinen.
In Deutschland beschränkt sich der Schwarzriesling - Anbau weitestgehend
auf Württemberg. Dennoch erreicht die Sorte einen Anteil von über zwei
Prozent an der deutschen Rebfläche. In den achtziger Jahren wuchs die Anbaufläche
von 1.000 auf 2.000 Hektar und hat sich seitdem noch etwas vergrößert.
Derzeit sind über 2.450 Hektar mit der Müllerrebe bestockt, gut 1.800
Hektar entfallen auf das Anbaugebiet Württemberg. Daneben hat die Sorte noch
eine nachgeordnete Bedeutung in Nordbaden, in Rheinhessen, in der Pfalz und in
Franken. Anbau Der Schwarzriesling stellt im Vergleich zum Spätburgunder
geringere Ansprüche an Lage und Boden. Gut gedeiht die wenig komplizierte
Sorte auf kräftigen Löß-Lehm-Böden. Durch den späten
Austrieb ist sie nicht sonderlich wegen der Maifröste gefährdet. Erträge
und Mostgewichte liegen auf einem mittleren Niveau. Damit entsprechen die Erntemengen
den relativ geringen Erträgen des Spätburgunders, doch das Mostgewicht
erreicht dessen Qualität nicht. Immerhin 70 bis 80 Grad Oechsle werden in
Normaljahren erreicht. Die Säurewerte liegen teilweise recht niedrig.
Ausbau/Geschmack Die Weine vom Schwarzriesling zeigen eine rubinrote bis
ziegelrote Farbe, besitzen ein fruchtiges Aroma ähnlich dem des Spätburgunders
und einen eher feingliedrigen Körper. Ausgebaut werden trockene, aber auch
fruchtsüße Varianten. Das Angebot im Qualitätsweinbereich dominiert,
daneben gibt es jedoch auch Kabinettweine und Spätlesen. Genuss Insbesondere
bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling
aus der Literflasche großer Beliebtheit als Dämmerschoppen. Etwas kräftigere
Varianten begleiten vorzüglich Fleischgerichte vom Schwein oder vom Lamm
und auch milde Käsesorten. Vielfach kann der Schwarzriesling bei Tisch alternativ
zum Spätburgunder eingesetzt werden. | | | |
Sec
- secco asciutto - suchoy - Geschmacksgrade
: Wein + Schaumwein
Unterschieden werden bei Wein und Schaumwein
folgenden
Geschmacksgrade:
Geschmacksgrade
Wein | | | | Restzuckergehalt | | trocken | maximal
9 g/l | | halbtrocken | maximal
9 bis 18 g/l | | lieblich | über
18 g/l, bis 45 g/l | | mild | über
45 g/l. | |
Geschmacksgrade
Schaumwein | deutsch | franz. | engl. | ital. | russ. | extra
herb | extra
brut | | | | herb | brut | | | | extra
trocken | très
sec | extra
dry | | | trocken | sec | dry | secco
asciutto | suchoy | halbtrocken | demi-sec | medium
dry | aboccato | polsuchoy | mild | doux | sweet | dolce | slatkoy |
| Restzucker Schaumwein |
deutsch | franz. | engl. | ital. | Restzucker | extra
herb | extra
brut | | | 0
- 6 g/l | herb | brut | | weniger
als 15 g/l | extra
trocken | très
sec | extra
dry | |
zw. 12 und 20 g/l. | trocken | sec | dry | secco
asciutto |
zw. 20 und 35 g/l | halbtrocken | demi-sec | medium
dry | aboccato |
35 - 50 g/l | mild | doux | sweet | dolce | über
50 g/l |
Secco trocken
(ital.).,
semisecco=halbtrocken, amabile=halbsüß, dolce=süß.
Asciotto=extra
trocken, semisecco=hlabtrocken, dolce=süß.
semisecco Halbtrocken
(ital.).,
amabile=halbsüß, dolce=süß,
asciotto=extra trocken.
Sekt Sekt
ist wie Wein ein in den Weinbergen gewachsenes Naturprodukt. Doch das charakteristische
Perlenspiel geht erst aus einer zweiten Weingärung hervor.
Man
mag es der deutschen Sprache nachsehen, dass sie eines der lustvollsten Getränke
gerade mal mit einer knappen, lustlosen Silbe bedacht hat: Sekt. Verbirgt sich
doch dahinter, kaum dass der Korken entfernt ist, ein in vielerlei Hinsicht sinnliches
Genussvergnügen. Denn das, was da in aller Ruhe in tiefen Kellern heranreift,
hypnotisiert uns zu jeder Zeit mit seinem zarten Perlenspiel, verführt mit
einem anregenden Duft und beschwingt uns mit seinem lebendigen Prickeln.
| Doch
wie kommen die Perlen in das Getränk, dem es gelingt, uns ganz leicht über
den Boden des Alltags zu heben?Sekt ist im eigentlichen Sinne ein in den Weinbergen
gewachsenes Naturprodukt. Das Besondere aber, sein charakteristisches Perlenspiel,
geht erst aus einer zweiten Gärung des Weines hervor. Ganz zu Anfang steht
die Auswahl des Weines. Hierbei werden vor allem solche bevorzugt, die säurebetont,
rassig, elegant und äußerst reintönig sind. Denn beim Winzersekt
werden nicht, wie bei den "Cuvées" üblich, mehrere Rebsorten
miteinander vermischt, sie sind immer | |
rebsortenrein..
Es bleibt bei einer Rebsorte, oftmals auch bei einer Lage und einem Jahrgang.
Erfahrung und Handwerkskunst bei der Verarbeitung sind dann die eigentlichen Werkzeuge
eines Kellermeisters, der schon im Voraus absehen können muss, weicher Rebensaft
einmal in seinem Keller zu einem großartigen Sekt heranreift.Ist die Entscheidung
für den Ausgangswein getroffen, wird nun die zweite Gärung in Gang gesetzt.
Zucker und Hefe werden in ein weiteres Prozent Alkohol und Kohlensäure verwandelt.
Diese Kohlensäure der zweiten Gärung ist es auch, die später einmal
im Glas das filigrane Perlenspiel entstehen lässt.
Sekt
Flaschengärung (klassisch) Klassische Flaschengärung Bei
der Urmethode der Sektherstellung, der Méthode champenoise, findet die
zweite Gärung in der einzelnen Flasche statt, die der Sekt erst zum Genuss
wieder verlässt. Nach der zweiten Gärung ruht und reift der Sekt mehrere
Monate, manchmal Jahre, auf seiner Hefe im dunklen und kühlen Keller. Danach
werden die Flaschen waagerecht in so genannte Rüttelpulte gesteckt, vier
Wochen lang täglich vorsichtig gedreht und gleichzeitig immer steifer mit
dem Kopf nach unten
| Doch
wie kommen die Perlen in das Getränk, dem es gelingt, uns ganz leicht über
den Boden des Alltags zu heben?Sekt ist im eigentlichen Sinne ein in den Weinbergen
gewachsenes Naturprodukt. Das Besondere aber, sein charakteristisches Perlenspiel,
geht erst aus einer zweiten Gärung des Weines hervor. Ganz zu Anfang steht
die Auswahl des Weines. Hierbei werden vor allem solche bevorzugt, die säurebetont,
rassig, elegant und äußerst reintönig sind. Denn | |
beim
Winzersekt werden nicht, wie bei den "Cuvées" üblich, mehrere
Rebsorten miteinander vermischt, sie sind immer aufgerichtet. Nach diesem aufwändigen
Prozess hat sich die Hefe vollständig im Flaschenhals angesammelt. Die Flaschenhälse
werden in eine Kältesole getaucht, sodass die Hefe gefriert. Wird die Flasche
nun geöffnet, platzt der Hefepfropfen heraus. Der geringfügige Verlust
in der Flasche wird ausgeglichen, die Flasche wieder mit einem Stopfen verschlossen
und mit einem Draht gesichert. Da der Begriff der Méthode champenoise seit
vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, erhält
Sekt, der nach diesem Verfahren hergestellt wird, in Deutschland die Bezeichnung
"traditionelle" oder auch "klassische Flaschengärung".
Sekt
hat seine eigenen Rituale und Regeln. Während manche Weine zu Hause noch
reifen können, verlässt der Sekt die Keller der Winzer
auf dem Höhepunkt seiner Reife. In kühlen, dunklen Kellern lässt
er sich jedoch ohne weiteres ein bis drei Jahre lagern, ohne seine Spitzenqualität
zu verlieren.
Sekt
- Trinktemperatur
Gut gekühlt trinken Die ideale Trinktemperatur
liegt für weiße und rosé Sekte bei 6-8°C. Wer es versäumt
hat, den Sekt rechtzeitig in den Kühlschrank zu stellen (und bitte auch nur
dort hinein und nicht ins Eisfach!), dem bleibt auf die Schnelle noch die Möglichkeit,
den Sekt zu frappieren; dazu wird die Flasche in einen Kühler gestellt, viel
klein gehacktes Eis und eine Hand voll Salz dazu, dann die Flasche am Hals ein
paar Minuten hin- und herdrehen. Auch wenn der Knall ein nahendes Vergnügen
ankündigt - eine
| | | Freude
ist es für den Sekt nicht. Der plötzliche Druckverlust bringt die Flasche
zum Überschäumen, was Ihren Genuss dann oft um einige Gläser schmälert.
Halten Sie deshalb den Verschluss gut fest und lassen Sie den Druck mit einem
leisen Zischen entweichen. Einladung zur Poesie Sekt kann noch so angenehm
duften - die größte Freude kommt auf, wenn man ihn auf der Zunge schmeckt
oder fühlt. Was die meisten Menschen dabei wahrnehmen, kann schon das eine
oder andere Mal die Grenze zwischen Wahrheit und Dichtung überschreiten.
So vielfältig die Bezeichnungen auch sein mögen, hier ein paar, die
helfen, Ihre Sinneseindrücke in Worte zu fassen: So beschreibt man das Alter
etwa mit reif oder firn, den Gehalt als stoffig oder zart, oder man entdeckt leichte
(lieblich, füllig) wie auch kraftvolle (nervig, wuchtig) Eigenschaften. Auch
die Wirkung auf Gaumen und Nase lässt sich beurteilen (stahlig, herb, süffig,
harmonisch, vollundig, reintönig). | | | |
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Sekt und Secco
Winzersekte und -seccos sind nicht nur perfekte Party-Drinks, sondern auch ein ideales Gastgeschenk zu jedem Fest. Die Deutschen sind Weltmeister im Sekt-Konsum. Fast vier Liter trinkt durchschnittlich jeder Bundesbürger pro Jahr.
Die Ursprünge des Sektes stammen übrigens aus Frankreich, wo bereits um 1540 die ersten Schaumweine entstanden. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Technik weiter entwickelt und Schaumweine über die Grenzen Frankreichs bekannt. Sekt hat auch in Deutschland eine lange Tradition. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden bei uns die ersten Sektkellereien. Die älteste deutsche Sektkellerei ist nach eigenen Angaben die 1826 in Esslingen gegründete Sektkellerei Kessler.
Kaiser Wilhelm II führte 1902 eine Sektsteuer ein, um unter anderem die damalige Kriegsflotte zu finanzieren. Die Sektsteuer in Höhe von rund 1 Euro pro Flasche besteht seit dem bis heute.
Winzersekt – Genuss mit persönlicher Widmung
Die Sekttradition wird heute von vielen Weingütern weiter gepflegt. Für die Herstellung seines Winzersektes muss der Winzer hohe Qualitätsstandards einhalten. Er darf für den Sektgrundwein beispielsweise nur Trauben aus eigenen Weinbergen verwenden. Folglich tragen diese Sekte die Handschrift des Winzers wie eine persönliche Widmung. Er bestimmt ihre Persönlichkeit in allen Details, von der Zusammensetzung der Grundweine bis hin zur Geschmacksrichtung. Außerdem müssen alle Winzersekte nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt werden:
Klassische Flaschengärung
Für einen guten Sekt benötigt man zuerst einmal einen guten Grundwein. Diesem wird dann Zucker und Hefe hinzugefügt und es beginnt eine zweite Gärung. Im Zuge dieser Gärung entsteht das CO2, das den Sekt später im Glas so schön perlen lässt. Bei der Urmethode der Sektherstellung, der Méthode champenoise, wie auch der klassischen Flaschengärung, findet die zweite Gärung in der einzelnen Flasche statt. Winzersekt ruht und reift mindestens neun Monate, manchmal Jahre, auf seiner Hefe im dunklen und kühlen Keller.
Danach werden die Flaschen waagerecht in so genannte Rüttelpulte gesteckt, vier Wochen lang täglich gedreht und gleichzeitig immer steifer mit dem Kopf nach unten aufgerichtet. Nach diesem aufwändigen Prozess hat sich die Hefe vollständig im Flaschenhals angesammelt. Die Flaschenhälse werden in eine Kältesole getaucht, sodass die Hefe gefriert. Wird die Flasche nun geöffnet, platzt der Hefepfropfen heraus. Der geringfügige Verlust in der Flasche wird ausgeglichen, die Flasche wieder mit einem Stopfen verschlossen und mit einem Draht - der so genannten Agraffe - gesichert.
Da der Begriff der Méthode champenoise seit vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, bezeichnet man in Deutschland Sekte, die nach diesem Verfahren hergestellt wurden, mit "traditionelle" oder auch "klassische Flaschengärung".
Cremants – Fein aber selten
Deutschen Winzersekt findet man bisweilen auch unter der Bezeichnung „Crémant“, verbunden mit dem Namen des Herkunftsgebiets, beispielsweise „Baden Crémant“. Voraussetzung hierfür ist, dass der Schaumwein – wie auch beim Winzersekt – 9 Monate auf der Hefe gelagert und im klassischen Flaschengärverfahren hergestellt wurde. Cremants zeichnen sich dadurch aus, dass die Trauben für die Grundweine sehr schonend durch Ganztraubenpressung verarbeitet wurden. In Rheinland-Pfalz dürfen sie nur aus definierten, gebietstypischen Rebsorten hergestellt werden.
Cuvées eine Spezialität
Cuvée nennt man eine Mischung von Weinen aus unterschiedlichen Rebsorten, verschiedener Herkunft und/oder verschiedener Jahrgänge. Große Sekthäuser stellen Cuvées her, um über die Jahre gleichbleibende Qualitäten und Geschmacks¬profile zu gewährleisten. Eine besonders edle und durchaus auch modische Version, die zur Zeit von vielen Weingütern angeboten wird, ist die Cuvée aus Weinen verschiedener Burgundersorten, die dann oftmals als „Pinot“, der französischen Bezeichnung für Burgunder, angeboten werden. Zu den Pinots zählen beispielsweise Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder oder auch der Schwarzriesling, der im francophonen Sprachraum „Pinot Meunier“ genannt wird. Eine Pinot Cuvée aus roten und weißen Rebsorten kann eine leicht roséfarbene Farbe aufweisen oder aber auch ein weißer Sekt sein, wenn die Rotweintrauben zuvor wie bei der Weißweinherstellung behandelt wurden.
Auf die Perlen kommt es an
Der Sektschaum hat dem „Schaumwein“ seinen Namen gegeben. Das Aufschäumen nennt man auch „Moussieren“. An dem Mousseux kann man die Qualität eines Sektes ablesen: Je feiner die Perlen sind, desto edler ist der Sekt und je länger das Perlen im Glas anhält, desto inniger war die Kohlensäure mit dem Wein verbunden.
Das Moussieren setzt zudem die Flüssigkeit in Schwingung, was wiederum der Schwingung des Glases beim Anstoßen entgegen wirkt. Deshalb klingt es nicht, wenn man mit Sektgläsern anstößt. Übrigens – je weniger es klingt, desto mehr Kohlensäure enthält der Sekt.
Beim Öffnen der Flasche sollte man darauf achten, dass der Schaum nicht explosionsartig aus der Flasche entweicht. Denn dabei reißt er viel Kohlensäure mit, die später dem Sekt im Glas fehlt. Je ruhiger das Perlen beginnt, desto länger wird es anhalten. Wichtig für den optimalen Sektgenuss ist die richtige Trinktemperatur, denn kühl serviert schmecken Sekte am besten. Grundsätzlich sollte junger Schaumwein kühler getrunken werden als älterer. Als Richtwerte gelten die folgenden Serviertemperaturen:
Weißer Sekt: 5 – 7 ° C
Rosé-Sekt: 6 – 8°C
Roter Sekt: 9 – 11°C
Um diese Temperaturen zu erreichen sollte man den Sekt nicht im Tiefkühlfach schockfrosten, denn eiskalt verliert er sein Aroma. Die ideale Trinktemperatur erreichen die Flaschen nach ca. 3-4 Stunden Lagerung im Kühlschrank.
Geschmacksstufen beim Sekt
0-6g Reszucker pro Liter = Geschmacksrichtung „extra brut“
0-15g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung „brut“
12-20g Reszucker pro Liter = Geschmacksrichtung „extra trocken“
17-35g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung „trocken“
33-50g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung „halbtrocken“
Über 50g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung „mild“
Secco – Das prickelnde Erlebnis der leichten Art
Hinter dem Begriff Secco, der von seinem italienischen Verwandten, dem Prosecco abgeleitet ist, verbirgt sich ein deutscher Wein, der mit weineigener, aus der Gärung stammenden Kohlensäure „verperlt“ wurde. Das verschafft ihm das gewisse Prickeln. Die gesetzliche Bezeichnung lautet entsprechend Perlwein. Im Gegensatz zum Sekt haben Seccos also keine zweite Gärung durchlaufen.
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Wenn im Sommer die Temperaturen steigen und die Ventilatoren im Dauerlauf surren, ist Secco der Liebling der Saison. Die frischen, prickelnden Perlweine aus Deutschland begleiten beschwingt die sonnigsten Zeiten des Jahres. Namen wie „Primasecco“ oder „ Rheingauer Leichtsinn“ signalisieren entspanntes, verspieltes Genießen auf die leichte Art. Seccos passen zum beschwingten Lebensgefühl der unkomplizierten Genießergeneration, das sich einstellt, wenn ein |
 
heißer Tag einen lauen Abend auf der Terrasse verspricht. |
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Bevorzugte Rebsorten sind Riesling und Weißburgunder, aber auch bukettreiche Rebsorten wie Bacchus, Gewürztraminer und Muskateller finden sich in einigen Cuveés gerne perlend wieder. Sie schmecken am besten jung und frisch und sind in der Regel nicht für eine lange Lagerung von mehreren Jahren vorgesehen. |
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Selection - Qualitätsbezeichnung
Jeder
deutsche Wein muss mit einer dieser Qualitätsbezeichnungen deklariert werden.
Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein.
Seit
dem Jahrgang 2000 dürfen Weine auch mit den Begriffen "Classic"
und "Selection" bezeichnet werden. Der
Begriff "Classic" signalisiert, dass es sich um einen Wein aus einer
klassischen, gebietstypischen Rebsorte handelt, der einem gehobenen Qualitätsanspruch
genügt, gehaltvoll, kräftig, aromatisch und trocken schmeckt. Das Mindestmostgewicht
liegt 1 % vol. über dem Mindestmostgewicht der jeweiligen Rebsorte, der Gesamtalkoholgehalt
bei mind. 12,0 % vol. (Ausnahme: Mosel-Saar-Ruwer mind. 11,5 % vol.). Der Restzucker
beträgt max. 15 g/l. Die
neue trockene Spitzenklasse der deutschen Weine wird durch den Begriff "Selection"
gekennzeichnet. Ausgewählte Standorte, geringer Ertrag und Handlese sind
Garanten der überragenden Qualität dieser Weine. Selectionsweine dürfen
frühestens am 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres abgefüllt
werden. Sie haben mindestens 12,2 % vol natürlichen Alkoholgehalt bzw. Auslesemostgewicht,
der Hektarertrag ist auf 60 hl/ha begrenzt.
Silvaner
grüner - Rebsorten Silvanerreben liefern eher neutrale Weine
mit einer milden Säure, herzhafte Varianten zur kräftigen Regionalküche
und ebenso feine Menüweine. Somit ist als Herkunftsland eher Österreich
als Rumänien anzunehmen, worauf die Namensverwandtschaft mit der Region Transsylvanien
hindeuten könnte. Doch diese Herkunft ist unwahrscheinlich: der Sylvaner
hätte die dortigen kalten Winter nicht überstanden. Belegt ist, dass
im Jahr 1665 ein Zisterzienser-Abt Alberich Degen aus dem fränkischen Steigerwald
die Rebe nach Deutschland brachte. Von Franken aus erreichte sie andere Anbaugebiete
wie das heutige Rheinhessen, die Pfalz oder die Nahe. Dabei nannten
die katholischen Winzer noch bis vor wenigen Jahrzehnten den Silvaner "Franken", die evangelischen Winzer dagegen "Österreicher". Nebenbei bemerkt: im Schweizer Wallis heißt die Sorte Johannisberger, im Elsass Sylvaner. | |
Bedeutung Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts begann die unaufhaltsame Ausbreitung des Silvaner. Er verdrängte
alte, minderwertige Sorten, aber auch Gutedel und Elbling, beispielsweise in der
Pfalz. Schließlich galt die Rebsorte Mitte dieses Jahrhunderts als wichtigste
deutsche Rebsorte: mehr als jede zweite Rebe war ein Silvanerstock. Der kontinuierliche
Anbaurückgang der letzten Jahrzehnte, insbesondere zugunsten des Müller-Thurgau,
ließ den Flächenanteil des Silvaners auf derzeit 5 Prozent sinken.
Auf diesem Niveau und 5.400 Hektar scheint sich die Traditionssorte zu stabilisieren.
Insbesondere in Rheinhessen erlebt sie eine gewisse Renaissance. Der "Rheinhessen
Silvaner" wächst auf fast 2.500 Hektar. Zudem stehen in Franken 1.200
Hektar Silvanerweinberge, in der Pfalz rund 900 Hektar. Nochmals 300 Hektar kommen
an der Nahe hinzu. Auch die badische Weinbaugemeinde Ihringen fühlt sich
besonders dem Silvaner verbunden. Anbau Der Silvaner stellt höhere
Ansprüche an den Boden als der Riesling. So gibt er sich nicht mit trockenen
oder steinigen Böden zufrieden. Silvaner ist empfindlich gegen Winterfrost,
was gerade die fränkischen Winzer
immer wieder erleben müssen. Er kann hohe Erträge liefern für unkomplizierte
Alltagsweine oder auch Exportweine wie Liebfraumilch. Andererseits liefert er
gehobene und höchste Prädikatsweine bei entsprechender Ertragsreduzierung.
Beeren- und Trockenbeerenauslesen erreichen bei der DLG-Prämierung große
Preise. Ausbau/Geschmack Silvaner gilt an frostfreien Standorten als
ertragssicher mit einer mittleren Reifezeit. Er liefert eher neutrale Weine mit
einer milderen Säure als beispielsweise der Riesling. Silvaner sind in der
Farbe meist recht hell, haben einen dezenten, mitunter erdigen Duft und einen
mittleren Körper. Vielfach treffen auch die Eigenschaften "saftig",
"vollmundig" oder "wuchtig" zu, gerade wenn die Reben auf
schweren Böden stehen. Die Vinifizierung erfolgt gewöhnlich im Edelstahlbehältnis,
bei Spät- und Auslesen teilweise auch im (kleinen) Holzfass. Genuss Wir
können Schoppenweine und Speisenbegleiter unterscheiden. Die herzhaften Varianten
schmecken auch zu kräftiger, regionaler Küche. Geschliffene Silvaner
aus Franken sind wunderbare Fischbegleiter, aus Rheinhessen und der Pfalz passen
sie besonders zum Spargel. Meist werden Weine aus den letzten zwei Jahrgängen
bevorzugt. |
Spätburgunder
(frz. "Pinot Noir" = Fichtenzapfen). Alte
Rotweinsorte aus Frankreich / Burgund von sehr hoher Qualität, wurde unter
Karl dem III. ca. 880 als "Cläver" in Süddeutschland eingeführt.
Spätburgunder ist eine empfindliche Rebsorte die stark reagiert auf Kälte
und Hitze.
Spätburgunder
- Rebsorten
Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet,
verkörpert der Spätburgunder oder Pinot Noir unter den Rotweinen: Weine
für gehobene Ansprüche.
Geschichte Die Rebsorte Spätburgunder
oder Pinot Noir zählt zur Burgunderfamilie. Diese gehört wohl zu den
frühesten aus den Wildreben im westlichen Mitteleuropa ausgelesenen Sorten.
Karl der Dicke brachte die Sorte 884 an den Bodensee. Im 13. Jahrhundert wurde
sie im Rheingau gepflanzt. Im 16. Jahrhundert stand sie vermutlich auch in der
Pfalz. Im 18. Jahrhundert soll die Sorte aus dem Burgund an die Ahr gebracht worden
sein. Einen Aufschwung erfuhr die Sorte vor 150 Jahren mit der Ausweitung der
Sektproduktion, für die man reine Burgunderweinberge
anpflanzte. Als Synonyme werden die Begriffe "Pinot Noir" und in Teilen Badens "Klevner" benutzt. | | Bedeutung In Deutschland
sind rund 11.600 Hektar Rebfläche mit der Sorte Spätburgunder bestockt,
das entspricht einem Anteil von mehr als zehn Prozent an der Gesamtrebfläche.
Winzer und Verbraucher favorisieren die Sorte zunehmend. Seit Beginn der 90er
Jahre wuchs die Spätburgunderfläche um mehr als 3.000 Hektar an. Die
meisten Reben dieser Sorte stehen in Baden (mehr als 5.800 Hektar) - mit einem
Schwerpunkt am Kaiserstuhl - und in der Pfalz (mehr als 1.500 Hektar). Daneben
zählen Rheinhessen und Württemberg mit ebenfalls mehr als 1.000 Hektar
sowie der Rheingau (400 ha) und die Ahr mit mehr als 300 Hektar zu den wichtigen
Anbaugebieten für Spätburgunder. In zehn Anbaugebieten zählt er
zu den Classic-Rebsorten. Anbau Die edle und sehr alte
Sorte verlangt viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden.
Am besten gedeiht sie in sogenannten Rieslinglagen, also besten Lagen. Sind die
Wuchsbedingungen gut, läuft sie zur Hochform auf und lohnt die Mühe
mit den schönsten Rotweinen der Welt. Ausbau/Geschmack Die
Sorte wird vornehmlich als trockener Rotwein ausgebaut, teilweise auch mit einer
gewissen Restsüße. Hin und wieder findet man auch Roséweine
vom Spätburgunder und auch Sekt. Werden die Trauben nach der Lese sofort
abgepresst, so lässt sich aus dem hellen Saft ein "Blanc de Noirs",
ein Weißwein aus dunklen Trauben herstellen. Höhere Qualitäten
bauen viele Produzenten auch im Barriquefass aus. Genuss Spätburgunderweine
schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma und Nuancen von
Mandel. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen
Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis
hin zur schwarzen Johannisbeere. Bei Barriqueweinen kommen Vanille-Zimt-Anklänge
hinzu. Man unterscheidet den klassischen und den modernen Typ. Traditionell wurden
die besten Spätburgunder aus hochreifen Trauben gewonnen, waren nicht sehr
farbintensiv, mild, gerbstoffarm und von rostroter Farbe. Neben diesem klassischen
Typ gewinnt der moderne Spätburgunder mit kräftigem Rot, mehr Gerbstoff,
weniger Säure und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfass immer
mehr an Bedeutung. Spätburgunder Rotweine sind ideal für die kühlere
Jahreszeit. Man trinkt sie chambriert auf 16 bis 18 Grad. Kräftige Varianten
begleiten am besten Braten oder Wild oder auch eine Käseplatte. Weißherbst
gefällt zu Vorspeisen und weißem Fleisch, in Auslesequalität auch
als Aperitif. |
Spätlese Spätlese:
reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die etwas später geerntet werden
Spanien- Qualitätsstufen
Die Qualität eines Weins wird Bestimmt sowohl durch
die Farbe, den Geruch und den Geschmack als auch durch die Herkunft. So dürfen
Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA) und Qualitätsweine mit
Prädikat nur aus einem einzigen der zugelassenen Weinanbaugebiete stammen
und nur aus den dort empfohlenen Traubensorten bestehen. Sie müssen weiterhin
einer amtliche Prüfung bestehen, die nach bestimmten Kriterien urteilt |
| | Europäische
Qualitatsstufen | | |
Deutschland |
Italien |
Frankreich |
Spanien |
Portugal |
| |
|
|
|
|
Tafelwein Landwein QbA (Qualitätswein
bestimmter Anbaugebiete) Qualitätswein mit
Prädikat
| Vino
da tavola IGT (Indicazione
Geografica Tipica)
DOC (Denominazione
di Origine Controllata) DOCG (Denominazione
di Origine Controllata e Garantita)
|
Vin de table Vin
de pays Regionale
AOC (Appellation d'Origine Contrôlée)
VDQS (Vin Délimité
de Qualité Supérieure)
AOC (Appellation d'Origine Contrôlée)
| Vino
de mesa oder
Vino corriente
Vino de la tierra Denominación
de Origen DOC (Denominación
de Origen Calificada)
| Vinho
do mesa Vinho
regional VQPRD (Vinhos
de Qualidade Produzidos em Região Determinada) DOC (Denominação
de Origem Controlada)
|
Straußenwirtschaft (Besenwirtschaft,
Buschschenke). Winzern,
Weingüter und Weinbauern vermarkten zu bestimmten Zeiten im Jahr ihren selbsterzeugten
Wein. Dieses geschieht in der Regel in Biergärten, Kellergewöben, Scheunen,
etc. oder auch in ganz frühen Zeiten schon mal im hergerichteten Wohnzimmer.
Besenwirtschaften unterliegen nicht dem "Gaststättengewerbe" und
sind daher - unter bestimmten Bedingungen - erlaubnis- und abganebfrei, eine Konzession
wie im Gaststättengewerbe ist daher nicht erforderlich. Die Bedingungen,
eine Besenwirtschaft zu führen sind u.a.:Es dürfen nur maximal 40 Sitzplätze
zur Verfügung stehen, der Verkauf darf höchstens 4 Monate im Jahr erfolgen,
die Konzession muss imbeim Gew erbvaomrt fangemeldet werden, andere alkoholische
Getränke als Wein dürfen nicht ausgeschenkt werden, einfache Speisen
sind erlaubt, etc.
Entstanden ist die Besenwirtschaft wahrscheinlich aus
einem Erlass Karls des Großen (ca.800), der den Winzern
"Kranzwirtschaften" erlaubte. Um diese "Kranzwirtschaften"
kenntlich zu machen wurde ein Strauß
aus Efeu und Reben sichtbar aufgehängt.
Süße
Weine Trocken ist nicht gleich trocken. Für Wein und Sekt gelten
unterschiedliche Geschmacksangaben.Dabei steht der gleiche Begriff bei Wein und
Sekt für einen unterschiedlichen Gehalt an Restzucker.Man unterscheidet beim
Wein vier Geschmacksrichtungen.
Trocken ist die Bezeichnung
für Weine, die fast ganz oder völlig durchgegoren sind,das heißt
für Weine mit einem Restzuckergehalt bis höchstens 4 Gramm im Liter.
Der Gesetzgeber erlaubt die Bezeichnung trocken darüber hinaus bis zu einem
Restzuckergehalt von 9 Gramm, wenn der in g/l Weinsäure ausgedrückte
Gesamtsäuregehalt höchstens 2 g/l niedriger ist als der Restzuckergehalt
(Formel: Säure + 2 bis zur Höchstgrenze 9). Ein trockener Wein ist nicht
gleichbedeutend mit sauer. Er enthält eben nur wenig unvergorenen Zucker.
Allerdings schmeckt man bei trockenen Weinen eine höhere Säure eher. Halbtrockene
Weine dürfen bis 12 Gramm Restzucker je Liter aufweisen, bzw. bis 18g/l,
wenn dabei der Restzuckergehalt den Säuregehalt nicht mehr als 10g übersteigt.
(Formel: Säure + 10 bis zur Höchstgrenze 18).Liebliche
Weine weisen einen Restzuckergehalt auf, der die für halbtrocken festgelegten
Werte übersteigt, aber höchstens 45 g/l erreicht. Die Angabe süß ist ab 45 g/l zulässig.
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